Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 23.1905

Seite: 25
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Hercnisgegebe» und redigiert von Pfarrer Dehcl in St. Lkristina-Ravensburg.

Verlag des Rottendnrger Diözefan-Knnstvereins;
Konimissionsverlag von Friedrich Silber in Ravensburg.

Jährlich 12 Nummern. Preis durch die Post halbjährlich M. 2.or> ohne
lf)l* o Bestellgeld. Durch den Buchhandel soivie direkt von der Verlagshandlung IOO

O’ Friedrich Alber in Ravensburg pro Jahr M. 4.10. ' •'*

Die neue Kirche in Tliochemvcmgen.

Bezüglich der alten Kirche in Mochen-
wangen und der ehemaligen Parochial-
verhältnisse zwischen Mochenwangen und
der ehemaligen Mntterkirche Wolperts-
wende läßt ilns Herr Vikar G. Merk
in Ravensburg folgende Notizen gütigst
znkommen:

Schon im Jahre 1831 gelegentlich des
Schnlhaitsbaues in Wolpertswende kam
auch die Frage eines Kirchen-Neilbaues in
Wolpertswende, wegen der „ohnedles^sehler-
haften Konstruktion" und der „von Jahr
zu Jahr sich mehrenden Bevölkerung" in
Fluß. Was aber damals für die Mntter-
kirche angestrebt wurde, sollte die Filiale
Mochenwangen — bis 1843 nach Wol-
pertswende eingepfarrt — nach 73 Jahren
als ihr Eigentum erhalten und an Stelle
der Loretenkapelle sollte die neue Pfarr-
kirche treten.

Die St. Lanretenkapelle wurde 1719
von der Frau Maria Klara Eva Eleouora
verwitweten Freifrau v. Thnrn geb. Freiin
v. Heidenheim ans eigenen Mitteln und
Kosten erbaut und laut Ravensburger Rats-
protokoll (Spitalarchiv Ravensburg) vom
14. September 1719 ließ die Gemeinde
Mochenwangen durch Joseph Bieg und
Michael Berlinger vortrogen, daß sie „zur
Erhaltung der nuferbanenden Kapelle"einige
Jauchert Feld beim alten Bildstock stiften
wollen und baten den Magistrat Ravensburg
als Lehen- und Gerichtsherrn um Bestäti-
gung", die auch gegeben wurde.

25. Jan. 1728 stiftete obige Frau zu
der Kapelle auch ein Benefizinm mit
4400 fl. mit der Verpflichtung von vier

heiligen Messen für die Häuser Heiden-
heim, Spät und Riedheim in der Woche.
Jeden Abend sollte der Rosenkranz gebetet
werden mit fünf Vaterunser und fünf Ave
und ebensovielen Ehre sei Gott zu Ehren
der heiligen fünf Wunden. Der Bene-
fiziat sollte auch für die Wallfahrer
die Stelle eines Pönitentiars vertreten
und sollte an den Tagen, wo die Pil-
grime in größerer Anzahl zu kommen
pflegen ohne Stellvertretung nicht ab-
wesend sein. Im übrigen sollte er von
der Pfarrei Wolpertswende ganz erempt
sein und nur „auf freundliches Ansuchen"
dort in Spendung der Sakramente, Pre-
digt und Kinderlehr Aushilfe leisten. Jahr-
täge sollte der Benefiziat nicht annehmen
und die Bewohner von Mochenwangen
vom Besuch des Gottesdienstes an Sonn-
uud Feiertagen in Wolpertswende nicht
abhalten. Als Bauschilling sollte er zum
Pfründhaus 5 fl. geben (Spital- und
S t a d t a r ch i v).

Nach einem für den Pfarrer von Wol-
pertswende sehr vorteilhaften Projekt
zwischen Wolpertswende und Mochen-
wangen von 1723 schon zu schließen, betrug
die Seelenzahl Mochenwangen ein Drittel
der Gesamtpfarrei und der zukünftige
Benefiziat sollte Mochenwangen und Greith
ganz versehen, dem Pfarrer von Wolperts-
wende für abgehende Stol 10 fl. jährlich
bezahlen, dabei aber kein Baptilterium in
Mochenwangen errichten und an St.
Gangnlf die heilige Messe in Wolperts-
wende lesen. Deni Mesner sollten seine
Einkünfte in Mochenwangen und Greith
an Brot, Leutgarben und Geld und Eier
verbleiben. In der Kapelle sollte niemand
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