Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 19.1901

Seite: 17
DOI Heft: 10.11588/diglit.15906.15
DOI Artikel: 10.11588/diglit.15906.16
DOI Seite: 10.11588/diglit.15906#0021
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/afck1901/0021
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
0.5
1 cm
facsimile
Archiv für christliche Kunst.

Organ des Rottenburger Diozesan-Vereins für christliche Kunst.

-Vr.

peraiisaegeben und rcdigirt von Pfarrer Dctzel in St. Dhriiliiia-Raveusburg.

Verlag des Rottenbnrger Diözesan-Rnnftvereins,
für denselben: der Vorstand Pfarrer Detzel in St. Lbrislina-Ravensbnrg.

Erscheint mvuuNich eiumat. Halbjährlich für M. 1.95 durch die tviirtienibergischen, M. 2.02
durch die bayerischen und die ReichspoPaustalteu, fl. 1.27 iu Oesterreich, Frcs. U.40 in
^ der Schtveiz zu beziehe». Bestetluugeu tverdeu auch augeuoiuiueu von alle» Buch- 1(10 1
O * haudluuucu sotvie gegeu Eiuseuduug des Betrags direkt bau der Erpeditiou des ..Deutsche» '
BolkSblatts" iu Stuttgart, Urbnustratze 94/ zun, Preise vou M. 2.05 halbjährlich.

7 vr. Albert )ele
lind die Dy roter Glasmalerei.

Am 13. Oktober v. I. ist ein Alaun
alts diesem Leben geschieden, dessen Wirken
nlid Schaffen ans dem Gebiete kirchlicher
Kunst weit über die Grenzen seines engereit
Vaterlandes hinaus gegangen ist. Es ist
der kaiserliche Hosrath Dr. ÄlbertIele,
dem der große Ansschlvnng, den die Tyroler
Glasmalerei genonnnen hat, am meisten
zu verdankeil ist. Da aitch in unserer
Diözese sich nicht ivenige Werke der
DyrolerGlastnalerei von bleibendem Werthe
sinden, wird es nicht unbillig sein, wenn
tvir das kurze Lebensbild, das der Dvroler
(belehrte Dr. K ar l S tr o »i p e ii Dem Ver-
storbenen gewidmet hat (Innsbruck. Selbst-
verlag. Druck der Vereinsdruckerei. 1900),
aitch hier in diesen Blättern geben.

I.

Albert Jele's Vater stammte ans dem
Dberinnthale, das so viele Künstler be-
reits dem Lande geschenkt. Eine große
Reihe von Kirchen, wie auch der Inns-
brucker Friedhos und das Museum Fer-
dinandenul der tyrolischen Landeshaupt-
stadt weist Bilder von feiner Hand ans
und ungezählt siitd die Eartoiis, die der
bis in seine letzte Lebenszeit imgemein
rührige nnb thätige Künstler für die
Dvroler (Glasmalerei gezeichnet hat. Kaspar
Iele — dies sein Name - wirkte in
Innsbruck an der Dberrealschnle als Pro-
sessor für Zeichnen. Aus seiner Ehe init
Anna Kretschmer entstammte als ältester

Der sehr aufgeweckte Knabe faiid wenig
Freude am Spiel, die Anfänge zu seinem
ernsten Charakter zeigten sich schon sehr
frühzeitig. Mit 5 Jahren wurde er durch
Herrn Schwärzte, der davtals als der
tüchtigste unb gesuchteste Hauslehrer der
Stadt galt, für die Normalschnle vor-
bereitet, in die er ein Jahr später auch
eintrat. Seine natürliche Begabung, sein
Wissensdrang und seine Arbeitsavlkeit
lassen es uns fast selbstverständlich er-
scheinen, daß er in der Schule als bester
Schüler aufgeführt nmrde und stets den
ersten Preis erhielt, sowie daß er das
Innsbrucker Gymnasium, welches er nach
vollendetem 11. Lebensjahre 51t besuchen
begann, mit Auszeichnung absolvirte.

Aber er begnügte sich nicht allein mit
den Fächern, die im Gymnasium vorge-
tragen wurden: sein Eifer und sein Wis-
sensdrang war so groß, daß er auch Sonn-
tags sich keine Nilhe gönnte, sondern die
unter Leitung seines Vaters stehende, da-
mals mit der Realschule verbundene
Zeichenschnle von 9 -12 Uhr besuchte
und sich dort im Zeichnen, besonders nach
Modellen, ansbildete.

Es wird wenige Jünglinge geben, ans
bereit Gyinnasialleben wichtige Ereignisse
oder Thaten auszuführen wären. Auch
die Schuljahre unseres Albert verliefen
. in voller Ruhe. Aber eines Zuges müssen
wir gedenken, der sich bei ihm früh ent-
wickelte, sein Sitin für Wohlthun, für
Unterstützung armer Leute. Mit 15 Iahten
verwendete er manche Nachtstunden znm

Sohn derjenige Alaun, Dem diese Zeilen Abfassen von Artikeln in Poesie und Prcpa,
gewidmet sind, Albert Iele, der'am die non angesehenen Zeitungen des In-
29. April 1844 zu Innsbruck geboren und Auslandes gern angenoutvten unb
wurde. Die ersten Eindrücke, die er bei — wenn auch nicht gerade glänzend —
seinem kunstbegeisterten Vater gewann, blie- so doch ihres geistreichen Inhalts Wegen
den bestimmend für sein ganzes Leben, das ja gut honorirt wurden. Das Erträgnis;
ganz der heiligen Kunst gewidmet war. ; aber wurde nicht in die Kneipe getragen:
loading ...