Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 18.1900

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Archiv für christliche Kunst.

Organ des Rottenburger Diözesan-Vereins für christliche Kimft.

perausgegebeii und redigirt von Pfarrer Detzel in St. Lhristiiia-Ravensblirg.

Verlag des Rotteiiburger Diözesail-Uuiistvereiiis,
für denselben: der Vorstand Pfarrer Detzel in St. Lhristina-Ravensbnrg.

Wr. 5.

Erscheint uiouatlich eimunT. Halbjährlich für M, 2.05 durch die tviirttembergischcii (M. 1.90
int Stuttgarter Bestellbezirk), M. 2.20 durch die bayerischen uud die Iteichspostaustalteu,
fl. 1.27 iu Lesterreich, Frcs. 3.10 iu der Schtveiz zu beziehe». Bcstetluugeu lverdeu^
auch augeuoiuuieu bau alle» Buchhandlungen sotvie gegen Eiuseudung des Betrags direkt LyKJ\Jt
von der Expedition des „Deutschen Volksblatts" in Stuttgart, Urbaustratze 94, zum
Preise von M. 2.05 halbjährlich.

Joseph von Kihrich.

Seine Stistzeichnungen. Zu seinem 100.

Geburtstage.

Von Pfarrer Detzel.

(Schluß).

Nun aber wendet sich Booz selbst zu der
Freniden (viertes Blatt) und spricht: „Höre,
Tochter,
gehe auf kei-
nen anbern
Acker zum
Sammeln
und verlasse
diesen Ort
nicht; auch
wenn bu
dürstest,
gehe zu beit
Gefäßen
und trinke

i er,von
welchem
auch die
Knechtetrin
feit." Ruth
aber, indem
sie sich ans
die Kniee
niedergelas-
sen, um ihn
zu verehren,
spricht °.

„Wohermir
das, daß ich
Gnadefinde
vor deinen
Augen, und
du mich, eine fremde Frau, anzuschauen
dich würdigest." All' das hat nun Führich
in einer überaus herrlichen, meisterhaften
Weise gezeichnet. Die Schnitter haben
sich um die Mittagszeit vor der Hitze der
Sonne geflüchtet und sind im Schatten

Joseph Ritter

eines kolossalen Baumes gelagert, ihr
Mahl einzunehnten, während die ehr-
würdige, großartige Gestalt des Booz, mit
seinem treuen Haushunde zur Seite, vor
der vor ihm knieenden demüthigen Fremden
steht und sie einladet, Theil zu nehmen
am Mahle, „Brod 51t essen und ihren

Bissen in
Essig zu
tauchen".
Das sind
Bilder von
hoher Voll-
endung,frei
von soge-
nannten
„akademi-
schen Er-
rungen-
schaften",
welche bei
neueren
Malern oft
gerade die-
sen Gegen-
stand so un-
genießbar
machen,
weil die so
tiefsinnige
Beziehung
zur Offen-
barung
außer Acht
gelassen n.
das Ganze
von Führich. nur zu einer

weltlichen Idylle herabgestempelt wird.
Wie überhaupt dem Unglauben jede Schön-
heit des Lebens allmählich unter den
Händen verschwindet, so verliert er auch
das richtige Maß zur Beurtheilnng ver-
einzelter Erscheinungen des großen Allge-
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