Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 22.1904

Seite: 93
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Herausgegeben und redigiert von Pfarrer Dehel in St. (Lhristiua-Raveusburg.

Verlag des Rotteilburger Diözesan-Auustvereitts;
Aonrmissiousverlaa von Friedrich Alber in Ravensburg.

Erscheint monatlich einmal. Halbjährlich für M. 2.— durch die mürttembergischen, M. 2.20
T durch die bayerischen und die Neichspostanstalten, Kronen 2.64 in Oesterreich, Frcs. 3.40 in

der Schweiz zu beziehen. Bestellungen werden auch angenommen von allen Buchhandlungen TQQ/1
sowie gegen Einsendung des Betrags direkt von der Verlagsbuchhandlung Friedrich Alber in s T“*
Ravensburg (Württemberg) zu:n Preise von M. 2.05 halbjährlich.

Prägung hergestellt. Der eine Stempel ist

(Huellenbeiträge zur süddeutschen
Goldschmiedekunst vom (5. bis
zum Lude des (8. Jahrhunderts.

Bon Professor vr. Alfred Schröder.

Die folgenden Nachrichten können auf
irgendwelche Vollständigkeit keinen Anspruch
machen. Es war von vornherein nicht
meine Absicht, die Werke auch nur einer
bestimmt umgrenzten Gruppe von Gold-
schmieden erschöpfend znsammenzustellen.
Wer sich ans diesem Gebiete umgesehen
hat, weiß, daß dazu ein Leben kaum ans-
reichen würde. Aber was ich gelegentlich
bei Ausflügen oder Stndienailfenthalten
oder auf Ferienreisen gesammelt habe,
immer ein besonderes Augenmerk ans die
rührigste Goldschmiedeznnft, die der Reichs-
stadt Augsburg, richtend, das biete ich hier-
in übersichtlicher Ordnung dar. Die Nach-
richten stützen sich durchgehends ans eigene
Anschauung der erwähnten Gegenstände.
An der Hand der Goldschmiedeakten des
Augsburger Stadtarchivs bin ich sodann
den Meistern nachgegangen und habe ihre
Namen und wichtigsten Lebensdaten fest-
znstellen gesucht, soweit das nicht schon in
dem trefflichen Werke Rosenbergs (j. unten)
geschehen ist. Ich hoffe, mit diesen Notizen
einen kleinen Beitrag zur Würdigung der
einzelnen Meister, zur Charakteristik des
Stilwandels innerhalb dieses vorzüglichsten
aller Knnstgewerbe und zilr Identifizierung
der Meisterhände für eine nicht unbeträcht-
liche Zahl von Goldschmiedearbeiten zu
liefern, die nach ihrer Herkunft noch un-
bekannt sind.

Das wichtigste Hilfsmittel zur Identifi-
zierung der Aieister wird stets die Bezeich-
nnng der Stücke bleiben. Sie ist in der
Regel eine doppelte und durch Stenipel-

das Meisterzeichen, häufig die Anfangs-
buchstaben der Vor- und Zunamen der
Meister, mitunter auch ein figürlichesZeichen.
Der andere Stempel ist das Kontrollzeichen
der Behörde über den richtigen Feingehalt,
das sogenannte Beschauzeichen, zumeist in
der Form an das Wappen der Stadt,
deren Bürger der Meister ist, sich anlehnend.
Das Beschanzeichen nennt uns also den
Entstehnngsort, das Meisterzeichen deutet
den Namen des Goldschmiedes an.

Die im folgenden beschriebenen Stücke sind,
wofern es nicht ausdrücklich anders bemerkt ist,
ganz aus Silber und vergoldet; nur bei Strahlcn-
inonstranzcn pflegte man die Strahle» aus Kupfer
herzustcllen und im Feuer zu vergolden. Die
Ornamente sind in der Regel in Silber getrieben;
diese Technik ist überall da angcwendct, wo nicht
ausdrücklich eine andere angegeben wird.

Abkürzungen:

A. C. = Augustanae confessionis.

A. M. = Augsburger Marke.

Friesenegger — I. M. Friesenegger, Die Sankt
Ulrichskirche in Augsburg, 1900.

Roscnberg — Marc Rosenberg, Der Gold-
schmiede Merkzeichen. 1890.

Steichele-Schröder — Das Bistum Augsburg,
beschrieben von A. Strichele, fortgesetzt von
A. Schröder, Bd. 6 uuto 6, 1895—1904.

Zingeler und Laur — Z. u. L., Die Ban- und
Kunstder.kmäler in den hohenzollernschen Lan-
den. 1890.

I. Augsburger Golds ch mied e.

Augsburger Marke: Ein Pinienzapfen;
seit 1795 wird unter denselben ein von drei zu
drei Jahren wechselnder Buchstabe des Alphabetes
gesetzt unter genauer Einhaltung der alphabeti-
schen Buchstabenreihe.

Bilshofen, Stadtpfarrkirche. Kelch, datiert
1606. Ganz einfach,^noch gotischem Aufbau.

Koch, Karthol. -j- 1627. - Rosen-
berg 167.
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