Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 15.1897

Seite: 28
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IV. Zum netten gewölb, dachstuhl und völlig
tachwerckh.

was Holk von liütfieu und für den Abbruch
an der alten Kirch. Die Kirche 207' lang, 62'
breit, das Crentz 92'. Dazu ivird erfordert:
72 stämme groß Eichenholk, 1 x/2 kläftrig. claffterig
und halbclaffterig zu manerlatten und henckh-
sänlen. 236 Stänim großholtz 1 1h claffterig und
claffterig zu balcken, tachpfetten, tachschwellen, brnst-
riegel, dnrchzüge, liegenden) Pfosten n gesimbsern;

130 Stämin zn 3 Kehlgebälckhen, 3U cläfftrig;

280 Stamm halbclaffterig zu Sparren und
tachbügen (— Bögen);

23 Stamm zu sprengbügen in die henckwerckhcr;

200 Stamm groß und Krnmbholtz zum ge-
wölb, zn gurth nnd Crentzbögen.

Sa. 941 Stämm sambt dem grünholtz.

1. dem Zimmermann für den tachstnhl 650
thlr.; 2. von der alten Kirche abznbrechen 50
thlr.; 3. von dem gewölb 500 thlr.; 4. 36 tach-
fenster 36 thlr.

Sa.: 1236 t h lr., 6 matter Korn, 6 Ehme(r) wein.
Accordant: Mr. Joseph greif; lin g, burger
nnd Stadlzimmerman in würtzbnrg.

V. Eisentterkh.

40 Ctr. zn Henckh-Eisen; 50 Ctr. zn großen
nnd Kleinen schlauttern. 32 Ctr. zn Hänckh-
nägel; 12 Ctr. zu Stein- und Holkklammer.
Zsm.: 934 Thlr.

Dem Zimmeimann ist bey seinen iederwei-
lige(n) hinanfreite(n) daß futter frey für sein
Pferd versprochen tvvrden.

VI. tachwerckh mitt ürettziegel.

Erstlich ivird erfordert 9 900 brettziegel — 495
thlr. 40,000 brettnägel — 40 thlr. 1000 gebackene
Stein zrr den tachfenstern — 5 thlr. für den tach-
deckher für dachdecken: 103 thlr., Kalch — 4 thlr.

Sa.: 674 thlr., so (—wenn! von brettziegel;
ausgenommen die latten, iveil sie solche selber haben.

Wenn aber von Schieferstein: 20 000 Ctr.
schieferstein 666 thlr. 12 b., 40 000 britternägel
40 thlr., 140 000 schiefernägel 144 thlr. 8 b.
20 000 Halbnägel 20 thlr., 3000 lestnägel 30 thlr.
55 thlr. für bley; für Arbeit zu deckhen: 360 thlr.

Sa.: 13 1 5 t h l r. ohne fnhrlohn nnd ohne dritter.

Dem Schieferdecker von jeder rnthe IV, thlr.

Das letztere wurde von den Chorherrn Kom-
bnrgs nnd die Kirche mit Schiefer gedeckt.

Nach diesem Ueberschlag wurde die heute
stehende große Halten-Kirche von imposanten
Verhältnissen und großartiger Wirkung ans dem
Bergkegel hergestellt, welche das .4.irtsx>eiiclium,
den berühmten Kronleuchter, zwei romanische
Altarlenchterchen als seltene Sehenswürdigkeiten
neben dem Eltershofer-, Berlichingen- nnd Neu-
stetter-Denkmal in sich birgt.

Literatur.

A11 gemeine K it n st g eschicht e. Die
Werke der bildenden Künste voin Stand-
punkt der Geschichte, Technik, Aesthetik.
Von Or. B. A l b e r t K u h n, 0.8. B., Pro-
fessor der Aesthetik nnd klassischen Literatur.
Einsiedeln, Waldshut und Köln, Benziger
1894—1896. 6.—8. Lieferung ä 2 M.

Diese wahrhaft monumentale allgemeine Kunst-
geschichte, welche an Noblesse der Ausstattung
nnd Neichthnm der Illustrationen alle in letzter
Zeit erschienenen oder eben erscheinenden iveit
übertrifft, schreitet etwas langsam zwar, aber
stetig iveiter. Wir haben über sie „Archiv" 1892
S. 557 nnd 1894 S. 56 berichtet. Die in-
zwischen erschienenen drei weiteren Lieferungen
stehen ganz ans der Höhe der früheren. Sie
befassen sich mit den Denkmälern des dorischen,
jonischen, korinthischen Stils nnd widmen hier
selbstverständlich der Akropolis die eingehendste
Betrachtung, sodann mit der Baukunst der
Etrusker (viel neues Jllustrationsmaterial) nnd
mit der der Nönier; hier zunächst eine vortreff-
liche Charakteristik und ästhetische Würdigung
derselben, dann eine chronologische Uebersicht
der Perioden und Bauten und hierauf eine Vor-
führung der einzelnen Denkmäler (Fora, Tempel,
Theater, Cirkns, Thermen, Ehrenpforten, Wohn-
häuser nnd Paläste, Grabdenkmäler nnd Nntz-
bauten). Der Plastik der Etrusker nnd der
Griechen ist ein Theil der 6. nnd 7. nnd die
ganze 8. Lieferung eingeränmt; mit der Be-
sprechnng der Sarkophage von Sidon ist eben
noch begonnen. Der Text zeugt hier wie in der
ersten Lieferung von voller Sachkenntnis;, Be-
herrschung des Stoffes nnd Kenntnis; der Lite-
ratur und hat edlen und klaren Stil. Dnrch-
woben ist er mit einer verschwenderischen Fülle
meist ausgezeichneter Abbildungen; dazu litho-
graphische Einschalttafeln nnd einige chromolitho-
graphische Bilder von exquisiter Feinheit. In die
Freude über das herrliche Werk mischt sich nur einige
Besorgnis; wegen des etwas langsamen Fortganges
desselben; möge das Jahr 1897 uns nicht bloß
eine, sondern mehrere Lieferungen bringen. —

Berichtigung. „Archiv", Jahrgang 1896
S. 111, Spalte 2, Zeile 3 von unten lies: 1886:
S. 113, Spalte 1, Zeile 2 von unten: 1709.

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