Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 16.1898

Seite: 44
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Diözese empfehlen und möchten zudem den Wulisch
nussprechen, daß in jedem Kapitel der eine oder
andere jüngere Geistliche das Werk durchstudiere.
Praktische Kenntnis; der Gläser u. s. >v. kann man
sich leicht in jeder Kunstverglasungswerkstätte air-
eignen, eventuell steht auch der Unterzeichnete
mit seinem gesammelten Material zur Verfügung.
Es rvird nicht leicht einen Knnstzweig geben, dessen
praktische Kenntniß für den Geistlichen mehr im
Interesse der Schönheit und E r h a l t u n g der
Gotteshäuser gelegen ist, als die heute so viel
traktirte, aber noch vielfach so wenig verstandene
Glasmalerei und kirchliche Kunstverglasung.

Detzel.

Katechismus der Farbenlehre von Ernst Ber-
ger. Mit 40 in den Bert gedruckten Ab-
bildnngen und 8 Farbentafeln. Irr LAi-
ginaleinband 4 Mark 50 Pfennig. Verlag
von I. I. Weber in Leipzig.

Die Farbenlehre, welche zu den Hilfswissen-
schaften des Kunstunterrichts gehört, erklärt dem
angehenden Künstler Erscheinungen aus dem
Reiche der Farben, die sich in der Natur abspielen;
sie hat aber auch die Aufgabe, die Ursachen zu
ergründen, die das Wohlgefallen oder Mißfallen
in Bezug aus Farbenzusammenstellung Hervor-
rufen. Wenn das Studium derselben allein auch
nicht bezweckt, daß Künstler durch dasselbe heran-
gebildet werden, so wird dasselbe doch immerhin
dazu beitragen, Fachleuten das bessere Erkennen
und die Bildung richtigerer 2lnsichten über das
Kolorit und die Harmonie zu erleichtern, llm
diesen Zweck zu erreichen, beschäftigt sich deßhalb
unser auch äußerlich trefflich ausgestattetes Büch-
lein mit der Theorie und Anwendung der Farben-
lehre.

Der erste, optisch-theoretische Theil, gibt nach
einer geschichtlichen Uebersicht der Farbentheorie
die Lehre über Licht und Farbe, über Helligkeit,
Fntensivität und Mischung der Farben, behandelt
Komplementär- und Kontrastfarbe, warme und
kalte Farben u. s. w. Der zweite, praktisch-ästhe-
tische Theil gibt die A n w e n d u n g der Farbenlehre
mit besonderer Berücksichtigung der Malerei und
des Kunstgewerbes und handelt deßhalb nach einer
allgemeinen Einleitung über Ursprung und Be-
deutung des Farbensinnes vor allem über die
Prinzipien der Farbendekoration iii der ornamen-
talen Kunst und in der eigentlichen Malerei und
zwar angefangen vom Alterthum bis aus unser
Jahrhundert. Weitere Abschnitte behandeln Licht-
und Farbenkomposition, die Polychromie in der
Architektur und Plastik, die Farben im Kunst-
gewerbe und in der Industrie, in: häuslichen
Leben u. s. w. Die acht Tafeln am Schlüsse
veranschaulichen die Wirkung des simultanen Kon-
trastes durch Auflegen von seinem weißem Papier
aus die mit Schwarz bedruckten farbigen Papiere.

Bilderbogen fiir Schule und Haus. Heraus-
gegeben von der Gesellschaft für verviel-
fältigende Kunst in Wien.

In etwa 500 Bogen soll in diesem Werke, zu
dessen Unternehmen die Gesellschaft für verviel-
fältigende Kunst in Wien und die k. k. öster-
reichische Unterrichtsverwaltung sich vereinigt

haben, der Heranwachsenden Jugend ein ivohl-
geordneter und vollständiger Schatz von Bildern
in die Hand gegeben werden, der als Anschau-
ungsmaterial die wichtigsten Disziplinen der
Schule, den Unterricht in der Religion, Geschichte,
Geographie und Naturkunde zu beleben und zu
vertiefen berufen ist. Eine ganze Schaar her-
vorragender Künstler hat sich für das schöne
Unternehmen zur Verfügung gestellt und wird
daher der künstlerische Werth dieser Bilderbogen
ohne Ziveifel Veranlassung sein, daß sie in vielen
Familien Eingang finden.

Das neue Unternehmen stellt sich auch in Bezug
aus den Preis aus eine volksthümliche Basis,
indem ein schwarz gedruckter Bogen bloß 10 Pfg.,
ein farbiger 20 Pfg. kostet. Die erste Serie mit
25 Bogen ist schon erschienen und enthält Scenen
aus der biblischen Geschichte, Legenden, Märchen
(Hänsel und Grethel, der Wolf und die 7 Zieglein),
Darstellungen aus der Kulturgeschichte von der
Zeit der Römer an bis zur Epoche Franz I.,
Bilder aus der Geographie, aus dem Bereiche
der Ethnographie, der technischen Erfindungen
u. s. tu. Die religiösen Bilder sind nicht alle
besonders glücklich durchgeführt; die Darstellung
der derb realistischen Gestalten von Kain und
' Abel passen weder für Schule noch für Haus,
und die „Marieulegende" in Nr. 0 hat einen
mehr protestantischen als katholischen Anstrich;
der von seiner Mutter Abschied nehmende Christus
hat ganz den Typus eines Basler Missionars,
wie er in manchen Ausstellungen der letzten Jahre
schon paradirte. „Die Muttergottes auf dem
Wege nach Golgatha" wird weder für Schule
noch für Haus populär werden, besonders nicht
die daknieende und verzweifelnde Magdalena. Es
wäre bei diesen religiösen Darstellungen ent-
schieden zu wünschen, daß sich die Künstler mehr
an die christliche Tradition hielten und solche „für
Schule und Haus" fremdartige Auffassungen ferne
hielten; sie machen das Werk nicht populärer.
Diese „Bilderbogen für Schule und Haus" er-
scheinen außerdem in einer Luxus-Ausgabe auf
Japanpapier, montirt auf Kupferdruckpapier im
Format von 48: 02 cm, mit eigenhändiger Namens-
fertigung der Künstler, Preis pro Serie von
25 Bogen in eleganter Mappe Nt. 100, einer
Liebhaber-Ausgabe auf feinem Velinpapier in
Mappe M. 10 und eine Volksausgabe mit Um-
schlag M. 3. Zu beziehen sind die „Bilderbogen
für Schule und Haus" in losen Bogen durch
jede Schreibwaarenhaudlung, die Serienausgaben
durch jede Buch- und Kunsthandlung. -h.

Annoncen.

Airarlcuchrer,

feinpolirte, in Messing und Rothguß, von 22 cm
Höhe an — O stCUUL'r^CIlleUCl)tCU bis zu
1,20 m Höhe im Preise von 8—140 M., nach
Zeichn. des selig. Herrn Prül. Schwarz, verfertigt

Dilti.

Gelb- und Glockengießerei,

El lw an gen.

Preislisten, Entwürfe, Empfehlungen stehen
zur Verfügung.

Stuttgart, Buchdruckerei der Akt.-Tes. „Deutsches Bolksblatt".
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