Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 17.1899

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- sonst muffe er selbst das Hvchzeitsge- !
läge verlassen, als er rang, ihn zurückzu- i
halten, mit den: Dolche. —

So sind denn seine beiden Frauen, eine
von Hahn die erste, Marie von Quitzow
die zweite, seine Söhne und Töchter in
inbrlinstigem Gebet dargestellt zum Heiland,
der über bem offenen Grabe mit der Sieges-
fahne schwebt. -

Der Mörder floh nach der That und
durste erst im Jahre 1588 nach der Hei-
math zuriickkehren, ließ sich aber nicht in
Salzwedel, sondern in der Neustadt Bran-
denburg nieder.

Erst am 2. August 1592 kam durch
Vermittlung des Churslirsten Joh. Georg
seine Aussöhnung mit der Familie des
Erstochenen 31t Stande, der er 1500 Thaler
Buße zahlen mußte. 1601 starb er an
ramm hitzigen Fieber.

Von seinen Kindern sind bei dein Epitaph
zwei beerdigt, Albrecht und Enno Georg,
welche 1595 resp. 1597 starben, wie aus
einer sehr zerstörten steinernen Grabtafel
mu Fuße des Denkmals hervorgeht. Ein
größerer, schlichter Grabstein, der den
Berndt wahrscheinlich selbst darstellt, be-
findet sich links neben dem Epitaph.

(Vgl. Bilder ans der Altmark, von Her-
mann Dietrichs wtb Lndols Parisins.)
Magdeburg. Mentz,

Kgl. Negierungsbanmeister.

Liiterattlr.

Die katholische K i r ch e unserer Zeit
und i h r e D ieu er iu W0 rt uud B ild.
Bd. II. Deutschland, Sesterreich-
Ungarn, die Schweiz und L u x e m -
b u r g. Unter Mitwirkung von Fachge-
nossen und unter Benützung amtlichen
Materials bearbeitet von Msgr. Paul
Maria Baumgarten. Mit einer geo-
graphischen Karte in Buntdruck, 60 Tafel-
bildern , ungefähr 800 Abbildungen im
Text und mehreren statistischen Tafeln.
Herausgegeben von der Leo-Gesell-
schaft in Wien. Berlin, Allgemeine
Verlagsgesellschaft m. b. H.

Es war ein schöner Gedanke, an der Wende
des Jahrhunderts einem Geschlechts, das dein
Geistigen unb Idealen nur zn sehr abgekehrt ist,
die größte und mächtigste Institution der Welt
und aller Zeit, die katholische Kirche,
in Wort und Bild vor Augen zu führen. Die
betheiligten Schriftsteller und Künstler wollten der
katholischen Kirche unb dem Papstthum an der

Neige des Jahrhunderts ein Monument errichten,
„ein Monument, das vor anderen Denkmäler,:
in Stein und Erz den Vorzug hat, das; es uni-
versal wie die katholische Weltkirche selbst, an
keinen bestinunten Standort, an kein Land, an
keine Station gebunden ist, sondern an jeder
Stätte, ivo Katholiken leben, den Ruhm, den
Glanz und die Ehre der heiligen Kirche und ihrer
hierarchischen Ordnung verkünden und verbreiten
wird". Diese Absicht scheint in vorzüglicher Weise
zu gelingen. Der erste Band „Rom" ist wenigstens
in einer Gediegenheit und in einem Glanze der
Ausstattung erschienen, wie sie in Wirklichkeit
kaum einem derartigen Werke seither zu Theil
geworden sind. Diesem ersten Bande sollen nun
zwei weitere folgen, von denen der zweite das
heutige Leben des Klerus und die Verhältnisse
der Kirche in jenen Ländern behandeln wird, in
deren Sprache die betreffende Ausgabe erscheint,

: während der dritte Theil in gedrängter Dar-
stellung den ganzen europäischen, asiatischen,
afrikanischen, amerikanischen und australischen
Klerus vor Augen führen soll.

Von dem zweiten Bande „Die katholische
Kirche in Deutschland, Oesterreich- Uit-
gctrit, der Schweiz und Luxemburg"
liegen uns bereits die zwei ersten Hefte vor,
welche gleich Vorzügliches in Druck, Papier und
Mustrirung bieten, wie der erste Band geboten
hat. Es soll auch dieser Band einen Gesamtum-
sang von 720 Seiten erhalten und mit 60 Tafel-
bildern und gegen 800 Abbildungen im Text ge-
schmückt werden; außerdem ist dem ersten Hefte
eine geographische Karte in Buntdruck beigegeben,
welche die Verbreitung der Katholiken in den zur
Behandlung kommenden Ländern klarlegt. Die
Ausgabe erfolgt in 30 Lieferungen von je 1 M.
und enthält jede Lieferung 24 Seiten und zwei
farbige Tafelbilder. Gleich dem ersten soll auch
dieser zweite Band ein in sich vollständig abge-
schlossenes Ganze bilden und verpflichtet die
Subskription nur zur Abnahme dieses Bandes.
Das erste Heft behandelt nach einer Einleitung
im allgemeinen Theil zuerst die kirchliche Ein-
theilung der ganzen katholischen Welt und gibt
dann im Zusammenhang damit die Einwohner-
zahl der ganzen Welt und der einzelnen Erd-
theile und Länder und dann die Einwohnerzahl
der Katholiken. Dann kommt eine Uebersicht
über die Leitung und Regierung der katholischen
Kirche sowie die grundsätzlichen kirchlichen Än-
schauungen und Vorschriften über die Erziehung
des Klerus und der Laien. Als Tafelbilder
finden wir den Deckel eines Evangeliariums ans
dem Ende des 15. Jahrhunderts, der in der
Schatzkammer des österreichischen Kaiserhauses
anfbewnhrt wird, und die feine Photographie
des Kardinals Philippus Krementz, Erzbischofs
von Köln. Das zweite Heft behandelt zuerst
Deutschland und gibt an erster Stelle eine stati-
stische Uebersichtstabelle, welche die Vertheilung
der Katholiken Deutschlands, das soziale Wirken
der katholischen Kirche in Deutschland, die katho-
lischen Studentenkorporationen, sowie die Orden
und religiösen Genossenschaften in Deutschland
zur Anschauung bringt. Der dritte Abschnitt ent-
; wickelt die kirchlichen, insbesondere die tirchen-
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