Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 11.1893

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1) Die Verkündigung Mariä; Relief mit Ein-
fassung; 33 cm hoch, 36,7 cm breit; ans der
Zeit um 1460—1470 (Abtheilung für figürliche
Plastik Nr. 215).

2) Ritter mit aufgeschlagener Mütze und einer
Lanze in der Rechten; Standbild; 12,7 cm hoch
(Nr. 183).

3) Ein hl. Ritter, niit einer Binde bekränzt,
mit Mantel, Lanze (neu) und Schild; Stand-
bild mit abgeplattetem und gehöhltem Rücken;
111,5 cm hoch (Nr. 174).

4) Maria Aegyptiaca; Standbild nüt Spuren
von Bemalung; 99 cm hoch (Nr. 186).

5) St. Georg zu Pferde; Relief, bemalt und
vergoldet; 119 cm Hoch, 92 cm breit; aus dem
einst so kunstreichen Wimpfen a. N. und der
Zeit von 1470—1480; „nicht ganz von der Fein-
heit der sonstigen schwäbischen Arbeiten" (Nr. 193).

6) Die Hinrichtung der hl. Katharina; 109 cm
hoch, 86,7 cm breit; ebendaher (Nr. 194).

7) St. Anna selbdritt mit den Kindern Christus
und Maria ans den Knieen; 76 cm hoch; Gruppe
ans der Zeit von 1480—1500; „zu fein, um sie
für fränkisch zu halten und deßhalb hieher ver-
wiesen" (Nr. 166).

8) Anbetung des Jesuskindes durch einen der
hl. drei Könige; 57 cm hoch, 54,2 cm breit —
eine auf Tafel IX des Katalogs gut abgebildete,
von Bode, Gesch. der d. Plastik, S. 166 dem
Meister des Kreglinger Altares zugeschriebene
Gruppe (Nr. 217).

9) Alter Mann mit langem, schwarzem Barte,
an einem Stabe nach rechts schreitend; 57,5 cm
hoch; bemaltes Relief ohne Hintergrund aus der
Zeit um 1500 (Nr. 260).

10) Salomo, vor tvelchen die Königin von
Saba geführt wird ; 48,8 cm hoch, 67,7 cm breit;
ans der Zeit um 1500—1520 (Nr. 239).

11) Die Verbrennung von Märtyrern; Relief;
30 cm hoch, 50 cm breit; ans der Zeit um
1500—1520 (Nr. 238).

12) Altarschrein mit plastischer Mittcldarstel-
lnng: Maria trägt das einen Apfel haltende Kind
auf den Händen, umgeben von der hl. Katharina
und einem hl. Biichof. Die Flügel sind bemalt:
außen mit der Darstellung der Verkündigung
Mariä, innen mit den Heiligen Helena und
Eutropia, Konstantin und einem Diakon (Ste-
phanus?); 163 cm hoch, 147 cm breit; aus der
Zeit um 1500 (Nr. 7 der Kunstgallerie).

13) Kleiner Altarschrein mit der ans der
Mondsichel stehenden Maria, auf deren linker
Hand das Kind mit einem geöffneten Buche sitzt;
in der rechten hält sie ein Scepter. lieber ihr
erscheint eine Krone, die von zwei Engeln ge-
halten wurde, von deren Gestalten nur noch zwei
Hände erhalten sind; zur Seite des Hauptes der
Maria ist je ein geflügeltes Engelsköpfchen an-
gebracht; auf den Flügeln und seitlichen Ansätzen
des Schreines gemalte Heiligengestalten; oben
zwischen gothischem Laubwerk die betende Jung-
frau; 160 cm hoch, 104 cm breit (Nr. 4).

14) Altärchen mit der Auferstehung Christi
in runder Figur in der Mitte; ans der Innen-
seite der Flügel Christus mit zwei Jüngern ge-
malt , alle drei in Pilgertracht (Gang nach

Emaus?) und die Darstellung, wie Christus der
Magdalena erscheint. Außen die Trennung der
Apostel in gemeinsamer Darstellung auf beiden
Flügeln. Auf der Predella ist der auferstandene
Christus und der ungläubige Thomas gemalt;
103 cm hoch, 78 cm breit (Nr. 6).

15) Altarschrein mit Holzschnitzereien: Inder
Mitte thronend die hl. Anna und Maria mit
dem auf einem Kissen sitzenden Kinde, das nach
einer ihm durch Maria dargereichten Weintraube
greift; oben die hl. Elisabeth, sowie die Heiligen:
Georg und Florian; auf den Seitenflügeln
St. Udalricus und St. Blasius gemalt; Predella
mit Christus, Maria und vier weiblichen Heiligen;
390 cm hoch, 170 cm breit. Aus Augsburg
stammender Altar aus der Zeit um 1500—1520,
wo derselbe in der Elisabethkapelle des Kais-
heimer Hofes (nachmals v. Cotta'schen Hauses)

! stand, bis ihn der bekannte Kunstsammler Gedeon
erwarb; Rückseite bemalt. „Er ist jedoch zu-
sammengesetzt, und nicht sicher, daß die Figuren
ihre jetzigen Plätze halten" (dir. 706).

Als die hervorragendsten Werke der schwäbi-
schen Schule im Museum überhaupt bezeichnet
der Katalog folgende vier Stücke:

16) Der hl. Zvsimus und die hl. Barbara —
auf Tafel X des Katalogs der Originalskulpturen,
sowie in den „Mittheilungen aus dem germani-
schen Nativnalmnseum" II, S. 216 in einem
Holzschiritte des X. A. v. Trambauer abge-
bildetes, bemaltes und vergoldetes, 1,76 m hohes
Flachbild ohne Hintergrund aus der Zeit um
1510—1513, welches früher unzweifelhaft die
Auflage auf einen Altarflügel bildete (Nr. 244).

(Schluß folgt.)

Annoncen.

Xeuer Verlag von Breitkopf& Härtel in Leipzig.

für Besucher von Kirchen u. Gemälde-Gallerien
von Therese Hopfner.

Allen deutschen Romfahrern gewidmet.
VI. ca. 200 S. 13 Bogen, kl. 8°.

Geh. M. 4.—. Eleg. geh. Mk. 5.—.

Das vorliegende Büchlein soll einem langgehegten
und oft ausgesprochenen Wunsche vieler Reisenden, na-
mentlich solcher, die Italien besuchen, entgegenkommen,
indem es in aller Kürze Aufschluss über die bekanntesten
Heiligen der abendländischen Kirche giebt, welche Gegen-
stand der Darstellung für die christliche Kunst geworden
sind. Ohne eine Kenntniss der betreffenden Geschichte
oder Legende bleiben viele solcher Darstellungen, denen
man in Kirchen und Gallerien begegnet, völlig unver-
ständlich.

Sehr wichtig sind die den Heiligen beigegeben Attri-
bute, an denen sie, besonders bei Einzeldarstellungen, oft
allein erkenntlich sind. Diese Attribute und Symbole sind
desshalb, so weit sie bekannt, bei jedem Einzelnen er-
wähnt, dann mit Erklärung ihrer Bedeutung in einem
alphabetischen Verzeichnis zusammengestellt worden, um
im einzelnen Falle die Auffindung des betreffenden Hei-
ligen zu erleichtern. Auch bei den Legenden ist die
alphabetische Ordnung vorgezogen worden.

Mit einer Runstbeilage:
Entwurf zu einem Grabkrenz.

Stuttgart, Buchdruckeret der Akt.-Ges. „Deutsches Volksblatt".
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