Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 15.1897

Seite: 44
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ner 1718". Die Autheniik wurde den 5. August
1719 von Jvh. Baptist Kastoreus, dem Nnntiatur-
kanzler, im Auftrag des erlauchtesten und hoch-
ivürdigsten Abtes Johann Andreas Tria, Nitn-
tiatnranditors, als beide in Kommission zu
Schnsscnried waren, in Gegenwart des P. Siard
Ir ick und des P. Makarius Straus; eröffnet.
Bei dieser Gelegenheit wurde die Erklärung ab-
gegeben, daß der Leib des hl. Valentin ans-
gesetzt werden könne, um von den Gläubigen
verehrt zu iverden. In seiner Freude über die
bedeutsame Bereicherung des Schussenrieder Re-
liqnienschatzes hatte Abt Jnnocenz schon in einem
eigenhändigen Schreiben vom 7. März 1718
an Hesle und Stadler die glückliche Ankunft des
hl. Leibes gemeldet, lieber diese Gute und Ge-
wogenheit des Prälaten, welcher sie eines eigen-
händigen Briefes geivürdigt hatte, waren die beiden
Adressaten hochentzückt. Dieselben hatten auch
in dem Schreiben vom 18. Januar 1718 dem
Prälaten ihre Vermittlung angeboren, falls der-
selbe den künftigen Valentinsaltar für immer
privilegiert, vollkommene Ablässe, oder eine
Bruderschaft mit Einverleibung in eine römische
Konfraternität wünsche. Zur Erlangung der-
artiger Vergünstigungen scheint eine Korrespon-
denz eröffnet worden zu sein; denn unter dem
17. September 1718 schrieb Jos. Stadler aus
Rom, zur Getvinnung solcher Privilegien seien
die Frage» zu beantworten: Ist die Klosterkirche
zugleich auch eine Pfarrkirche? Zn wessen Ehren
ist sie geweiht? In welcher Diözese ist sie ge-
legen? u. s. lv. Nachdem die gewünschte Aus-
kunft nach Rom abgegangen war, äußerte sich
Stadler in einein Briefe vom 25. November
1718, er habe sich alle Mühe gegeben, die oben
angedeuteten Gnaden auszuwirken, dies sei je-
doch nicht in alltveg möglich gewesen. Weil
nämlich der Schussenrieder hl. Valentin weder
dem römischen noch dem deutschen Marthro-
logiuin einverleibt, noch in ein Kalendarium ge-
setzt sei, konnte ein vollkommener Ablaß nicht für
einig, sondern bloß ans 7 Jahre erlangt werden.
Später suchte man jedoch nicht um Verlängerimg
dieses Ablasses nach, tveil Benedikt XIII. den: Nor«
bertinervrden für die Tage seiner Ordensheiligen
vollkommene Ablässe verwilligt hatte, in den
Monat Februar aber die Feste von z lv e i Or-
densheiligen sielen. Bei zu raschem Aufeinan-
derfolgen von Gelegenheiten zum Geivinnen
vollkommener Ablässe hätte aber die Werthschätzung
derselben leicht abnehmen können.

(Schluß folgt.)

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Die Unterzeichnete sucht:

ReMtycloMie der christl. Alterthümer,

herausgegeben von Dr. F. Kraus. I. Band
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STOLICAE VATICANAE

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DIGESSIT ET RECENSUIT
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Lex.-8°. (XII u. 592 S.) M. 25 ; geh. in
Halbsaffian M. 30.

So bedeutsam auch die Ausbeute aus den
liturgischen Manuscripten der Vaticana bis-
her gewesen ist, so fehlte es doch an einem
zusammenfassenden Werke, in welchem die
ganze Fülle dieser für die Geschichte der
Liturgie und überhaupt für die theologische
Wissenschaft so wichtigen Quellen nach Zahl
und Wert gewissermassen mit einem Blick
überschaut werden konnte. Diese Aufgabe
will das Werk von Ehrensberger lösen.
Dasselbe darf auf dem Gebiete der Liturgik
seinen Platz unter den hervorragendsten
Quellenwerken aller Zeiten beanspruchen.
Dem monumentalen Charakter des Inhalts
trägt auch die Ausstattung die gebührende
Rechnung.

Altarleuchter,

feinpolierte in Messing und Rothguß von 22 cm
Höhe an — OsteVftC1*sttUllL'llfl)tel* bis zu
1,20 m Höhe im Preise von 8—140 M., nach
Zeichn. des selig. Herrn Prül. Schwarz, verfertigt

Milli. Sedlmaur,

Gelb- und Glockengieße> ei,

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Preislisten, Entivürfe, Empfehlungen stehen
juv Verfügung.

Stuttgart, Buchdruckerel der Akt.-Ges „Deutsches Volksblatt".
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