Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 18.1900

Seite: 65
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Gemeinden Mergentheim, Neckarsulm, !
Laupheim, Lanchheim, Heilbronn, Lud-
wigsburg, Friedrichshafen, Riedlingen, j
Schömberg, Schramberg, Oberndorf, Men-
gen, Neresheim, Waldsee, Wangen, Tett- ^
nang, Wiesensteig, Donzdorf, Aalen. Ge-
nuß gibt es in diesen Orten Kunstfreunde,
welche beitreten könnten — und auch
würden, wenn sie dazu animirt würden
mib die Zwecke und Ziele des BereinS
kennten. Was so manchem Geistlichen
und Laien aus dein Lande möglich ist,
das müßte beim doch auch wenigstens
einigen oder doch einem in jeder größe-
ren katholischen Gemeinde möglich sein.
Ebenso dürfte der Wunsch nicht unbe-
scheiden genannt werden, es möchte aus
denjenigen Städten, welche eine nur un-
verhältnißmäßig geringe Vertretung bei
der Gesellschaft besitzen, eine regere Theil-
nahme erwachen. Wir möchten auch den
Gedanken aussprechen, ob sich nicht die
Theologie-Studireuden und Aluurnen, we-
uigstens in einiger Anzahl betheiligen
könnten; eS würde das der Diözese und
dem Vereinskatalog wohl anstehen neben
den so zahlreichen bayerischen Studenten
aus Müncheu, Dillingen, Eichstätt, Regeus-
bnrg n. s. w. u. s. w. Es handelt sich
hiebei nicht blos nur die Unterstützung der
christlichen Kunst und Künstler im Allge-
meinen , sondern auch darum, daß wir,
wenn in erheblicher Anzahl vertreten, ent-
sprecheudenAnspruch auf materielle Unter-
stützung unserer eigenen kirchlichen Kunstbe-
dürfnisse haben. Es sei daran erinnert, daß
die „Gesellschaft für christliche Kunst" anno
1808 z. B. 1000 M. für Württe m-
b e r g v e r a u s g a b t e! Außerdenr ist die i
Jahresnrappe mit dem reichen künst-
lerischen Inhalt (durchschnittlich 12 große
Vollbilder und 20 Textbilder, tanter Ori-
ginale) eine sehr werthvolle Gegenleistung
der Gesellschaft für den Beitrag von
10 M. per Jahr.

Wie wir hören, soll da und dort die
„modernisirende" Richtung mancher Pub-
likationen in der Jahresmappe die Ursache
einer gewissen Zurückhaltung sein. Viel-
leicht findet sich ein andermal Gelegen-
heit über diesen Punkt zu reden, bezw.
über das Verhältniß der kirchlichen wie der
allgemein religiösen Kunst zu beit Er-
rungenschaften der modernen Theorie und

Technik einiges zu erörtern; hier soll nur
soviel gesagt sein, daß ein blos ablehnen-
des Verhalten sicher nicht der richtige Weg
ist, um Aenderuugeu, soweit solche nöthig
sind, herbeizuführen. Möge man sich zu-
erst b e t h ei lig e n und dann seine Wünsche
kundgeben! Vielleicht könnte diese Sache
auch einmal aus einer G.-V. des Diözes.-
Vereins für christl. K. besprochen werden;
zweifellos würde man in München auch
dem Wunsche entgegenkommen, ein in
Württemberg wohnendes Mitglied in den
Ausschuß aufzunehmen, damit dieses dann
etwa bei Gelegenheit eintreten könnte.

Die V orst an d seh af t der „Gesellschaft
für christliche Kunst" setzt sich pro 1900
folgendermaßen zusammen: 1. Präsident
ist Freiherr Dr. v. Hertling, 2. Prä-
sident Bildhauer Busch, Schriftführer
die Herren vr. Weis und Dr. Kam-
pers und Kassier Herr Universitätspro-
fessor vr. Knöpft er, sämmtliche in
München. Ferner sind in den Ausschuß
berufen die Künstler: Feld manu

(Düsseldorf), Feuerstein, Akademiepro-
fessor in München, Füget, München,
Freiherr v. Schmidt, Müitchen (Archi-
tekt) und Bildhauer Balthasar Schmitt,
München sowie die Kunstfreunde:
Graf A d e l m a u n, Hofkammerpräsident
in Sigmaringen, Universitätspro festor Or.
Bach, München, Pfarrer Fest ing, Pe-
tershausen, Via Freiherr v. Heere mann,
Münster i. W., Professor Illr. Alb. Kuhn
O. 5. U., Einsiedeln, Professor Or. Frei-
herr Loch ne r in Eichstätt und Professor
Or. Schlecht in Freising. (Wäre es
nicht möglich, das nächste Mal auch einen
in W ü r t t e m b e r g w ahnenden Herrn
als Kunstfreund in den Ausschuß zu coop-
tiren? Es war ja dies in den ersten
Jahren stets der Fall und würde bei
uns nur angenehm berühren.)

Dem Mitgliederverzeichniß geht ein
hochinteressanter und wichtiger Aufsatz von
Professor Di". Holl w e ck in Eichstätt über
„Veräußerung kirchlicher Kunstgegenstände"
voran, der werth ist, daß er nicht bloß
etwa den Künstlern nitb Kunstfreunden,
sondern vor allem jedem Geistlichen
und jedem Stiftungsrath zur Kennt-
niß käme. Es ist eine kirchenrechtliche
Abhandlung, welche von der beklagens-
werthen und nicht genug zu bedauernden
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