Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 18.1900

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zu Eßlingen goß mich anno 1600. Die
große Glocke in der Pfarrkirche Zu Cann-
statt goß 1612 Haiis Miller in Eß-
lingen. Die mittlere Glocke zu Dagers-
heim, DA. Böblingell, hat die Umschrift:
zur Ehr Gottes teilt ich Hans Miller
ill Eßliilgen gos nnch 1613, die Glocke
ill Allmersbach, DA. Backnang: Zur .
Ehre . Gottes . leite . ich . Ai. Halls .
Miller . in . Eßlingen . gos . nnch .
1613, die zweite in Degerschlacht, DA.
Tübingen: Meister Hans Miller in Eß-
liligen gos mich 1616, die zweite ill Rie-
tellau, DA. Backnang: M. Hans Miller
zll Eßliligeli gos nnch 1616, die größte
iil Weil illl Schönbnch, DA. Böblingell:
Zu der Ehr Gottes leit lnan lllich. Si-
donia Johanli Millers Widtib zll Ese-
tingeli goß lilich, lilld darullter die Nainen
der damaligell geistlichen ' nnb weltlichen
Behörden nebst der Jahreszahl 1620.

Nachfolger der Miller als Glocken-
gießer in Eßlingen war Halls W ü stell-
Hauer, der 1627 die große Glocke ili
Schwalldorf, DA. Rottenburg, goß.

Dann erscheilit als Glockengießer in
Eßlingen Hans Jacob Ernst, wohl ein
Mitglied der Lilidaner Glockengießersannlie.
Die größere Glocke ill Heunladen, DA.
Stuttgart, goß 1667 Hans Jacob Ernst
ill Eßlingell. Die ans der Klosterkirche
iil die Walderichskirche in Mllrrhardt,
DA. Backnang, versetzte Glocke hat die
Umschrift: gos nnch Hans Jacob Ernst
1676 lilld an der Schweifung steht: Pau-
lus Achatius Daser, Abt zll Mllrrhardt,
Joh. Christoph Harprecht, Vogt allda.
Auf der dritten Glocke in Botenheim,
DA. Brackenheim, steht: Gegofseli: durch
Jo. Jacob Ernst voll Eßlingell den 6. D.
Anno 1677.

Der 30jährige Krieg knickte die Blüthe
der Glockengießerkunst ill Eßlingen. Ohir
vereinzelt tauchen noch 2 Glockellgießer in
Eßlingen auf: Andreas Lin du er voll Eß-
liligell goß 1744 das Nenjahrsglöckchen
zll St. Martill ill Rottenburg, nnb Lud-
wig Gasmann in Eßtingell goß die
größte Glocke in Gündelbach, DA. Maul-
bronn, ili einem unbekannten Jahre um.
Er ist wohl identisch mit dem Glockell-
gießer Heinrich Ludwig GosvlatlN in
Magstadt, DA. Böblingen. Die größte und
mittlere Glocke daselbst tragen die Unl-

' sehr ist: Gott allein die Ehre Goß iilich
Heillrich Ludwig Goßmann ili Aiag-
statt 1706. Er goß auch 1711 die kiei-
liere Glocke ill Liebellzell, DA. Calw, und
1710 die vierte Glocke in Wildberg, DA.
Nagold, ferner 1718 in Weil der Stadt,
DA. Leonberg. Die kleinste Glocke in
Magstadt hat die Nameli der daiilakigen
geistlicheil lind weltlichen Behördell llildUie
Zahl 1730. Alil unteren Rande steht: Goß
mich Heinrich Ludwig Goßmailii nnb
Christoph Zimmer mann in Magstatt.

Hiermit schließeli die Nachrichten über
die Glockellgießerknllst iil der vormaligeil
Reichsstadt Eßtingell ab. Es taffen sich,
wie man sah, iil derselben fotgelide Glocken-
gießerfanlilieil Nachweisen:

1. Konrad der Glockengießer 1341
bis 43.

2. Plattner 1421—33.

3. Lach m all n 1474—1524.

4. Sidler 1480—1535.

5. M iller 1545—1620.

6. W ü st e n h a u e r 1627.

7. Ernst 1667 — 77.

8. G o s nl anll lllil 1710.

9. Lin du er 1744.

Nach 1744 fand sich bisher keine von
einem Eßlinger Glockengießer gegossene
Glocke.

Durch die Nalnell Lachmallli nnb
Sidler spielt Eßliilgen eine bedentellde
Rolle ill der Geschichte der Glockengießer-
kllNst.

Bildbauer und Baumeister in
(Domburg.

Von Zuchthauspfarrer F. X. M a y e r.

1. Sililon Schlor.

Der lveitbekannte Künstler S i m o u
S ch kör, Steinhauer aus Lalldenbach,
1553—98 iil Hall thätig (Gradmann,
Altsrällk. Kilnft in Württ. Franken, S. 119,
ili der Festschrift zlllil öOjährigell Jlibi-
läunl des historischen Vereins für Württ.
Frankell, wo seine Arbeiten allsgezählt sind),
hat seine Alabaster st ei ne ans Bretz-
i ll g e r Ai a r f u n g gebrochen. Herzog
Ludwig von Württeillberg (1568— 93)
schreibt am 8. Juli 1584 an Probst
Erasmus Neilstetter (1551—83 Decali,
1583—94 Probst voll Eomburg), die Eom-
bnrg'schen Anltleute ulöchteu dem „Sem
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