Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 22.1904

Seite: 16
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durften." Weif; der Verfasser nichts von den
zahlreiche» katholischen Bibclausgabeiij, die
sich allerwärts in den Händen des Volkes
befanden, z. B. von dem alten Dictcnberger't

Dem Verfasser sind übrigens diese und
ähnliche Jrrtümer nicht ct>va aus böswilliger
(Besinnung gegen die katholische Kirche unter-
laufen. Auf Seite 98 spendet er derselben
sogar ein rückhaltloses Lob: „Von keinem

unparteiisch Einsichtigen kann dein römischen
Papsttum und seiner Hierarchie der Ruhm
geschmälert und bestritten werden, daß sie es
waren, die des Abendlandes Kunst zu jener
Höhe emporführtcn, die heute noch die Be-
Ivnnderung der ganzen gebildeten Welt er-
regt."

Alles in allem ein interessantes, lesenswer-
tes Buch, interessant vielleicht für manchen
gerade durch den Widerspruch, den die und
jene Behauptung in ihm erweckt.

Die Ausstattung ist eine sehr vornehme,
die 106 in den Text gedruckten Abbildungen
sind in ihrer Schärfe und Klarheit geradezu
musterhaft. Der Preis ist für diese Aus-
stattung nicht zu hoch.

Buchloe. Or. D a m r i ch.

samtgebiet der Knirstarchäologie zur Darstel-
lung tominen, und zwar soll das erste Buch
enthalten: Das Kirchengcbäude in
historischer Entwicklung (romanisch, gotisch,
barock) mit besonderer Rücksicht aus liturgische
Einflüsse, je gesondert die Entfaltung des
Grundrisses, des Aufbaues, der Einzelglieder,
der Formsprache und des Ornaments^ das
zweite Buch soll enthalten die Ansstat-
t u n g , mit) zwar a) die dekorativen und tech-
nischen Künste, b) Kirchenschmuck und Kirchen-
gerät, c) Kirchliche Inschriften; das dritte
Buch soll den Bilderkreis bringen. Ein-
gehend sollen hier seine Quellen dargelegt,
ebenso die ikonographische Sprache, die heiligen
Personen, die typischen, historischen und alle-
gorischen Bilder, die Symbole mit einer ei»'
gehenden Erörterung der Tiersymbolik behan-
delt werden. Den Schluß soll ein Katalog der
Heiligen bilden. Die Ausstattung der ersten
Lieferung mit Bildern ist eine reiche, und sind
namentlich die beiden photographischen Tafeln
sowie die Farbendrucktafel vorzüglich gelungen.
Die Ausgabe soll in zirka fünf rasch aufeinan-
derfolgeuden Lieferungen ä 5 Mark ge-
schehen. H.

K i x ch liehe K u n st a l t c r t ü m er in
Deutschland. Von Dr. Heinrich
Bergner. Mit ca. 8 Tafeln in Farben-
druck und Autotypie sowie über 500 Ab-
bildungen im Text. Lieferung 1. Leipzig
1903. Chr. Herrn. Tauchnitz.

Das Buch will den ersten Versuch bilden,
das ganze große Gebiet der kirchlichen Kunst-
arehäologie s y st e m a t i s ch zu gliedern,
sotvie die Monumente der Renaissance und
des Barock in dieses Gebiet einzureihen. Wäh-
rend das betreffende Werk von Otte als eine
Art Repertorium der älteren Kunstwissenschaft
den Nachdruck mehr auf eine vollständige Auf-
zählung der Denkmäler, statt auf ihre ge-
schichtliche Enttvicklung legt und der 2. ganze
Band fast nur der Kunststatistik gewidmet ist,
Ivill Bergner mehr eine systematische Dar-
stellung der kirchlichen Kunstaltertümer in
Deutschland geben, also Archäologen und
Kunsthistorikern neben der vollständigen Lite-
ratur eine historisch - k r i t i s ch e
1t e b c r s i ch t der vielen hundert
Einzelerscheinungen je von
ihren Anfängen bis zur n e n e -
st e n Z e i t b i e t e u. Die Einleitung gibt
zuerst den Begriff kirchlicher Kunstaltertümer,
dann ihre Quellen, welche in erster Linie in
Denkmälern, also in den kirchlichen Gebäu-
den (Dom, Münster, Kloster, Pfarrkirchen)
und als seluiioäre Quellen, in Bau-
rissen, technischen Schriften, Skizzenbüchern,
Modellen, Urkunden u. s. io. bestehen. Die
bildenden Faktoren, die Triebkräfte, welche bei
der Entstehung von Kunstaltertumern zusam-
menwirken, sind Liturgie, Künstler und Stil.
In dem Abschnitt „Kunstbctrieb und Material"
behandelt der Verfasser besonders eingehend
den Backstcinbau, seine Einführung und Ver-
breitung. Nach dieser Einleitung soll das Ge-

Amionce».

Soeben ist in der Hcrdcrschcii BcrlagS-
haudlimg zu Frcibnrg tut Brcisgnn erschienen
und durch alle Buchhandlungen zu beziehen:

Kunsttehre

in fünf Teilen.

Von Gerhard Gielmann 8. J. und
Johannes Sörenfen 8. 4. gr. 8".

V.Teil (Schluß): Aesthetik der Baukunst.
Von G. G i et m an n 8. J. Mit 26 Tafeln
und 100 Abbildungen im Text nebst einem
Sach- und Namenregister zu allen fünf
Bänden der Kunstlehre. (Xu. 390) M. 6.—;
gcb. in Halbfranz M. 8.—.

Früher sind erschienen:

I. Teil: Allgemeine Aesthetik. Von G. G i c t
mann 8. ft Mit 11 Abbildungen. (VI n.
340) M. 4.20; geb. M. 6.—.

II. Teil: Poetik und Mimik. VonG.Giet-
m a n n 8. ft Mit 7 Abbildungen. (X u.
520) M. 0.— ; geb. M. 8.—.

III. Teil: Musik-Aesthetik. Von G. Giet-
mann 8. ft Mit 6 Abbildungen und
vielen kürzer» Musikproben. (VIII u. 370)
M. 4.40; geb. M. 6.20.

IV. Teil: Malerei, Bildncrci und schmückende

Kunst. Von I. Sörensen 8. ft Mit
2 Farbendrucken und 92 Abbildungen auf
40 Tafeln. (XIV u. 334) M. 6.-; geb.
M. 8.-. ' ' ö

= Jeder Teil ist einzeln käuflich. -

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Stuttgart, Buchdruckerei der 91«.°®°«. „Deutsches VolkSblatt".
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