Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 18.1900

Seite: 53
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Archiv für christliche Nun st.

Organ des Nottenburger Diözesan-Oereins für christliche Kunst.

kjeraiisgeaeben und redigirt von Pfarrer Detzel in St. Löristiila-Raveiisblirg.

Verlag des Rottenbnrger Diözesan-Kunstvereins,
für denselben: der Vorstand Pfarrer Detzel in St. Lhrislina-Ravensbnrg.

Erscheint mcmntlich eimnnT. HnlLjährlich für M. 2.05 durch die wnrttembergischeii (M. 1.90
im Stnttgnrter Bestellbezirk), M. 2.20 durch die bnlierischeu und die Reichspostcnistalte»,
st. t.27 in Lesterreich, Frcs. 3.40 in der Schweiz zu beziehen. Bestellungen lverden
« auch angenommen von allen Buchhandlungen solvie gegen Einsendung des Betrags direkt
non der Expedition des „Deutschen Volksblatts" in Stuttgart, Urbanstratze 94, znin
Preise von Ni. 2.05 halbjährlich.

Die kirchlichen Metallarbeiten.

Eine systematische Darstellung von
K o n r a d K ü m in e l.

(Fortsetzung.)

C. Die Schmückung der Metalle.

2. Die Metallfärbung.

Zu der iu den letzten Artikeln behan-
delten Frage von der Feuer- und gal-
vanischen Vergoldung erhielt Verfasser
eine Zuschrift der erwähnten Firma Leser
in Straubing, welche neben der Richtig-
stellung eines ihre Thätigkeit betreffenden
Punktes noch weitere, sehr interessante
Mittheilungen zur Frage: „Feuer- oder gal-
vallische Vergoldung?" enthält, weshalb
wir die ganze Zuschrift hier yimt Abdruck
bringen. Dabei konstatiren wir, daß uns
der (ganz eigenhändig geschriebene) Brief
des hochwürdigsten Bischofs von Eichstätt
von der genannten Firma zur Einsicht-
nahine zngesandt wurde; wir haben eine
Abschrift von demselben genommen zu
nuferem Material über diese Frage, da er uns
als besonders wichtiges Zengniß erschien.
Die Zuschrift lautet folgenderinnßen:
„IhrerDarstellung in R'r. 4 des „Archivs"
zufolge nruß man denken, daß alle bei
nlir bestellten Kelche, Ciborien, Patenen,
Lnnulen 2C. ausschließlich galvanisch ver-
goldet werden, was nicht zutreffend ist;
denn ich führe auch (wie im Vorwort zu
meinem illnstrirten Katalog voin Mai
1898 ausdrücklich benierkt) falls die hoch-
würdigen Herren Besteller bei diesen Gegen-
ständen Fenervergoldung wünschen, die-
selbe „unter Garantie hierfür auf
F a k t u r a und ohne jede Preise r-
höhung ans," da ich stets so solid gal-
vanisch vergolden ließ, daß der Goldver-
brauch hiebei ein größerer war, als selbst
bei dreimaliger Fenervergoldung und da-
durch die Kosten der Mehrarbeit von Feuer-

vergoldnng gegenüber der galvanischen Ver-
goldung reichlich ausgeglichen wurden, was
auch meine Vergolder durch die fortwäh-
rende Ausführung beider Methoden und
den dabei angestellten Berechnungen be-
zeugen können. — Richtig dagegen ist, daß
in meinen Werkstätten die größere Zahl
von Kelchen rc. galvanisch vergoldet wird,
aber einzig aus dem Grunde, weil die
meisten hochwürdigen Herren Geistlichen,
die ungemein vielen Mängel der Fener-
vergoldung erkennend, nieinen galvanischen
Vergoldungen, deren solidester Ausführung
ich während meiner 28jährigen Thätigkeit
stets mein Augenmerk zuwandte, den Vor-
zug geben und dieselbe eigens bestellen.

— Auch die hochwürdigsten Herren Bi-
schöfe nehmen dieser Frage gegenüber sehr
verschiedene Stellungen ein. So z. B. wünscht
der hochwürdigste Herr Bischof von Eich-
stätt von jeher und besonders in einem an
mich gerichteten Brief vom 13. Januar
1899, im Interesse der kirchlichen Kunst
und der Solidität, besonders für künstlerisch
gearbeitete Gegenstände, im m er die g a l-
vanische Vergoldung, da Hochder-
selbe mit fenervergoldeten Kelchen rc., welche
von anderen Firmen bezogen wurden, die
schlinunsten Erfahrungen machen mußte;

— dieselben verloren in fünf Jahren ihr
Gold, während die von mir gelieferten
und galvanisch vergoldeten Kelche und
Ciborien heute noch wie neu sind. —
Demgegenüber steht zwar der von Ihnen
Seite 14 citierte, freilich schon vom 20. März
1872 datierende Erlaß des hochwürdigsten
Herrn Bischofs von Rottenbnrg. Aber
welche Vervollkommnungen erfuhr nicht
die galvanische Vergoldung in diesen 26
Jahren! Auch der hochwürdigste Herr Bi-
schof von Regensburg, theilte auf Anfrage
in einem Schreiben vom 31. Januar 1699
an das Stadtpfarramt Straubing gegen-
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