Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 17.1899

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Unterscheffach; sie fommeit schon im elften und j
zwölften Jahrh. vor; vielleicht ist es der Grab-
stein des XV. Abtes Heinrich von Scheffach
>1241—62 in Urkunden nachweisbar).

2. Der andere (ebenfalls 180 cm hoch, 75 cm
breit) enthält als Wappen einen Leopardenkopf
oder leopardierten Löwenkopf (— Löwenkopf
enface) mit einem Sparren. Die Inschrift da-
rüber lautet: ,,V. K. NOVO. KVO NR AD (VS) d.
SVLCE“ — quinta die ante Kalendas Novemb-
ris obiit Cuonradus deSulce. (Sulz bei
Kirchberg an der Jagst.1 Dieser Stein stammt
wohl aus dem zwölften Jahrhundert und gehört
mit seinem Vorgänger zu den ältesten des Landes.
(Zeitschrift f. württ. Franken 1849.)

3. Daneben befindet sich ein Stein (v. 180 cm
Höhe und 90 cm Breite) mit einem Kelch und
einer Hostie darüber. Von der abgetretenen In-
schrift (in Intern. Majuskeln) ist noch folgendes !
zu lesen:

Klemer esto judicii mei
Hoc enim erit et tuum
Mihi heri et tibi liodie.“

Ter abgetretene Th eil lautet nach Wacker: Anno
1619 Laiend. Decembr. obiit R. D. Michael
Pfeffer, hujus eccles. colleg. vicarius senior I
et subcustos, cujus anima deo vivat. Amen.

4. Der nächste Stein (v. 195 cm Höhe und
87 cm Breite) ist der Grabstein der W e r e n t r u d
von Künzelsau (Ortsadel). Die Umschrift
(von 7,5 cm Höhe) am Rand des Steines (in
goth. Majuskeln) lautet:

„Anno 1334 IV. Kal. Mai (0 ^ obiit Weren-
trud de Kunlzelsawe lai(ca)"). In der Mitte
des Steines sind zwei Wappenschilde übereinander; z
der obere mit der Ueberschrist: Kuntze-lsawe; |
der untere mit dem Worte: Eschenaw.

5. Der größte Stein an dieser Wand (von

225 cm Höhe und 92 cm Breite) ist dem An- j
denken des Ulrich von E n s l i n g e n (OA.
Hall) gewidmet. Die Randumschrift (in goth.
Minuskeln) von 8 cm Buchstabenhöhe lautet:
„Anno di MCCCCXXIV do starb Ulrich von
enslingen an sant bonifacius obet“ : 14. Mai

1424. Ter Wappenschild darauf ist fast gänzlich
abgetreten, hat einen Stechhelm mit zwei Hörnern
als Kleinod und bandartige Helmdecke.

6. Der folgende Stein ist etwas kleiner (von
199 cm Höhe und 65 cm Breite) trägt über
einem erhabenen Kreuze zwei Schilde, die nicht
mehr erkennbar sind. Von der Inschrift (in goth.
Majuskeln) ist nur mehr zu entziffern: ,,Änno
Domini.“

7. Der Grabstein der A d e l h a i d von

H o h e n st e i n (bei Hohenstatt, Gemeinde Sulz-
dorf, OA. Hall). Unter einem Ziergiebel mit
Krebben hält ein Engel das Veronikabild (Schweiß-
tuch des Herrn); darunter knieen zwei Figuren
im Gebet, unter beiden sind Wappenschilde mit
Adler (-Hohenstein) und mit Schiff und Ruder
(-Scheffau). Die Randumschrift (in gothischen
Majuskeln von 6 cm Höhe) auf dem (205 cm
hohen und 82 cm breiten) Steine läßt noch ent- j
zifsern: „Anno domini MCCCXLVII.X1V Kal.
Apr. Adelhaidis de Hohenstein“. (' 19. März j

1347.) Der Chorvikar Wacker ('s 1675) konnte !

damals noch hinzulesen: eodem anno und sagt
dann, die Inschrift sei difficulter zu lesen.

8. Der letzte Stein an dieser Westwand
(187 cm hoch und 60 cm breit) hat ein Kreuz
über dem Wappenschild mit Schiffchen und Ruder-
Scheffau - Unterscheffach, OA. Hall, lieber
dem Wappen ist ein Helm mit zwei lilienartigen
Kleinoden, von der Seite ausgehend. Von der
Umschrift (in goth. Minuskeln) ist nur zu er-
kennen: „Anno dni 1334 III. non. Febr. obiit
= 3. Febr. 1334. Auch schon Wacker konnte
nicht weiter lesen.

9. An der Südwand neben dem romanischen
Fensterchen ist der Grabstein der D e m u t h v o n
H e i n b e r g. Die knieende Figur einer Frau
mit gefalteten Händen unter einem Kleeblattbogen
ist aus dem Steine (von 205 cm Höhe u. 95 cm
Breite) zu erkennen. Die Inschrift in gothischen
Majuskeln lautete: ,,Anno Domini 1365 obiit“
in crastino Mathiae apostoli Demut de Ilein-
berg iayca.“ (Tag nach Matthias — 25. Febr.)
Die Heinberg (auch Heinbach) waren ein Haller
Patriziergeschlecht, eines Stantmes mit den Rinder-
bach, Schletz. Von genannter Umschrift ist nur
noch die Jahreszahl und das Wort Demut zu
entziffern. Unter einer abgeschlageneit weiblichen
Figur find die Wappen der Heimberg und von
Rinderbach.

10. Auf der andern Seite des Fensters be-
stndet sich ein Stein, auf dein die kitieeitde Figur
einer Frau abgemeißelt ist. Die beiden Wappen-
schilde unter der Figur siitd noch in den Umrissen
zu sehen. Die Umschrift ist nicht mehr lesbar.

11. Den letzten beiden gegenüber an der

Nordwand dieser Vorhalle ist der Grabstein der
Margaretha Adel m a n n (von 162 cm Höhe
und 95 cm Breite). Die Inschrift lautet (in
lateinische!: großen Buchstaben): Anno Domini
MDCXCII ( 1692) Mart, obiit Maria Märge-

retha Adelmännin, Blas. Adelmanns quonda(m)
cellarii Schünthalens(is) Heilbronae uxor (über
den: Kreuzbaiken aus der Mitte des Steines noch
folgei:des) actatis suae 69 Jahr. Ihr Gatte war
demnach Schönthal'scher Kellermeister zu Heil-
bronn (nicht Kanzler, wie Müller S. 24 liest).

12. An die Kircheninauer a::gelehi:t ist noch
der Grabstein des Chorvikars Hippelain
mit folgender Inschrift: Admodum Reverend(us)
ac doctissim(us) Dominus Kilianus Michael
Hippeli(us), anno Dni 1737 Nordhemmii ante
Rhoenas natus, 1760 choro hujatis Equest(ris)
eccl(esiae adscriptus, Psalmista egregius, Pres-
byter devotus, organista dexterrimus, die 22 a
Augusti anni 1780 panc Angelorum Refectus,
illorum coro, ut speramus, associatus est, cujus
ossa hic sepulta sunt.

R. J. Totenkopf von einer P. A.

Schlange umwunden.

13. Auf den: Boden vor den: Grabstein Nro. 3
liegt der Steil: des Nico laus Praevara-
titsch, der als Soldat „unter den: Obristen
Igola::, mittet: auf der pretzingersteigeu geschossen"
(nach Gschlachtenbretzingen bei Contburg) worden
voi: einen: Kroate::, vor seinen: Ableben aber dem
allinächtigen Gott zu Ehren und seiner arinen
Seel zum ewigen Trost und Wollfahrt „sein
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