Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 22.1904

Seite: 122
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vollendet worden. Schmarsow möchte aber
ans stilistischen Gründen eher 1451 lesen
ititb glaubt die Ziffer 3 könnte möglicher-
weise auch 5 bedeuten, da bekanntlich
gerade diese Zahl mehr als alle andern
Zahlzeichen einer großen Zahl Varianten
unterworfen ist. Wir können ans die um-
fangreichen Beweisführungen des Verfassers
hier nicht näher eingehen, glauben aber,
daß die Form der 3 durchaus sicher ist.
Jedenfalls ist es gewagt, ans dein spärlich
vorhandenen gleichzeitigen Vergleichsma-
terial und historischen Kombinationen aller
Art, auf eine spätere Entstehungszeit des
Altarwerks schließen zu wollen.

Grundriß der Kunstgeschichte
von Wilhelm Lübke.

Neu bearbeitet von Prof. vr. Max S e m r a it.

Stuttgart. Paul Neff.

Das Talent in jeder Kunst ist selten,
den Sinn dafür auszubildeu,
ist so ziemlich alle,, vergönnt,
nur will er ausgebildet sein. Plate,,.

Kein anderes Werk hat ivie Lübkes
Kunstgeschichte soviel
dazu beigetragen, in
den letzten vier Jahr-
zehnten den Sinn für
die Kunst in den brei-
ten Massen des Volks
zu wecken und aus-
znbilden. Wilhelm
Lübke war der ersten
einer, die den mo-
dernen Kampfruf:

„Die Kunst devl
Volke!" erklingen lie-
ßen und tausende und
abertausende sind ihm
gefolgt. . Trotz aller
hämischen Anfechtun-
gen von seiten solcher,
diekünstlerischeDinge
als eine Domäne der
Fachwelt betrachtet
wissen ivollen, istLüb-
kes Grundriß der
Kunstgeschichte d i e
Kunstgeschichte für
unser deutsches Volk
geworden und geblie-
ben. Sein Buch ivar
und ist eine kulturelle

Tat. Nicht leicht eine andere populäre Knust-
geschichte ist aber auch so geeignet, Sinn und
Liebe zur Kunst zu fördern, Verständnis und
Urteil zu bilde», kurz, eine Schule der
Aesthetik zu sein, ivie diese. Als Lübkes
Hand die Feder entfiel, nahm sie ein
geistesverwandter jüngerer Gelehrter auf,
Professor Dr. Max Seinran in Breslau,
und nach siebenjähriger Arbeit liegt nun-
mehr das schöne Werk von 530 Seiten,
entsprechend dem immensen zu Tage ge-
förderten neuen Material auf 2242 Seiten
angewachsen, in fünf stattlichen Bänden
als Quintessenz der jetzigen Knnstforschung
vor uns. Jeder derselben bildet
ein für s i ch a b g e s ch l o s s e n e s Gan-
zes. Die enorm verfeinerte Reproduk-
tionstechnik hat es ermöglicht, beut Auge
früher in dieser Form unerreichbare Ge-
nüsse zu bieten durch 2027 Abbildungen
und 30 zum größten Teil bunte Tafeln.
Die I I. Auflage enthielt deren nur 706,
also etwa den dritten Teil der jetzige!,,
uild einen einzigen bescheidenen Licht-
druck.

Relief am Monolithtor von Thiahnanaeo.
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