Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 19.1901

Seite: 40
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1 Bemosirter (?) Sanrater Chormantel sambt
einer Casell und Zwee Levitten Röckh, die Pfeiffer
Nöckh genandt.

1 Schwartz samater Chormantel sambt einer
Casell, Zwen Levitten Nöckh, Alben vnnd aller
Zugehör (dise casel und Levitenröck seind nit mer
zu brauch(en) gewesen vnd die levitenröck zer-
schnitten vordem)

1 Ploe Samatin Casell, Zwen Levitten Nöckh
sambt einem Schamlottenir ploen Chormantel,
dreyen Alben vnnd anderer Zugehörung. (Hota:
2 samete Stolen vnd 3 manipel darzu gemacht.)

1 Grün damascatin Casell, Zwen Levitten Nöckh,
sambt 2 stolen vnd 3 maniplen, ein Schamlotter
grüner Chormantel mit dreyen Alben.

1 Weisser damastener Ornat oit ein kappen,
mit güldenen knöpffen mit weissem Barchet ge-
fütterdt. (2 neive stoffen) vnd 3 manipl auß
dainast darzu gemacht.)

1 Grien damastene Casel mit rott seiden borten
eingefaßt, sampt grobgrüenen stol vnd manipel
für die pfarr Steinbach.

1 Weisser dainastener Ornat, on ein Kappen
mit rotter Leinwath gefüttert. (Ist also zerbrochen
gewest, daß man alles zerschniten vnd ein Casel
sambt stol vnd manipl darauß gemacht.)

1 Roth seiden gemosirt Bteßgewandt mit einein
Creutz.

1 Roth wüllen Casell mit einem grünen
Aleßen (?) geprembten Creutz. (Ist in die pfarr
Steinbach geordnet. 1 rott wullen stol vnd manipel
darzugemacht.)

2 grüner wüllener Levitten Nöckh.

1 Schwartzer Schamlottener Chormantel.

1 Schwartze Schamlottene Casel. (Ist also
veraltet, daß sie nit mer zu beßern.)

2 Atleße Kibitzen, Chorkäplein mit rottem
Samat verprembt.

1 Roth samatin Casel, so täglich gebraucht
würdt. (Hota: Ist schivartz geferbt, auch auß
den alten Levitten Röcken stol, manipel, vnd
schilt gemacht.)

1 Alte rotte gestraiffelte Casell.

1 Rotte Zendeldorrte Casell.

1 Rotte wullene Casell mit einem güldeireir
Creutz (stol vnd nianipel darzu genracht).

1 Weisse Schamlottene Casell, so täglich ge-
braucht würdt. (Ist in die pfarr Steinbach ver-
ordnet sambt Daffeten stol vnd manipel.)

1 grüne Dassete Casel. 1 Ploe alt Sammatin
Casell. (Blav samete stol vnd manipel darzu
gemacht. 1 Mer eiir andere blav samete Casel
sambt stol mrd mairipel.)

1 Alte ploe damastene Casell.

1 Alte Borschatiir Casell. (Ist in die pfarr
Steinbach verordiret sambt stol vnd mairipel.)

1 Alte ploe Atleßiir Casell.

1 Gelber Daffeter Levitten Rockh.

1 Gelbe seidene Casel. (Ist schwartz geferbt !
vnd in die pfarr Stainbach geordnet sambt stol
-vnd mairipel.)

10 Alter Untauglicher Zerrissener Casell.
Nebeire 3 Alten Levitten Nöckhen.

1 Newes Pahrtuch mit einem weißen Creutz

5 Altartücher mit ploen Leisten vnd Fransen,
so mit schwartzer Leinwatt gefüttert.

! 11 Altar Tücher mit rott vnd ploen Leisten

: j auch güldenen strichen, alle mit Fransen.

3 Tücher mit eingenähten Leisten zur Com-
munion.

1 Rott Dafsetin küssen.

1 Rott Dafsetin Tegkh (Decke) zum küssen
gehörig.

1 Himmel voir rottem vnd weißem Dasfet.

2 Fahiren von rottem vnd weißem Dasfet.

1 Aschenfarber Schleyer zur Cominunion.

I Grün seitin Tuch über den Stifsterstein
(Grabstein der Stifter des Klosters Komburg).

II Messine knöpf zu vier großen Altar-Leuchtern
gehörig.

1 Alt Messin hangendt Handtfaß.

4 Neuer Rotter Pulpt Tücher mit Frannsen.

5 Stück Debich oder Vmbheng vonn weisser
vnnd feilbhauner Färb.

1 Rotter Tebich ober denn Stifsterstein.

1 Messinger Leuchter mit dreyen Rören.

1 Messinger glatter Leuchter vf dreyen Fuessen.

2 Messinge Leuchter mit durchbrochener Arbeit.

4 Schöner neuer Messinger Altar Leuchter.

4 Neuer Alben.

1 Neue weisse Silberin Chorkappen mit einem
giildinen Crucisix vnd knopff sambt einer Rotten
Leinwath darüber geteckht.

1 Weisse damastene Corporal Duschen mit
einem Mariae pildt vonn Berlin (Perlen) gestickht.

1 Monstrantzen Rögklem vonn einem gölten
stttckh.

1 Schwartze newe Sammatin Chorkappen.

8 grosser Weisser Chorrögkh.

5 kleiner schlechter theils zerrissener Chorrögkh.

Aussen in der Kirchen vf dem Altäre.

12 Messinge Leuchter mittelmeßig vnnd klein.

Bei Annäherung der Schweden wurden die
Paramente nach Augsburg geflüchtet; das
beweist noch das vorhandene „Verzaichnus der
Komburgischen Paramente, so von Herrn Bar-
thelme Hart mann Sdo. (— Syndiko) nach
Abschaffung der Priesterschaft allhie zu A u g sp u r g
in deß D o m stü fft s S a kr i st e y depositirt worden".
Dieses Verzaichnis ist ähnlich dem Inhalt nach
dem aus dem 10. Jahrh. Während des 30jährigen
Krieges war Komburg 3 Jahre lang im Besitz
der Schiveden. Gustav Adolf hatte es mit seinen
Besitzungen und Zugehörungen am 25. März 1632
bem DB er ft Bernhard Schaffalitzky von
Muckhendell zu Freudenthal geschenkt. Tie Chor-
vicare waren geflohen und kehrten erst nach der
Schlacht bei Nördlingen wieder zurück. (Ueber
diese Schenkung c?l. „Württ. Vierteljahrshefte"
1894, S. 440 und 425.) Ob die nach Augsburg
geflüchteten Ornamente ivieder nach Komburg zurück-
kamen, darüber konnte nichts gefunden werden.
Sonderbar wäre dann das Fehlen von „Hailig-
! thümbern" iin Inventar von 1669.

Ein anderer Theil der Paramente war 1632
nach E l l w a n g e n in's Schloß geflüchtet: nach
einem Schreibei: vom Juni 1632 hatte ein Herr-
Spa th „einen Stibich, worin die besten Kirchen-
ornamenten Saminbt etlichen Silbergeschmeidt
vird vielen Originalien (woran Sünders gelegen)
vff Erennelt Schloß Ellwangen gestohent."

Stuttgart, Buchdruckerei der-Akt.-Ges. „Deutsches Volksblatt".
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