Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 19.1901

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feilt Heimathsborf mit bei: schönen Kapelle
beschenkte.

Die abgegangene Aapelle im Meiler
Karpf, Gemeinde Oorder-öteinberg
Gdl. Gaildorf.

Von Theodor S ch ö n.

In dem im Besitz des kgl. geh. Haus-
und Staatsarchiv zu Stuttgart befindlichen
rothen Buch von Lorch befindet sich S. 105
folgender i Eintrag:

Capffer Capell.

Nota in capella filia ad Lorch, que
in Capff est constructa, patron a est beata
Maria, sanctus Jacobus, sanctus Wen-
delinus , sancta Katharina et sancta
Barbara. Et dedicatio ejusdem capelle
peragitur semper doininica post Udal-
rici episcopi et est constrncta per dis-
cretum virum Petrum de Capff quod
anime sue proficiat. Amen. Et pri-
missarius in Alchdorf (Alfdorf) semel
in quatuordecim diebus per circulum
anni ex consuetudine divina celebrat
in ea, pro quo labore sibi dantur 2 V2
lib. hailenses ex consuetudine. Der
Erbauer dieser Kapelle Peter v. Kap ff,
Bürger zu Schorndorf, lebte 1470 und 1461
und war 1483 tot.

Noch 1074 bestand diese zu Ende des
15. Jahrhunderts gebaute Kapelle. Jetzt
ijt'ljte völlig verschwunden, wie so manches
Gotteshaus.

Sine Airchenaurstattung aus dem
Jahre )66P

Von Zuchthauspfarrer F. 4. M a y e r

in Ludwigsburg. _

Wir möchten'' ein Inventar von 1669 unter
den Akten des adeligen Chorherrnstifts 6011t-
bürg, im Filialarchim zu Ludwigsburg aufbe-
wahrt, zum Abdruck und dadurch zur Kenntnis;
der Leser des „Archivs" bringen, da es uns eine
volle und reiche Ausstattung der Sa-
kristei und Kirche eines adeligen Chorherrn-
stifts'(aus jener Zeit vor Augen führt und zu-
gleich manches Interessante bielet. Wir lassen
den Inhalt wörtlich folgen in der eigenen Schreib-
weise jener Zeit, setzen unsere wenigen Bemerkungen
zu demselben in Klammern und fügen nur hinzu,
daß von den einzelnen ausgezählten Stücken in
Comburg nichts oder nur wenig mehr vorhanden ist.

New Inventarium.

U e b e r des; w 0 h l a d e l. Ritter S t i fst t s
Comburg "Alls; Erstlichen des Kirchen Or-
nats, Dechaney, der HH Kapitularen: Auch

Owistlich und weltlicher diener Logiamentern:
dann dessen Zeughauß, Jägerei), Psisterey, Bandt-
hauß vnd Bronnenmeisterey, Item Garttenwerckhs
Air vnd Eingehöriger Mobilien Beschrieben. Anno
1669.

Inventarium lieber des; wohladelichen Ritter-
Stisfts Comburg Kirchensachen.

V 01t Silbe r.

L Ein silbernevergülte Monstranz mit einem
hohen vnd braiten Fuß.

2. Ein Silbernes vergültes Eiborium sambt der
Kapseln, darinnen das; veneradikü reservirt ivirdt.

3. Drei) glatte vff neue monier gemachte sil-
berne vergülte Kelcb, sambt patenen.

4. Ein Silberner vergülter Kelch mit der-
gleichen paten, vsf dessen fuß ein vergültes Kreutzle
gemacht mit zweyen schiltern (Wappen).

5. Ein Silberner vergülter mit getribener
weisser silberner arbeith eingefastcr Kelch sambt
hohen fuß von dergleichen Arbeit vnd der paten.
So Truchsäß verehrt, mit dessen Wappen. (Jo-
h nun Ada m T r u ch s e s v 0 n .v ö s i n g e n,
der täte Dekan von 1623—39.)

6. Noch ein Silberner vergülter Kelch sambt
paten, dessen fuß ganz rund vnd glatt, der griff
vsf die alte monier Sechs; Eckhet.

7. Silberne vergülte Löffeln zu den Kelchen
gehörig.

Ein Silbernes Capslen zu den consecrirten
Hostien zugehörig.

Ein Silberner vergülter Büchs; zum hepl. Oel.

Ein Silbernes; vergülteß Rauchfass; mit Schiss
vnd Löseln zum Weyhrauch.

Ein Silberner vnvergülter Comunionbecher.

Ein paar Silberne vnvergülte Mesßkändtle.

Zwei) andere, Eins; wie das; andere vergülte
Mesßkändtle, um den rantt vnd in der mitte ver-
gülte gießschüsselen, von 4 Truchsäß verehrt mit
seim wappen.

Ein Aelch von purem golt vnd paten sambt
lösten, ivrlchen Ihre Hochwol. und Cap-herr
Thumbprobst zu Würzburg allß Dechant allhier
in Ap. 1666 dan 22. Junii zu hiesigem Stisft
verehrt; der ist pro 300 Rthlr estimirt worden.
(Gemeint ist F r a n z L u d w i g F a u st v. S t r o m -
berg, 1639—73 Dekan in Comburg und Dom-
probst zu St. Burchard in Würzburg.)

Vergleichen wir dieses Inventar mit dem Reich-
thum der Stiftskirche an Gold und Silber in der
Säkularisation (cf. „Archiv für christliche Kunst",
1896, Nr. 7, S. 61), so finden wir, daß in der Zeit
von 1669 bis in die ersten Jahre des vorigen
Jahrhunderts der Besitz an goldenen lind silbernen
Gegenständen durch Stiftungen und Anschaffungen
bedeutend vermehrt worden ist.

Von M e s s i il g.

Zwei) messene vergulte Creutz sambt daran
gehefften bildtnussen Christi.

Drey messene Rauchfässer.

Zwei; hohe messene Leuchter in pecke des;
hohen Altars; stehendt.

Ein mittelmäßiger messener Leuchter in tumhn
Fundatoruni stehendt.

Zehen paar messene Leuchter vnderschiedlicher
grüße, darunter das kleinste paar von dlirch-
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