Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 22.1904

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c) Landshut, ehemalige Jesuitenkirche.
Monstranz. 21. M. mit C. Meisterzeichen wie oben ;
außerdem steht an der Oberseite des Fußraudes:
FR^I>1L : lOdl/cDl : ItERDOLT fecit 1739.
H. 1,16, Friß 0,50X0,34. Sehr schwer. Prunk-
stück mit sehr vielen Edelsteinen, ganz ans ver-
goldetem Silber, auch der Strahlenkranz. Ilm
Frist in vier getriebenen Reliefs die Erdteile in
Anbetung Reicher Knauf. Darüber der Strahlen-
kranz, der fast ganz von Wollen verdeckt ist,
worin Engel mit Aehren und Trauben (diese
ans Perlen gebildet), mit Rauchfässern oder in
anbetender Stellung. Durchsicht ein nllarför-
miger Aufbau »nt Säulen und Gesimse», unter-
halb derselben zwei Füllhörner mit Aehren und
Trauben, oberhalb derselben die Taube des hei-
ligen Geistes, weiterhin Gott Vater; als Abschluß
der Durchsicht Baldachin, als Ilbschlust des Ganzen
ein mit großen Amethysten besetztes Kreuz. Die
Komposition hochoriginell, das Figürliche vorzüg-
lich. Ei» hervorragendes Stück.

Lang, Franz Thaddäus, kath.
33. V f ) Meisterstück 1718. f 1773. ==3!o-
Ms/ senberg 358 (unrichtig Lau;).

a) 21 l t e n m ü n st c r, Bez.-2l. Zusmarshausen,
Pfarrkirche. Kelch von 1733 (laut Widmungs-
inschrift). Frührokoko-Ornament nebst Halbfigur
des hl. Sebastian in Relief. Sauber ausgeführte
Arbeit, doch in den Verhältnissen nicht ganz glück-
lich getroffen, Kuppa etwas zu klein.

1>) N e u b u r g a. D., Stadtpfarrkirche zum
hl. Geist. Kelch, undatiert, ganz eigenartig in
den rein ornamentalen Dekorationsmotiven, mehr
originell als hübsch, sehr unruhig, doch »och sym-
metrisch, wohl Frührokoko, obwohl sich von dem
charakteristischen Laub- und Bandwerk nichts findet;
ein merkwürdiges Stück, ein Beweis, wie die
Motive beim Stilübergang mannigfach variierten,
bis sie im eigentlichen Rokoko stilistisch gebunden
erscheinen.

c) Augsburg, kath. hl. Kreuz. Ein Schild
mit der Reliefdarstellnng von Mariä Reinigung.
21. M. mit E, also zwischen 1741 und 43. Sehr
gute Figuren.

ck) Ebenda. Sechs Leuchter, datiert von
1743. 21. M. mit E. Ter marianischen Kongre-
gation gehörig. Sehr gute Arbeit.

e) Inningen bei Augsburg, Pfarrkirche.
Kelch, A. M. mit I, also'1749-5,; Rokoko,
gute Jlrbeit. (Die Kirchenstiftung gab bei dem-
selben laut Stiftungsrechnung 1769 ein Ciborium
und eine Monstranz in Auftrag, beides nicht mehr
vorhanden.)

l) Vilshofeu, Stadtpfarrkirche. Kelch in
Hochrokoko, 21. M. mit 1, also 1749—51, nur
getriebenes Ornament, äußerst schwungvoll und
aufs sauberste ausgeführt, ein hervorragendes
Stück.

g) Augsburg, Domschatz. Monstranz von
1751 (datiert), mit dem von Bischof Alexander
Sigismund Pfalzgrafen bei Rhein (st 17o7) der
Domkirche vermachten äußerst wertvollen und
reichhaltigen Edelsteinschmuck. Das Domkapitel
hat laut einer Inschrift im Fuß der Monstranz
den Schmuck in dieser Form fassen lasse». Mei-
sterinschrift am äußeren Rand des Fußes: Franz j
Xaveri Quinzer des ineren Raths und Golt- [
arbeiter fecit 1751; daneben das obige Meister-
zeichen. 21. 2)!. mit I. Weiter oben am Fuß in
Email das Wappen Jllex. Sigismunds. Der

Knauf in der Zopfzeit erneuert. Strahlenmon-
stranz völlig aus Silber. Dem Strahlenkranz
ist eine Rokokoverziernng mit einigem Figürlichen
vorgelegt; in diese sind die Steine in kunstvoll-
ster Weise gefaßt, besonders reich und schön an
der Umrahmung der Durchsicht. Unterhalb der
Durchsicht Email: Abendmahl, höchst fein. Der
Fuß ist rein ornamental in sauberer Jlusführuug
getrieben und zeigt die entwickelten Rokokoformen.

h) Gunzbu r g, Frauenkirche. Großer Kelch
von 1754 (laut Widmungsinschrift) 21. M. mit L.
Emails. Gut gearbeitet.

34. (M)

Dill in gen, Jesuitenkirche. Kelch. H. 0,28.
21. 3)1. mit G , also 1745—47. Rokoko. An
Fuß und Kuppa Steine in aufgelegter Weiß-
silberfnssung.

o- Stippeldey, Joh. Karl, kath.

' (C^Sj Heirat und Meisterstück 1731. st 1765.

Augsburg/ Dom, Pfarrsakristei. Großer
Kelch. 21. M. mit II, also 1747- 49. Ornament
das Muschelwerk des Rokoko. Wenig feine 2lrbeit.

36. fi Saler, Joseph Ignaz, kath. st 1764.

a) 31 eu b u r g a. D., Hofkirche. Strahlen-
monstranz (— Rosenberg 862 e, wohl mit Un-
recht Joh. Jak. Schoap zugeteilt, dessen Zeichen
in der Wiedergabe bei Rosenberg nicht überein-
stimmt mit dem Zeichen der Monstranz). 21. M.
mit II, also 1747—49. Mit echten Sieinen be-
seht, ein Prunkstück, aber nicht fein in der Kom-
position und Ausführung; über dem Knauf Bun-
deslade, plump und blöckisch, davon ausgehend
Ranken, die sich dem Strahlenkranz vorlegen.

b) Dillinge », Jesuitenkirche. Missalebe-
schläg, datiert 1755. 21. M. mit U. Weißsilber.
Im Muschelgeschmack.

-rcZ)

Augsburg, kath. hl. Kreuz. Kännchen mit
Teller. 21. 3)1. und L, also 1753—55. Schlicht,
wenig sorgsame Jlrbeit.

38.

FM

39.

Augsburg, kath. hl. Kreuz. Kännchen mit
Teller. Unter der Stadtmarke di, also 1755—57.
Bessere Jlrbeit, ausschließlich Ornamentmotive.

Vermutlich Joh. Gg. I a s e r ,
st 1760.

a) Augsburg, kath. hl. Kreuz. Kännchen
mit Teller, laut Widmung 1760. Nur Ornament-
motive. Bessere Jlrbeit.

1>) Ebenda. Kelch laut Widmung 1760.
Wie oben a.

Vgl. auch Zingeler und Lanr 29.

Mederl, Franz Christoph, kath.
Meisterstück 1729, Hausbesitzer in

FCM

40.

Augsburg 1739 bis gegen 1766.

G ü nzbu r g, Frauenkirche, Kelch. 21. 3)1.
mit F, also 1761—63; bloß ornamentale Zier.

41. (ri / Reitler, Jos. 2lnt., kath., seit
' Mil/ 1746 Goldschmied in Ilugsbnrg.

21 u g s b u r g, kath. hl. Kreuz. Missalebcschläg
in schwerem Ziokoko (Muschelmotiv), Weißsilber,
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