Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 17.1899

Seite: 84
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vollkommen gerundete, glänzende Arbeit,
— kennbar (wenn nicht durch Ueber-
polieren mtb Abdrehen unkenntlich gemacht)
an den feinen, fadenähnlichen Spuren, die
sich im Innern der betreffenden Gefäße
finden, parallel laufend in feinsten konzen-
trischen Kreisen, im Gegensatz zu den deut-
lich sichtbareu Hammerspuren bei von Hand
getriebenen Kuppen, Kelchfüßen it. f. w. Na-
türlich kann man mittelst der Druckdreh-
bank nicht blos einfach Kuppen herftelleu,
sondern auch solche mit reichem Querschnitt, -
mit Gesimsen ringsum u. s. w.

Das Presse.n, Prägen, Stanzen
geht noch weiter als das Drücken; es nüll
auch die eigentlich künstlerische Arbeit
des Treibens beziehungsweise Feingusses
ersetzen, indenl es Reliefs, halberhabene Fi-
guren u. f. w. auf bent Wege der Ma-
schinenarbeit herstellt. Im Großen uud
Ganzen haben die genannten Fabrikarbeiten
das gemeinsam, daß sie alle dein Kupfer-,
Messing- oder Silberblech durch eine ein-
zige Aktion (Druck) diejenige Gestalt zu
geben suchen, welche ihnen die treibende
Hand des Künstlers nur mittelst langwieriger
uud sorgfältiger Arbeit zu geben vermag.
Das Prinzip ist überall dasselbe: das
mehr oder weniger starke Metallblech wird
durch einen jäh erfolgenden Schlag oder
Druck der Maschine in die bestimmte Form
gebracht, indeur es geiMtsam in eine ent-
sprechende Matrize gezwängt wird, deren
Gestalt es anuimrnt. Dabei ist der Unter- j
schied unter den angeführten Arten nicht !
bedeutend. Beim Prägen handelt es:
sich um dickere Bleche (Münzen), welche
zwischen zwei verschiedenen Matrizen kom-
men nnb gleichzeitig von oben und unten
bearbeitet werden, so daß jede Seite anders |
aussieht. Das geschieht durch einen hef-
tigen Schlag mit der Maschine. Beim
Pressen mtb Stanzen wird blos ein
dünnes Blech bearbeitet nnb nur nach einer
Seite, so daß die Rückseite hohl bleibt.
Beint Pressen geschieht das durch all-
mähliges Zndrehen der Preßspirale und !
langsamett Druck, beim Stattzett durch
beit jähen Ruck des Fallhamttters. Bei
beit letzteren beiden ist nur eine Form!
nöthig, in welche das betreffende Blech
getrieben wird. Die Form ist meistens
aus hartem Stahl heraus graviert (eilte

schwierige Arbeit); sie heißt Stempel, Ge-
settke u. s. w. Natürlich katm auf diese
Weise eine Anzahl von Abdrücken gemacht
werden,welche alle deutLaienauge erscheinen,
tvie die von Hattd getriebene Arbeit; aber
der Kenner taxirt den künstlerischen Unter-
schied zwischen Treib- und Stanzarbeit
analog beut zwischen einem wirklichen Ge-
ntälde nnb einem Farbdruckbild.

Int nächsten Artikel soll die Beurtheilung
der iit dieser Nummer aufgeführten Snr-
rogate non dent Stattdputtkt der kirch-
lichen Kunst erfolgen.

(Fortsetzung folgt.)

Zur Ergänzung.

In Nr. 12 des „Archivs" Jahrgang 1898
erbrachten wir den quellenmäßigen Beweis für
die Datierung des Menger Oelbergs ins letzte
Viertel des 15. Jahrhunderts. Hiefür sei ein
iveiterer Quellenbeleg gegeben. In dem 1895
aufgefundenen Registrum subsidii charitativi der
Diözese Constanz vom Jahre 1497 („Freiburger
Diözesanarchiv" Band 24 S. 185 ff., Band 25
S. 73 ff.) heißt es (Band 25 S. 108) von
Mengen: Magister- Conradus Wil capellanus
altaris in monte olivarum. Also befand
sich um diese Zeit ein Oelbergsaltar daselbst.
Dieser aber weist auf einen Oelberg in jener
Zeit hin. Das aber kann nur der noch heute
erhalteite Oelberg sein. Hafner.

Antioiice.

Xirebliebe Linriebtnn^s-

gegenständs,
namentlich

Altäre, Statuen
Altarbilder,
Kreuzweg'e

(in Relief und
Oelmalerei),

Christus-
Corpusse,
Weihnachts-
krippen etc.

liefert in bester
künstlerischer
Ausführung die

Anstalt für kirchliche Arbeiten

A. Müller, Innsbruck (Tirol).

Offerte u. photograph. Abbildung, postwendend.

Hiezu zwei Kunstbeilaaeu:

Ntaria mit dem Kind. ksolzschintzfrgur vom
Hochaltar der Kirche zu rtertziug. — Christus
am Gelbera. Gentälde vom kfoch^Ü^e der
Kirche zu Kkertzing (verg!. Kr. 8, O. 72).

Stuttgart, Buchdruckerei der Akt.-Ges. „Deutsches Volksbtait".
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