Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 16.1898

Seite: 24
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eher eine geeignete Fassung noch einen höheren
Wert verleihen mag.

Weiter gebührt dem Altarkrenz eine ange-
messene Größe itnb Stellung. Wenn dasselbe,
luie wir gesehen haben, in Priester unb Volk die
Erinnerung an das blutige Kreuzesopser erwecken
soll, so muß es auch von solcher Größe und an
solcher Stelle angebracht sein, daß es sowohl
v v in Prie st er a l s a n ch v o nt Volke g e >
sehen luerbeit kann. Jener so „praktische" Sinn
also, der es erfnnben hat, ein kleiites Kreuzlein
an der Canontafel ober dem Tabernakelthiirchen
ztt befestigen, hat wohl ans die Kirchenkasse
Rücksicht genommen, nicht aber auf die kirchliche
Vorschrift. Selbst wenn das Altarkrenz, wie
oft geschieht, in die Expositionsnische gestellt wird,
ist nicht immer diese Vorschrift genügend erfüllt,
weil manchmal auch in diesem Falle das Krettz
naturgemäß nicht so groß fein kann, daß es von
allem Volke gesehett werden könnte. Darum findet
man manchmal bei Tabernakel-Entwürfen das
Kreuz ober der Expositionsnische angebracht, ein
Platz, der dann nicht als unpassend bezeichnet
werden kann. An Altären ohne Tabernakel macht
die Anbringung des Kreuzes keine Schwierigkeit;
dort kann man die Rubrik: „über dem Altäre
werde ein Kreuz in der Bütte ausgestellt" buch-
stäblich erfüllen und man stelle nur ein großes
Kreuz ans, tvelches über die Leuchter emporragt,
und so als Hanpttheil des Altaraufsabes erscheint.
(Linzer „Christ!. Kunstblätter".)

Alittheilungen.

W. in K. Ob der neue Anbntt an bic
K i r ch e nicht mit Cement statt mit Back-
steinen hergestellt werden soll?

Die Maurer der Gegenwart hat eine förm-
liche Wnth ergriffen, bei seder Arbeit Cement
atiznivenden, seien es Profan-, seien es Kirchen-
battten. Wir lassen es uns bei Kirchen gefallen,
die Erdschichten mit Cement anszumanern und viel-
leicht auch noch den Sockel ans diesem Material
herzustellen, obgleich hier Backsteingemäner tnit
Weißkalk-Mörtel vermittelst gewaschenen Sandes
hergestellt vorzuziehen ist. Aber ganze Kirchen-
mauern tnit Cement herznstellen, davor muß
gewarnt werden! Der Cement ist vor allem
ungeeignet als Malgrund, da er in steter Be-
wegung ist; denn bei jebent Temperaturwechsel
macht er den gleichen Prozeß durch: er nimmt
Feuchtigkeit an und gibt sie ab unb frißt die
Farben nach unb nach durch; schließlich löst er
sie vollständig ans, so daß sie gleich einer tveichen
Butter zerfließen. Jit die Mitte von diesen
drei aus Cement aufgeführten Mauern käme dann
die nette Orgel zu stehen. Wird und muß dieser
Prozeß, der in der Cementmauer vor sich geht, |
sich nicht auch der Orgel mittheilen? Backsteine
in gutem Material mit natürlicheut Mörtelan-
tvttrf von geschtvemmtent körnigen Sand und
reitiem Weißkalk sind die besten Bedingungen für
die Dauerhaftigkeit der Wandmalereien, seien es .
dekorative oder figurale; sie geben auch die beste
Garantie gegen den Witterilngseinflnß auf die
neue Orgel. Der berühmte ehemalige Wiener !
Oberbaurath von Schmidt warnte aitch vor bent |

I Cement bei Steinversehuugen wegen seiner ihm
innetvohnenden ireibettden Kraft, wodurch die
Werkstücke ans einander gerissen, anstatt gebun-
den tverde».

Annoncen.

Herder'scheVerltrgöhanbluug, Freiburg i. B.

Soeben ist erschienen nnb durch alle Buch-
handlungen zit beziehen:

3. J., Die Priesterlichen
Gewänder des Abendlandes »ab ihrer
geschichtlichen Enttvicklung. Mit 30 in den
Text gedruckten Abbildungen, gr. 8". (VI
uub 180 S.) M. 2.50.

Ist aitch als II. Ergänztlugsheft der „Stim-
lueit ans Maria-Laach" erschienen.

m-

keijtn-

fCMdjttC

[eilt polirt, in
Messing und
Nothgnst von
1,05—1,20 m
Höhe im Preise
von 120 bis
140 M., nach
Zeichnung des
sei. Herrn Prä-
laten Schwarz,
verfertigt

Gelb- und
Glockengießerei,

Ellwangen.

Preislisten,
Entwürfe und
Empfehlungen
stehen zur Per-
fügnng.

bsiezu eine Kuustbeilaae:

Die neue katholische Kirche iti Urach.

Stuttgart, Buchdruckerei der Akt.-Gei. ..Deutsches Volksblatt".
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