Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 8.1890

Seite: 110
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Bilder in der Größe von 33^2 : 25 (ohne
Papierrand) aufgezogen, mit Goldleisten-
rahmen zu 2,50 Fr., mit Goldbarockrahmen
6,25 Fr. und in ähnlichem Verhältnis;
aufsteigend bis zur Größe von 80 : 55 cm,
mit Goldleistenrahmen 14—15 Fr., mit
Goldbarockrahmen 20—21 Fr., daneben
Oelfarbendrnckbilder. Pustet in Regens-
burg hat eine sehr schöne Auswahl von
Chromotypien in Jmperialfolio (70:55 cm),
von wunderbarer Feinheit und Schönheit
der Zeichnung und Kolorirung, lauter Ka-
binetstücke, die ein wahrer Prachtschmuck
fürs Haus zu nenneu sind. Wir heben
hervor: Die hl. Anna von Baumeister
(6 M., mit Rahmeu 14 u. 25 M-), das
Gnadenbild von Heiligenberg in Böhmen
(6 M.), das Gnadenbild von der immer-
währenden Hilfe (6 M., in Rahmen 14
n. 25 M.), das vom guten Rath (dieselben
Preise), Herz Jesu- und Herz Mariä-Bild
(ebenso), der hl. Joseph, Madonna von
Schrandolph und Schmalzt, das Kreuzes-
bild von Monte Cassino, das Rosenkranz-
bild von Schmalzl, der hl. Schutzengel von
Baumeister; daneben Oelfarbendrncke aus
der päpstlichen oleographischen Anstalt in
Bologna (2—8 M.); Stahlstiche in Jm-
perialfolio zu 1,20 M., darunter: Lionar-
do's Abendmahl, Raphaels Spasimo, Van
Dycks Crucisixus, Raphaels Verklärung,
Guido Reni's iCcce Iromo, Madonna von
Lionardo, die Sixtinische Madonna von
Raphael, die 14 Rothhelfer von Klein;
auch die Photographien der Stationen von
Schmalzl (36 : 80 cm, Preis 28 M.,
10^2 : 16'/2 cm, Preis 9 M.) können
fürs Haus empfohlen werden. Leo Wörl
in Würz bürg gibt im Katalog K aus
seiner Kunstanstalt einen Ueberblick zunächst
über eine große Auswahl von Oelsarben-
drnckbildern mit und ohne Rahmen, dann
über eine Reihe von Xylographien nach
Professor Klein (Folio 2—4 M.), endlich
über eine stattliche Zahl trefflicher Stiche
von Werken alter und neuer Meister,
namentlich von Raphael, Domenicchino,
Lionardo, Guido Reni, Carlo Dolce, Michel-
angelo, Tizian, Bellini, Murillo und den
großen religiösen Malern der Neuzeit. Be-
sonders müssen hervorgehoben werden die
Stahlstiche der V e r l a g s a n st a l t, vorm.
G. I. Manz in Regensburg; wahre
Perlen unter ihnen sind die Bilder Fiesole's,

22 Kupferstiche (zus. 48 M., Prachtaus-
gabe 8OC2 : 60 cm 63 M., einzeln 1,20
bis 18 M., das Christusbild 18 M.);
dann viele Kompositionen von Führich (be-
sonders der Kreuzweg von 1 M. 60 Pf.
bis 70 M. 40 Pf.), Klein (4° ä 60 Pf.),
Overbeck (Abendmahl, Jmperialfolio 18
M., Hagar und Jsmael, 9 M., Jesus im
Tempel, 7,20—14,40 M., 7 Sakramente,
9—120 M.), Schonganer (24 Blätter
26 M.), Steinle (Maria im Rosengarten,
7,20—18 M., Maria mit dem schlafen-
den Kind, 6—15 M.), Obwexer. Auch
das Institut von Kühlen in M ü n ch e n -
Gladbach ist hier noch einmal in Ehreil
zu nennen; es hat in jüngster Zeit zwei
herrliche Leistungen der Chromolithographie
ansgegeben, eine Wiedergabe des St. Auna-
bildes aus Kanada (ohne Papierrand 43:37
cm, Preis 2,50 M., mit Papierrand 70:56
cm, Preis 4 M.), sodann das Veronika-
bild von Steinle (40:36 cm, Preis 4 M.),
nach einem neuen, von Kühlen erfundenen
Verfahren, bei welchem der Lichtkasten
stark verwendet wird, daher Heliochromo-
graphie genannt, beide und namentlich das
letztere von stannenswerther Feinheit und
Vollendung. Eine größere Zahl der Kom-
positionen der Benroner Mal er -
schule ist in photographischen Reproduk-
tionen vom Kloster Beuron zu beziehen;
von einigen, wie dem großen Kreuzbild
iu Monte Cassino und dem Bild der hl.
Veronika, hat Kn öfl er in Wien eine
kolorirte Ausgabe besorgt. Neuestens hat
Juliils Schmidt in Florenz (Via
Tornabuoni 1) einen Prospekt versandt mit
Ankündigung einer chromoxylographischen
Wiedergabe der Madonna della Stella von
Fiesole durch Knöfler in Wien (Preis 3
bis 12 M., in einem gothischen Tabernakel
25—32 M., als Triptychon mit 2 Engeln
40 M.).

Man sieht also: es ist an anständigem
und wohlfeilem, an schönem und herrlichem
religiösem Zimmerschmnck kein Mangel.
Die große Skala der Formate und Preise
vermag Allen zu genügen und Allen etwas
zu bieten, vermag das ärmliche Gemach
der untersten Klassen, die Stube des Ar-
beiters, das Wohnhaus des Bürgers und
Beamten, das Prunkzimmer des Reichen,
den Salon des Kunstliebhabers mit reli-
giösem Schmuck zu bedenken. Sorge jeder
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