Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 11.1893

Seite: 12
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Annoncen.

drei Perioden der Steinmetzzeichen hindurch. I
Die erste ist die der Steinmetzzeichen in der !
alten Welt, welche besonders Otto Richter ent- i
deckt nnd nntersncht hat. Diese Geschichte führt
bis ins Jahr 1000 vor Christas hinauf, in die
Zeit, wo an Stelle des ältesten Cyklopenbanes
der Qnaderbau trat, und sie läßt Aegypten, das
Wunder- und Heimatland aller Kunst, nament-
lich der Architektur, auch als Heimat dieser
Zeichen vermuthen. Die ältesten sind dem Alphabet
entnomnien und bestanden aus dem Anfangs-
buchstaben des Namens des Meisters mit oder
ohne Beigabe eines Zeichens zur Vermeidung
von Verwechslungen. Die zweite Periode ist die
mittelalterliche, welche charakterisirt wird als
Zeit des Kampfes zwischen romanischem und
germanischem Zeichenprinzip; das Buchstaben-
prinzip tritt zurück, das altgermanische Marken-
prinzip obsiegt. Die dritte ^jeriobe stellt dar den
Sieg und das Ende des germanischen Zeichen-
prinzips. Ein Anhang behandelt die Verwendung
der Steinmetzzeichen im Dienst der Freimaurerei,
der ein gewisses Verdienst uin die Kenntnis; der-
selben zuerkannt, aber auch bedeutende Irre-
führungen der historischen Forschung nachgewiesen
werden. Eingehende Erwähnung sindet noch
der verstorbene Dvmbanmeister F. v. Schmidt
in Wien, einer der letzten Angehörigen der alten
deutschen Banhütte, der nach fünfjähriger Stein-
metzarbeit 1848 in der Kölner Hütte ordnungs-
mäßig zum Meister befördert wurde und sein
Zeichen bekam. Jni zweiten Theil der Studie
werden sodann die in Heilbronn au der Kilians-,
Nikolai- und katholischen Kirche, sowie am Land-
gerichtsgebände gefundenen, von Architekt Hamann
ansgenommenen Zeichen besprochen und mit
Vorsicht kunsthistorisch ansgewerthet. Ich nehme
hier gerne die Belehrung an, durch welche eine
in meinent Bnch: Württembergs kirchliche Knnst-
alterthümer S. 157 ausgesprochene Bermuthung
als grundlos erwiesen wird, daß nämlich zwischen
den Thürmen nnd den Seitenschiffen der Kilians-
kirche mindestens die Zeit eiites halben Jahr-
hunderts liege.

So dankbar wir diese weiteren Beiträge die
Resultate mühsamen Weiterforschens entgegen-
nehmen, so rufen dieselben doch den Wunsch
wach nach einem zusammenfassenden Werk über
die Steinmetzzeichen, das zu schreiben niemand
so berufen ist, wie der Verfasser. Denn nieinand
beherrscht ivie er dieses schwierige Gebiet, das
ohne Zweifel der Kunstforschung noch manchen
Aufschluß wird geben können aber auch, wenn
tücht sehr sorgsam behandelt, zu manchem Fehl-
schluß verleitet. Noch ist viel zu thun, was
Eitles Mannes Können übersteigt. Mögen jüngere
Kräfte ihnr an die Haird gehen und ihnr den
Ausbau des schöneit Werkes ermöglichett!

Der Abdruck der Studie über die moderne
Malerei mußte zu Gunsten der Burgseldener
Wandgemälde ans später verschobeit werden.

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