Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 12.1894

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Stoff znsammenzubringen; der Anhang (Quellen)
eröffnet einen Blick in diese Arbeit. Was aber
die Ausführung anbelangt, so ist es dein Ver-
fasser gelungen, ivirkliche Lebensbilder zu ent-
werfen, die, mit dem Hintergrund der Zeit- und
Kunstgeschichte solid verbunden, sich von dem-
selben in ihren Einzelziigen lebendig abheben.
Am besten gelungen sind deßhalb ivohl jene Be-
schreibungen, bei welchen außer den schriftlicheil
Aiihaltspnnkten atich ilvch die mündliche Tradi-
tivil herbeigezogen werden konnte (Dannecker,
Wächter) und zumal jene, welche noch theilweise
in die eigene persönliche Erinnerungssphäre des
Verfassers hereinrageil (Gegenbanr, Neher rc.).
Eine erivünschte Zugabe ist, daß, bei ungefähr
der Hälfte der geschilderteil Persönlichkeiten, auch
die Pvrtraits derselben beigegeben ivnrden.

Di-. Prob st.

Die frühchristlichen A l t e r t h ü in e r
aus d e in Gräberfelds von A ch m i >n-
P a n o p o l i s (nebst analogen und une-
dirten Funden auö Köln rc.) von R.
Forrer. Mit 18 Tafeln, 250 Abbil-
dungen in Photvtypie und Chromolitho-
graphie, nebst Clichoabbildungen im Text.
Straßburg 1893 (Selbstverlag des Ver-
fassers.) 29 S. Text. Hochquart. Preis
35 M.

Achminl ist die Nekropole des alten Pano-
polis in Oberägypten, oberhalb Siut am Nil
gelegeil. Sie war in Benützung schon in den
ersten drei christlichen Jahrhunderten, dailn haupt-
sächlich im vierten bis siebten christlicheil Jahr-
hundert. Die christlichen Gräber zeigen, daß
sich die ägyptischen Christen dem alten Bestat-
tungsmodus des Nillandes anschlossen, die Leich-
name ebenfalls als Mnniicn im Boden bargeil
und ihnen auch allerlei Schmuck und Geräthe
initgabeil. Der Sandboden Aegyptens hat auch
diese ihiil anvertrauten Schätze vollständig con-
servirt, und der Verfasser des obigen reich aus-
gestatteten Werkes führt dieselben, soiveit sie bis
jetzt ails Tageslicht gekommen, der archäologi-
schen Wissenschaft als weiteres, reiches und kost-
bares Material zu. Er hat in eigener Publi-
kation die Gewandüberreste ans diesem Gräber-
feld zu iveiterer Kenntnis; gebracht in dem Werk:
Die römischen und b y z a n t i n i j d) e 7t © e i-
dentextilien aus dem Gräberfeld A ch -
ni im -P a n op o li s. Int obigen Werk nun
zeigt er in sehr genauen, nicht idealisirten Re-
produktionen und unter Vvransschicknng eines
gllt orieiltirenden Textes eine reiche Fülle voll
allerlei Geräthen, aber auch iveiteren Gewand-
stoffen vor, welche archäologisch höchst interessant
silld. So namentlich Oelfläschchen, gefüllt ans
den Lampeil an den Martyrergräbern, sogenann-
ten Meeresfläschchen, dann Thonlampen mit christ-
lichen Insignien, Brvncelampen, Räuchergefäße,
Stenipel für die encharistischeil Brode, liturgische
Löffel und Kaiinen, Stili mit christlichen Em-
blemen, Brnstkrenze, Fibeln, Agraffen, Finger-
ringe, Goldgläser, endlich Textilien ans römi-
scher und byzantinischer Zeit mit fignralem und

ornamentalem Bildwerk, besonders auch mit
reicher Thiersymbolik.

Wie der „Dresdner Anzeiger" nieldet, hat
die Literarische Anstalt Rütten u. Lve-
il in g in Frankfllrt a. M. dem Herrn Dr.
H. W. Singer, wissenschaftl. Hilfsarbeiter am
königlichen Kupferstichkabinet in Dresden, die
Herausgabe ihres Allgemeinen Künstlerlexikons
übertragen. Das Lexikon ist die dritte völlig
umgearbeitete Auflage des Senbert-
Müller'schen Künstlerlexikons. Den ersten Theil
hat der jüngst verstorbene Dr. H. A. Müller
in Bremen vorbereitet nnb in der Handschrift
abgeliefert. Der Druck ist bereits begonnen und
der erste Halbbaild erscheint im Oktober d. I.
Fortsetzung nnb Schluß des ans drei Bünde be-
rechneteil Werkes lverden dann in kurz aufein-
ander folgenden Zwischenrünmen biilnen l3/4
Jahren auf den Markt kommen.

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Stuttgart.

Stuttgart, Buchdruckerei der Akt.-Ges. „Deutsches VolksblatbT
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