Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 19.1901

Seite: 23
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;-)iut'i lucijic von Caditz sunt Chor.

Ijiuci) sahnen im Tohr von rothen Cadis; und
;>ve» grüne von Cadiß.

T ä p p i ch.

Acht roth uutUoxe geblümbte Toppich, vor die
Altür vsf vtlrluin ztt braiten.

Noch zwei, dergleichen, so jeinnhls uff den
blosen Altar fteiit geteckht werden.

Ein iveis; tasfeter Täppich mit allerhandt far-
bigen strichen.

Ein iveis; tasfeter Täppich, so mit leinen gefüttert.

Ein paar roth sammet vnd

Ein paar braun dasfete Engelröckhlen.

Ein schwartz wülleneß Bahr-Tuech mit einem
weis; leinen Creutz.

Vier leinene mit rothen blumen getruckhte, so
vor diesem vorher rorAnUpenckia gebraucht worden.

F a st e n - T ü ch e r (auch Hungertücher genannt).

Ein blaw fasten Tuech, so vors Choraltar ge-
hcnckt wirbt vnd

Ein schwartzeß leinenes; fasten Tuech mit der
fchmertzhafften Mutter Christi, so vors; Choraltar
gehenckht wirbt.

Eins; mit der Geißlung Christi.

Eins; mit einem Creutz, schwamm vnd Lp ehr.

Eins; mit dem bildt Christi: Ircce homo.

Fünsf schwartze leinene, warauff nichts gemahlet.

Noch ein altes fasten Tuech mit der gantz
pasion, so zum hepl. Grab gebraucht wirbt.

Vmbhänglein veber die Altar himmelblaw.

(Schluß folgt.)

llluttheilungen.

S t u t t g a r t e r A l t e r t h um s f o r s ch e r seien
darauf aufmerksam gemacht, daß im 2andes-
gewerbeinuseum Stuttgart neuestens mehrere gal-
vanoplastische Nachbildungen hochinteressanterAlter-
thümer aus Mpkenä zu sehen sind. Die Origi-
nale dieser aus der frühesten Epoche der griechi-
schen Geschichte, dem 14. bis 15. Jahrhundert
vor Christi Geburt, stammenden Goldschmiede-
arbeiten wurden bei Ausgrabungen von H. Schlie-
mann in den mykenischen Königsgräbern und von
Ch. Tsuntes an verschiedenen griechischen Orten
gefunden. Dieselben sind sämmtlich in Gold aus-
geführt und befinden sich jetzt im Museum zu
"Athen. Die bedeutendsten der im Landesgeiverbe-
museum vorhandenen Nachbildungen sind zwei ^
mpkenische Becher, in dem Kuppelgrabe von Vephio
(bei dem alten Amyklä in üakouien) gefunden.
Sie zeigen Seenen aus dein Landleben in hoch-
erhabener Arbeit. Ferner: drei verschiedene Trink-
becher atis Goldblech getrieben, mit Thierreliefen
und Rosetten; ein großer Löwenkopf, 20 Siegel-
ringe mit ovalen Platten sowie verschiedene ünopf-
platten und Rosetten.

Literatur.

C) olgatha und das heilige G r a b
zii Jerusalem. Von I)r. Ilrevl. Karl
Äc ominert, Flitter des heiligeit Grades
tmd PfarrerztlDchiveinitzlPreuß. Schlesien). ‘

Verlegt und gedruckt von (Ö Haberland in
Leipzig-N. 1!>0<>. 280 S. Preis M. 5.50.
Der Aiitor der vorliegenden Schrift ist der
literarischen Welt als Palästina-Schriftsteller,
speziell als Forscher der Topographie Jerusalems
nicht unbekannt; dnrch seine Schrift „Die Dorniitio
und das deutsche Grundstück auf dem traditionellen
Zion" hat er zwar nicht den speziellen Ort des
Sterbehauses der heiligen Jungfrau nachgewiesen,
aber doch mit Sicherheit eruirt, das; die lleber-
lieferung auf Zion hin weist. Besonders günstig
wurde sein Werk „Die heilige Grabeskirche zu
Jerusalem in ihrem ursprünglichen Zustande"
aufgenommen. Hier ist ihm itach übereinstimmen-
dcm Urtheil der Beweis gelungen, das; die kon-
stantinische Basilika das Terrain der heutigen
Grabeskirche einnahm unb daß die heilige Grabes-
kirche wirklich über den heiligen Stätteit des
Todes und der Auferstehung des Herrn sich erhebt.
In obiger Schrift kommt der Verfasser bezüglich
Golgatha zu dem Resultat: 1) Die von

Konstantin d. Gr. geehrte Stätte entspricht wirklich
dem biblischen Golgatha; 2) der von dem Baumeister
Konstantins durch Abtragung des unigebenden
Gesteins hergestellte, etwa fünf Meter im Ktibik
haltende isolirte Felswürfel ait der Stelle, wo
einst das Kreuz Christi gestanden, der Kreuzesfels
« crucis rupes) des hl. Hieronymus, ist, dank dem
von Modestus ihm angelegten Mauermantel, im
wesentlichen innerhalb der heutigen, mittelalter-
lichen Golgathakapelle noch vorhanden; 3) die
am 20. Juli 1810 durch die Griechen verübte
Verstümmelung des hl. Felsens ist tief zu beklagen,
läßt sich aber nicht in Abrede stellen. Bezüglich
des heiligen Grabes erachtet er es „als
hinlänglich erwiesen, daß das heilige Grab des
Erlösers nicht mehr in seinem ursprünglichen und
natürlichen Zustande vorhanden, sondern daß von
jener hochehrwürdigen und heiligen Grabgrotte
uns nur noch ein ganz bescheidener Nest geblieben
ist". Die Oberfläche dieses Nestes ist mit einer
Marmorplatte bedeckt. „Unterderiveißen Marinor-
verkleidung befindet sich der Ueberrest jener aus
dem natürlichen Felsen der ursprünglichen heiligen
Grabesgrotte gehauenen hochheiligen und überaus
ehrwürdigen Steinbank, auf ivelchem der entseelte
Leib des Herrn vom heiligen Charfreitag Abend
bis zum heiligen Ostersonntage früh geruht."

Bericht der K o m nt ission z u r Er-
haltung der Kunstdenkmäler im
Königreich Sachsen. Thätigkeit in
den Jahren 1898 und 1899. Dresden.
Druck von C. (5. Meinhold u. Söhne,
Kgl. Hofbuchdruckerei.

Auf Veranlassung des Kgl. Süchs.?Alterthunts-
vereins hat im Jahre 1804 die Kgl. Negierung
eilte Kommission ernannt zur Erhaltung der
Kunstdenkmüler des Landes. Die Kommission
besteht aus einem Rathe des Ministeritnns des
Innern, ivelchem der Vorsitz und die Geschäfts-
leitung zusteht, uiid zwei von dem Evangelisch-
lutherischen Landeskonsistorium zn ernennenden
Mitgliedern, aus dent voit dem Ministerium des
Innern mit der Inventarisation der Kunstdenk-
mäler beauftragten Sachverständigen und ans
einem von dem Sächsischen Alterthumsvereine zu
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