Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 16.1898

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für christliche Kunst.

Organ des Rottenburger Diözesan-Vereins für christliche Rimst.

lscransgeaeben und rcdigirt von Pfarrer Detzel in St. Lhrisrinn-Ravensbnro.

Verlag de^ Rottenlnirger Mözesan-KuiistvereiD,
fiir denselben: der Vorstand Pfarrer Vogel in St. Lstristina-Ravensbnrg.

Erscheint monatlich einmal. Halbjährlich für M. 2.05 durch die tvnrtteurbergischen (M. l.90
im Stuttgarter Bestellbezirk), M. 2.20 durch die bayerischen und die Reichspostailstakteii,
o fl. t.27 in Lesterreich, Frcs. 5,40 in der SchN'eiz zu beziehen. Bestellungen werden
O. auch angenounnen von allen Buchhandlungen sowie gegen Einsendung des Betrags direkt LOWO*
von der Expedition des „Deutschen Volksblatts" in Stuttgart, Urbansstratze 94, zum
Preise von M. 2.05 halbjährlich.

Dir' kirchlichen Dietaltarbeiteu.

Eine systematische Darstellung von
K o n r a d K ü m in e l.

(Fortsetzung.)

8. Das Plattn-a. .

Das Platin ist ähnlich wie das Gold,
sehr widerstandsfähig gegen äußere chentische
.Einflüsse; es ist zientlich tveich, etwa wie
das Kupfer, aber sehr schwer, sein spezi-
fisches Gewicht ist 21,4; es ist also
höher als selbst das des Goldes. Ebenso
ist es anr schwersten schmelzbar von allen
Metallen (ca. 2000 " C., auch darüber).
Für Schmuck unb kostbare Geräthe wird
das Platin deshalb nicht oder nur ganz
selten verwendet, weil es eine ziem-
lich unscheinbare weißgrane Farbe hat,
etwa denk Zink ähnlich. Es wird wegen
seiner Widerstandsfähigkeit gegeli das
Fetter und chemische Einflüsse 51t chemi-
schen und physikalischen Apparaten, auch
Uhrentheilen, verwendet. Speziell sei
daran erinnert, daß die Nortiralmeter-
stäbe der internationalen Konuttission für
die einzelneit Staaten der Welt ztl 00
Prozent ans Platina bestehen. (Es mnß-
ten dantals 225 Kilo Platina nitb 75
Kilo Iridium — ein Werth von 200 000
Francs geschmolzen nitb verarbeitet wer-
den, eine unerhörte Leistung der Schmelz-
utid Legirungskuttst.)

9. Das Silber,

welches theils gediegen, theils vererzt vor-
konlmt, zeichnet sich ans durch sein herr-
liches Schimmerweiß sowie durch sehr hohe
Widerstandsfähigkeit gegenüber chemischen
Einflüssen, in Folge dessen es Jahrhnn-
derte lang tlnverändert bleibt, dadurch
ist es zunt edlen Metall gestempelt. Das
Silber ist nicht so weich wie das Gold,
aber doch etwas weicher als Kupfer und

ist nach beut Gold das dehnbarste aller
Bietalle. Es läßt sich zu den allerdünnsten
Blättchen verarbeiten, welche sogar (blaues)
Licht dnrchlassen nnb zu Drähten, welche
so dünn sind, daß sie mit bloßem Auge
kaum mehr tvahrgenoinmen werdet: kon-
nen (Silberfäden, Silberfransen, Filigran
u. s. w.). So läßt sich z. B. ein Grattun
Silber (ganz rein) ztt einem Draht von
2200 Metern dehnen, und das feinste
Blattsilber ist so dünn, daß nicht weniger
als 4500 solche Blättchen aufeinander ge-
legt nöthig sind ztt einett: Millitneter Höhe!
Das spezifische Gewicht ist ca. 10,5, die
Schmelztett:peratnr ist bei fast 1000 " c.
(genau 995). Der Preis ist in der
Gegenwart erheblich gesunken, bis ztt 74 M.
per Kilo das Preisverhältnis, steigt aber
seit letzterer Zeit wieder allmählig. Da
das Silber ztt weich ist, ttttt für sich
allein in reinem Zustattde verwendet zti
werdett, so tvird es gewöhnlich durch
Beimischung eittes anderen Metalles
(Kupfer, und bei Güssett Zitik) gehärtet,
wodurch zugleich der Preis etwas er-
niedrigt tvird. Natürlich darf das Här-
tnttgsmetall mir einen niederen Prozent-
satz haben.

Wozu das Silber vertvendet werden
fatttt itt der Kirche, braucht nicht erst
ansgeführt ztt werdett. Es wäre nur ztt
wünschen, daß jedes Gotteshatts seine znnt
heiliget: Dienste unnüttelbar nöthiget: Ge-
räthe, Kelche, Patenen, Ciborinm, Mon-
stranz, sodann Kreuzpartikel und aitbeve
Neliquiarien, Meßkünnchet:, Danfgefäß,
endlich auch ein Festrauchfaß und das
Kruzifix int Tabernakel aus Silber be-
säße. Das Billigere ist auch hier oft
das Th eurem und umgekehrt. Zum
mindesten sollte es dahin gebracht
werden, daß die Kelchcuppa, Patene,
Cnppa des Ciborinms nnb die Lttnnla
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