Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 18.1900

Seite: 32
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vor Augen zu führen, den Tert ;u erläutern,
daher auch manche ältere Bilder Aufnahme fanden,
die trotz ihrer Mäügel zu diesem Zwecke dienlich
waren. „Mehrere 'Abschnitte, größere und kleinere,
sind schon in den „Stimmen von Maria-Laach"
und in der „Zeitschrift für christliche Kunst" er-
schienen. Sie kommen hier im Zusammenhang
verbessert und vermehrt, durch zahlreiche Ab-
bildungen erläutert, von neuem zum Abdruck."
Der Verfasser stellt erfreulicher Weise als Fort-
setzung „Bilder ans der Geschichte der christlichen
Kunst des Mittelalters in Deutschland" in Aus-
sicht.

P h o t o g raphie f ü r Male r. Von Julius
Raphaels. Düsseldorf, Ed. Liesegang's Ver-
lag. 1899. M. 1.50.

Mit dieser Schrift soll keine neue Anleitung
nun gewöhnlichen Photographiren gegeben werden,
sondern sie ivill eine Anzahl von Verfahren lehren,
die besonders für den photographirenden M a l e r
von Bedeutung sind und die in den Schriften für
Amateurphotographen sich nicht verzeichnet finden.
Bei der geschichtlichen Darstellung der Malerei \
des 19. Jahrhunderts, meint der Verfasser, habe
man einen Hauptfaktor allzuwenig beachtet, nem-
lich den Einfluß der Photographie, denn es gebe
eine Anzahl von Erscheinungen in der Kunst, die
ausschließlich auf oen Einfluß der Photographie
zurückgeführt werden können und es werde in
ferner zukünftiger Zeit eine Seltenheit sein, wenn
ein Maler die Photographie nicht benütze. „Lie
wird der Kunst ein Werkzeug werden, wie es ihr
Pinsel unb Farbe heute find. Sie wird dem
Künstler zum Th eil jene Lehrlinge und Gehilfen
ersetzen, welche den alten Meistern zur Seite
standen. Und das Publikum wird dann nichts
Unrechtes mehr darin finden, wenn der Maler
sich der Photographie bedient." Heute schon be-
nützen viele die Photographie, sprechen aber nicht
davon, iveil sie eine geringere Schätzung ihrer
Werke fürchten. Andere, wie z. B. Lenbach,
bekümmern sich nicht um das Gerede der Menge
und benützen dieses ganz außerordentliche Er-
leichstrungsmittel. Der Verfasser gibt nun tech-
nische Anleitungen, wie der Maler z. B. schon
beim Entwurf.des Kartons nach der Slizze und
bei der Pansung des fertigen Kartons auf die
Leinwand die Photographie benützen und viel
Feit gewinnen kann, daß er eine Arbeit, welche
in früheren Jahrhunderten die Schüler für den
Meister besorgten, ganz außerordentlich verein-
fachen kann. Falsch aber wäre die Ansicht, als
brauche der Anfänger sich jetzt blos einen Apparat
zu verschaffen, um des mühsamen Zeichnen-Lernens
enthoben zu sein. Der Maler soll sich nicht eher
von der Photographie bedienen lassen, ehe er
seine Kunst vollkommen beherrscht.

M e i st e r w e r k e d e r V a u k u n st unb des
K it it st gewerbes aller Länder und Zeiten,
herausgegeben uon Hubert Jolh. 1. Italien.
I. Leipzig, K. F. Köhler.

Dieses groß angelegte Sammelwerk, von dem
uns das erste Heft vorliegt, gibt in photographischer
Reproduktion Bilder aus der 'Architektur und

dem Kunstgewerbe. Es soll in Heften mit je
2.3 Abbildungen erscheinen, alle 3—1 Wochen soll
ein Heft ä 2 Mark ausgegeben werden und soll
jedes Heft einzeln käuflich sein. Der Inhalt ist
nach Ländern geordnet. Nach.Abschluß einer Serie
von Heften wird eine kurze Beschreibung der be-
treffenden Kunstwerke sowie ein Lebensabriß ihrer
Schöpfer geliefert. Das erste Heft enthält in
guten 'Ausführungen Meisterwerke der Baukunst
und des Kunstgewerbes aus den verschiedensten
Epochen Italiens. Daß hier die beiden nackten
l Gestalten „Abend-" und „Morgendämmerung"
vom Grabmale des Lorenzo de' Mediei von Michel-
angelo noch besonders reproduzirt sind, ist zum
mindesten überflüssig. Die weitern Hefte sollen.
Kunstwerke aus Deutschland, Frankreich, Groß-
britannien, Belgien, Holland, Oesterreich-Ungarn,
Schweiz u. s. w. bringen. Das Werk soll für
den Architekten, Baumeister, Bildhauer und Maler
eine Fundgrube, ein Musterbuch aller Kunstsormen
und Kunstrichtungen, dem Kunsthistoriker und
Archäologen aber ein Gesammtbild der künstleri-
schen Thätigkeit aller Kulturvölker geben.

Annoncen.

Herdcr'scheVerlagshandlung,Frcib«rg i. Br.

Soeben ist erschienen und durch alle Buch-
handlungen zu beziehen:

Kunst lest» ve

in fünf Dheilen.

Von G. Gietmann S. J. unb
I. g>örenfert S. J.

Dritter Theil: Musik - Aesthetik. Von
G. Gietmann 8. J. Mit 0 Abbildungen
und vielen kürzeren Musikproben, gr. 9".
( V11L u. 370 S.) M. 4.-10; geb. in
Halbfranz M. 0.20.

Früher ist erschienen:

Erster Th eil: Allgemeine Aesthetik. Von
G. Gietmann 8. J. Mit 11 Abbildungen.
(VI ii. 340 S.) M. 4.20; geb. M. 0.
Der zweite Theil der Kunstlehre: Poetik,
von G. Gietmann 8. ]., wird im Früh-
jahr 1900 erscheinen; daran anschließend wer-
den noch folgen: V i e r t e r T h e i l: Malerei,
Bildnerei und schmückende Kunst, von I.
Sörensen 8. J. Fünfter Theil: Aesthetik
der Baukunst, von G. Gietmann 8. J.

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Höhe an —, O |"tL'Ukl'L*51' 1 llL'11rf)tL'V bis zu

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Zeichn. des selig. Herrn Präl. Schwarz, verfertigt

Mich. Hedünapr,

Gelb- und Glockengießerei,

E l l w a n g e ii.

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©htttcimt, Buchdruckern der Akt.-Ges. ..Deutsches Volksblatt".
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