Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 22.1904

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yerausgegeben und redigiert von Pfarrer Detzel in St. Lliristina-Ravensbiirg.

Verlag des Rottenlnirger Diözefaii-Itiiiistvereiiis;
Aainiiiissioiisverlag von Friedrich 2Ubcr in Ravensburg.

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Erscheint monatlich einmal. Halbjährlich für M. 2.— durch die rvürttembergischen, M. 2.20
durch die bayerischen und die Neichsyostanstalten, Kronen 2.64 in Oesterreich, Frcs. 3.40 in
der Schweiz zu beziehen. Bestellungen werden auch angenommen von allen Buchhandlungen JQQ/1
sowie gegen Einsendung des Betrags direkt von der Verlagsbuchhandlung Friedrich Alber in J T“*
Ravensburg (Wiirttemberg) zum Preise von M. 2.05 halbjährlich.

verkauf eines altertümlichen 2lltar-
werkes aus der Sft. Georgskirche
in Oberdorf, Oberamts lveres-
beim, im Fahre l85ö.

Von Kanzleirat Marquart in Ludwigsburg.

Ein unterm 27. Juni 1858 ergangener
Erlaß des K. Ministeriums des Innern
in Stuttgart wegen der Konservierung der
Denkmale des Altertums und der alten
Kunst — abgedruckt im „Voten vom Härts-
feld", Dienstag den 13. Juli 1858,
Nr. 56 — gab dem Gutsbesitzer W. in
^Oberdorf Veranlassung, sich an genanntes
Ministerinnl wegen eines vor drei Jahren
— also 1855 — erfolgten Verkaufs von
Altargemälden und Altar aus der dortigen
protestantischen Kirche zu wenden, der
von dem teils aus Israeliten, teils aus
Katholiken, teils aus Indifferenten be-
stehenden Stiftungsrat gegen den aus-
drücklichen Willen der protestantischen Ge-
meinde zu einem Spottpreis an den Maler
und Kunsthändler Maurer in Stuttgart
erfolgt sei.

Schon zur Zeit des beabsichtigten Ver-
kaufs hatte der betreffende Gutsbesitzer
sich im Namen der Mehrzahl der pro-
testantischen Gemeinde an das Dekanatamt
Aalen und das Oberamt Neresheim ge-
wendet. Zum Belege für die Wichtigkeit
des Kunstwerks hat der Beschwerdeführer
einen Auszug von Obertribunalprokurator
Abel in Stuttgart vorgelegt, sowie die
Abschrift einer dein gemeinschaftlichen Ober-
amt übergebenen Eingabe 6. d. 18. April
1855 mit 58 Unterschriften unter dem
Anfügen, das; der Unterschriften noch mehr

geworden wären, wenn der Schultheiß
nicht den Sammler derselben verhaftet
hätte.

Auszug des Obertribnnalproknrators
Abel in Stuttgart vom 24. April 1855.

Denkmale des Altertums und der alten
Knust im Königreich Württemberg, zu-
sammengestellt von dem k. statistisch-topo-
graphischen Bureau Stuttgart und Tü-
bingen 1843 Bl. 8. St. 152 Oberdorf.

Die Skt. Georgikirche, 1463 erbaut,
Eigentum der Skt. Georgipflege in Ober-
dorf. In dieser Kirche ist ein wertvoller
Hochaltar mit Gemälden von Hans
Schäufelein. Das Schnitzbild Skt.
Georg ist nicht von besonderer Bedeutung,
von desto größerer die Gemälde. Die
Verkündigung außen, 2 Bischöfe innen.
Ans den Flügeln sind innen schlechte Flach-
bilder, außen der heil. Georg und 3
Marterszenen, daneben links die heil.
Katharina, rechts die heil. Barbara,
herrlich gemalt. Hinten am Altar
der heil. Veronikakopf, darüber das Welt-
gericht.

In eine»; Exemplar des obigen Buchs
bemerkte Herr Dr. Passavant zu Frank-
furt a. M. — Direktor des Städtischen
Instituts, einer der berühmtesten Kenner
und Schriftsteller der Gegenwart in Kunst-
gegenständen — über den Oberdörfer
Altar:

„Kleine Kirche 1463 erbaut, Altar von
H. Schäufelein, Schnitzwerk Skt. Georg,
der den Drachen tötet, in der Mitte zwei
heil. Geistliche 3. 13. und 3. E. in ver-
goldetem Relief zu den Seiten. Unten
kleiner die Familie der heil. Anna auch
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