Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 21.1903

Seite: 121
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fertigte zur Statue einen prächtigen Arm-
leuchter, an dem die Ornamente, aus
freier Hand getrieben, wie die Rosen, nicht
aus sprödem Eisen, sondern ,vie aus j
Wachs bossiert zu sein scheinen. (PreisI
100 M.)

Die zweite Statue: der hl. Aloysius
empfängt die erste hl. Kommunion (vgl.
untenstehendes Bild), bezeichnete Professor ,
König aus München, selbst ein Bildhauer, als
„eines der besten Werke der neueren Pla-
stik". Dasselbe
ivurde seitdem
von der Gesell-
schaft für christ-
liche Kunst in
Farbe reprodu-
ziert und kann
als Kommuni-
onbild für Kin-
der veredelnd
ans Geist und
Herz derselben
ivirken. Ge-
genüber den fa-
brikmäßig her-
gestellten Kom-
munionbildern
ist es ein Kunst-
blatt, das eine
Zierde für je-
den Salon bil-
det.

Für einen
neuen Kreuz-
weg fand sich
zuletzt auch noch
eine Stifterin.

Die Firma Les-
sig und Ran-
zinger in Mün-
chen lieferte um
800 Mark ein
besseres Opus als es das vorhergehende war.

Die Gesamtkosten der Restauration
betrugen rund die Summe von 16 000 M.

Hand in Hand mit dieser äußeren
Restauration ging die innere, d. h. die
Erneuerung der Paramente, Ornamente
und anderer Kultusgegenstände, wofür aus
milden Gaben 5000 M. verwendet wurden,
so daß die ehemalige Tochterkirche Deuchel-
ried neben ihrer Mntterkirche Wangen,
welche auch ein neues, sehr prächtiges

St. AloysiuS empfängt die hl. Kommunion.

Gewand erhalten hat, sich wohl sehen lassen
kann. (Fortsetzung folgt.)

Das Kirchlein zu Aentheim im
Oberamt Calw.

Von Pfarrer Reiter.

An der Straße von der Station Teinach
nach Calw liegt der Weiler Kentheim,
welcher politisch zu Sommenhardt und
kirchlich zu Zävelstein gehört und etwa

80 Einwohner
zählt. Dieser
Weiler, welcher
von der Sta-
tion Teinach
aus in einer
halben Stunde
bequem zu er-
reichen ist, hat
eine gewisse Be-
rühmtheit er-
langt durch sein
uraltes, dein hl.
Kandidus ge-
weihtes Kirch-
lein, welches
jährlich viele
Besucher an-
lockt. Wir ha-
ben dasselbe in
der letzten Zeit
zweimal be-
sucht, einmal in
Begleitung der
hiesigen Herren
Lehrer und ein-
mal mit Herrn
Pfarrer H. in
Z., und was
wir hiebei ge-
schaut und er-
schaut haben,
möchten uni' jetzt weiteren Kreisen Mitteilen.

Das Kirchlein, ursprünglich romanisch
und später teiliveise gotisiert, hat ein ver-
hältnismäßig langes, schmales Schiss mit
hochgelegten kleinen Fenstern. Am öst-
lichen Ende desselben, gegen die Nagold
hin, steht der massige Turm, welchem ein
mit einem Satteldach versehener Holzstock
aufgesetzt ist, und welcher in seinem Unter-
geschoß den Chor bildet. Wir gehen am
spitzbogigen Westportal vorbei und treten
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