Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 19.1901

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Sorge für die Kestauratiou unb Instand-
haltung der königl. Pfalzen einschärft; in
der Folgezeit ist ja die Reichsverwaltuiig,
wie unr auch aus der Kanzleigeschichte
wissen, eine zerfahrene ltnb keineswegs
mustergültige.

lieber die Mittel, deren sich Karl be-
diente, nur die Kunst in feinem verwilderten
Reiche zu heben, wird nrrs nichts Näheres
berichtet. Jur Allgemeinen darfangenoururen
werden, daß Italien, obgleich schon int
tiefsten Verfalle, sein Vorbild nitb seine
Quelle war. Die Künstlerwerkstätte im
Palast zu Aachen, an der Ansegis, Abt
von Fontanelle, als Dirigent (exactor
operum regalium) angestellt war, stand
unter der Oberleitung Einhards; allein
auch die Aufgaben dieser Werkstätte sind
uns unbekannt. Es ist übrigens unstntt-
hast Einhard als Künstler anzirseherr unb
er hat gewiß keine andere Stellung eiu-
genomuren als der »ckiieclor fabricae«
des späteren Mittelalters, nur erstreckte
sich sein Einfluß gleicherweise ans die
aduünistrative ivie die technische Seite.
Wie überall im Mittelalter, meistert auch
hier die Theorie die Praxis; die letztere
erscheint durchaus unfrei als dienende
Magd. Gewiß ist, daß Einhard sich mit
Vitrnvstndien beschäftigt hat, und daß er
dazu von andern banverstündigen Männern
Auskünfte verlangt. Dagegen fällt es in
das administrative Fach seines Ressorts,
wenn er mit einen: Abte wegen Lieferung
von Blei 5Jtr Deckung der Seligenstädter
Kirche verhandelt und ein anderes Mal bei
einem Lieferanten Egmnndus Ziegel bestellt,
deren Maaße er auch genau angibt. Aehnlich
verhält sich's mit Eigil dem Abt von Fulda,
er ist nicht als Architekt, sondern lediglich
als Bauherr anzusehen; den Ban bei
Fnldaer Basilika leitete der Mönch Nach
ols, der ausdrücklich als Magister bezeich
net wird.

Eine Airchenausstatlung aus dein
Jahre >669.

Von Zuchthauspfarrer F. X. M aper
in Ludwigsburg.

(Fortsetzung.)

M e s ß g e iv ü u d e r von W e i s ß e r F a r b.

Ein weisß damasteß mit braiten gueten borten
gebrämbt, sanibt zweyen Levitenröckhen mit iveiß
vud rothen Fransen und Lyon, güldenen Borten
sambt drey manipul und zwei) stöhlen.

Ein weisß damasteß Mesßgeivandt mit großen
Blumen vud falschen güldenen Borten außgemacht
sambt stohl und manipul.

Ein weißgeblümteß mesßgeivandt von damast,
worauf ein Crucisix, sambt stohl und manipul
mit zweyen Wapen (ist durchstrichen).

Ein Schlechteß Mesßgeivandt von Damast,
sambt stohl und manipul mit einer roth geblümbten
seulen.

Ein iveiß attlaß messgewandt init einem gueten
seiden Ereutz mit Lyon. Spitzen vnd borten nuß-
gemacht sambt stohl vnd manipul vom E o IN ment h.
Fleischinan verehrt. (Wohl in der Johannis-
Commende in Hall.)

Ein weiß vnd blaiv gesprengteß Mesßgeivandt
ohne stohl vnd manipul, so gewöhnlich vff dem
Einkorn gebraucht wirbt. (Auf dem Einkoru
ivar eine Kapelle; später eine Kirche zu den
14 Nothhelsern, 25. August 1683 geweiht, 1814
am 6. Mai durch Blitzschlag bis aus die Mauern
abgebrannt, welche noch erhalten sind.)

Ein schlecht weiß damasteß Mesßgeivandt sambt
stohl vnd manipul mit blaiven gallonen (— ga-
launen) außgemacht.

Ein weisß Mesßgeivandt mit grün vnd roth
darein geivürckhten Blumen sambt zweyen Leviten-
röckh, zwey slohl vnd drey manipul.

Ein neu Silberfarb. damastig Meßgewandt
von roth vnd blaw gesprengten Porten gebrembt
vnd Aber(mals) ein Reu(es) von halb wullen vnd
leinen mit roten Blumen, auch rot vnd blaw ge-
sprengten Porten außgemachtes Mesßgeivandt.

Zwey von Allo di Zeug roth iveiß grün vnd
blaw gesprengten färben, eines mit einem Rothen
Ereuz, Eapuzol gnandt. das andere mit einem
Ereutz von weisßem d 0 b e n. (Diese Stoffe konnten
iveder in Otte's Wörterbuch noch in Lexer's mhd.
Wörterbuch noch in Schmetters bayer. Wörterbuch
gefunden werden; ebenso die späteren.)

M eßgewänder Grüner Fa r b.

Drey grüne Sammete Mesßgewänder, darunder
einß mit einem Ereutz von güldenem stückh vnd
die andere beeve mit Lyon, goldt vnd Silber
außgemacht.

Ein liechtgrünes Mesßgeivandt von Schamm-
lotth mit einem weiß geblümbten Ereritz sambt
stohl vnd manipul.

Ein grün damasteneß Mesßgeivandt mit einem
Ereutz vnd Figuren ohne stohl vnd manipul.

Ein grün vnd Gelbes Mesßgeivandt von Wüllen
vnd keinen Zeug, darin ein seylblaiveß (veilchen-
blaues ?) Ereutz vnd mit gelbenägalaunen gebrembt.

Mesßge>v ünd er Blawer Farb.

Ein blaw zeugeneß messgeivandt von E 0 n -
rasch mit falsch güldenen borten-Creutz sambt
stohl vnd manipul mit gelben gallannen.

Ein blaw Sammeteß mesßgeivandt mit einem
gelben Ereutz sambt stohl und manipul.

Ein Veylblaweß Messgewandt von Schammloth
mit einem Seiden blaw geblümbten Ereutz sambt
stohl vnd manipul.

Ein Veylblaw damasteß Mesßgeivandt mitt
Lyon. Borten außgemacht, so H. Spethenß
En. von Ziviefalten verehrt. (Joh. Philipp
S p e t h v 0 n F iv i e s a I t e n , Kanonikus, 1623
! bis 1666.)
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