Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 11.1893

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Darunter

Helffenstain

. vel Veringen1)

etrugen ^^^hberg ganzvel Wirtemberg
K-cl-d-.z ,El r-»-,-»

vel blellenburg.

3. Anno 1540 den 27. Junii obiit Wolf
von Rechberg zu Hohen Rechberg2)
Sundthaim

enningen ^^cbberg vel Krailshaim
Rechberg Riedthaim.

Er fand in der Kapelle noch an Steinen:

1. (ist imperfect) Anno 1499 obiit nobilis
et strenuus miles Ulrich8) de Rechperg in
Hohen Rechberg.

Rechberg Rechberu Rosenber§

Handschuchsheim ö Venningen.

2. einen anfgerichteten Stein bei der hintern
THÜr: Anno Domini 14Z0 obiit Oebhardus4)
de Rechberg de Hohen Rechberg.

Rechberg ganz, darunder der Rahn, wie
Werdenberg.

3) an einem Stein des Fußbodens:

Anno Domini 1494 obiit Hugo 5) de Rech-
berg de Hohen Rechberg, cujus anima re-
quiescat in pace.

Rechberg der Schilt allain.

Da heute zu Tage die eine (hölzerne) Ka-
pelle gar nicht mehr existirtch) die andere als
Pfarrtoohnung dient/) so sucht man vergebens
nach den Tafeln und Steinen, deren Gabelkover
erwähnt. Auch das Kapellchen (cappelin) im
Schloß Hvhen-Rechberg/) dessen Gabelkover ge-
denkt, existirt nicht mehr. Er fand dort noch:

') Ist das Richtige, da Ulrichs I. väterliche
Großntutter Gräfin Sophie von Veringen war.

2) Sohn Ulrichs II.

s) Der Zweite.

4) Der Zweite, Sohn des 1426 st Albrecht I.
und der Gräfin Adelheid von Werdenberg.

6) Der Zweite, Sohn des 1468 f Hugo I.
und der Gräfin Agnes von Thierstein.

6) Zwar zündete der Blitz, der 21. Juli 1623
in die alte Wallfahrtskirche schlug, nicht. Doch
schon 1686 wurde dieselbe niedergerissen und an
ihrem Platz 1686—1688 eine neue, steinerne
Kirche, zu welcher am 24. April 1686 der Grund-
stein gelegt wurde, gebaut, 1699 ein besonderer
Beneficiat angestellt. 1767 wurde die Kapelle
von der Pfarrei von Unterwaldstetten getrennt
und am 18. Juni 1767 zu einer eigenen Pfarrei
erhoben. 1775 schlug der Blitz in die neue
Kirche, brannte den Thurm ganz aus und zer-
schmolz alle Glocken. Mit Mühe rettete man
die Kirche selbst.

7) 1699 wurde die steinerne Kapelle in die
Pfarrwohnnng umgebant, der Thurm aber ab-
getragen. Hiebei mögen die Tafeln und Steine,
soweit sie nicht schon früher zerstört worden sind
(in Kriegszeiten), ihren Untergang gefunden
haben. Doch kam, wie es scheint, ein Theil der
Grabdenkmäler nach Donzdorf.

8) Da seit 1676 kein Familienglied mehr im
Schloß Hohenrechberg, welches am 6. Jan. 1865
durch eineu Blitzschlag ausbrannte, wohnte, kam
die Kapelle allmählich außer Gebrauch. Doch

Herr Ulrich4) de Rechberg, Ritter, Herr
Ulrichs seligen Sohn, darunder die Wapen:
Handschuchshaim, Rosenberg, Helffenstain,
Rechberg und ex opposito in alio latere;
Anna de Rechberg, nata Venningen.

darunder

Ain roter / Handschuchs- / Ven- / Ain blauer
Lewenschilt. haim. ningen. Lewenschilt.

Dem fleißigen Forscher Gabelkover dankt man
noch die Schilderung mehrerer anderer Kirchen
und Kapellen, welche das fromme Geschlecht der
Herren von Rechberg reichlich dotirt hatte. Hier
ist in erster Linie zu nennen die Kapelle (St.
Marlinskirche) in Ramsberg. Hier fand
Gabelkover noch eine Reihe von Gemälden:

an der Wand nach ainander gemalt:

1. Hug2) (von Rechberg) inn aim Küris
und grauen Har, darunder Rechberg, hernach

2. Herr Albrecht3) (von Rechberg) Ritter
auch in aim Küris und grauen Har, darunder
Rechberg,

3. Fraw Elisabeth (von Rechberg), darunder
Appermund 4) (Aspermont),

4. Philip von Rechberg,6) hinder im sind
volgende baid’, tamquam pueri,

a) Friz,6) darunder Schinen, ex sorore
nepos,

b) Wolf Dietterich,7) darunder Neipperg,
ex sorore nepos,

5. Fraw Barbara,8) darunder Rechberg, uxor,

6. Jungfraw Magdalen, darunder Bappen-
haim (Pappenheim), ex sorore neptis, Wil-
helm! ä Bappenhaim9) filia,

7) Magdalen vel Margreth — ist klain —,
darunder ain roter Hirsch biss uff die Brust,
item auch uff dem Helm (ist Altmanshoven)
Barbarae, uxoris Philipp!, ex sorore neptis,10)

8. Elisabeth, — auch klain und auch ain
Krenzlin uff, darunder ain lerer weisser Schilt.

Der Untergang dieser Gemälde ist aufs leb-
hafteste zu bedauern, da deren Entstehung wohl
in die ersten Jahrzehnte des 16. Jahrhunderts
fällt, ivo noch an tüchtigen Künstlern in Schwaben

wurde erst etliche 20 Jahre vor 1806 durch die
Oeffnung des Reliquiengrabes der Altar zerstört
in Abwesenheit der Herrschaft, worauf dann die
Hauskapelle gänzlich außer Gebrauch kam.

*) Der Zweite.

2) Der Erste, f (vor 19. April) 1468.

3) Sohu Hugo's (f Himmelfahrtstag 1502).

4) Albrechts erste Gattin.

6) Albrechts Sohn, st bald nach 1529.

6) Ein Sohn der Agnes von Rech b erg und
eines von Schönau.

7) Eiu Sohu Dietrichs von Neipperg und
der Barbara Margarethe von Rechberg (st 1536).

8) Philipps Gattin, Tochter Georgs von
Rechberg zu Cronburg (st 1506) und der Bar-
bara von Landau (st in vigilia Petri et Pauli
1499).

9) Und der Magdalena von Rechberg.

10) Eine an einen Herrn von Altmanns-
hofen vermählte Schwester Barbara's ist sonst
unbekannt. Sie hatte zwei bekannte Schwestern
Ursula und Sybilla, Gattin Wolf Dietrichs von
Knöringen.
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