Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 23.1905

Seite: 120
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dem hohe» Nato", die prächtigen Judengestalte»
i» mal-rische» Kostümen; sie beruhe» nuf ein-
gehenden Studien. Des erschütternde» Drnmas
großartigen Hintergrund bildet die Stndt Jeru-
salem mit der trotzigen Antonia, dem herrlichen
Tempel und der olles überragenden Citadelle mit
der Königsburg. Wegen der topogrnphischen Ge-
nauigkeit mag dieser Teil des Bildes eine klare
Vorstellung geben von der ehemals prächtigen
Stadt und ihrer Umgebung (SkopuS, Oelberg,
Berg des bösen Rates). Eines ist zu tadeln an
der Reproduktion: der Mittelpunkt des Bildes ist
doch wohl der Kreuzestod mit den beteiligten
Personengruppen; dieses geschlossene Ganze ist in
unverständlicher Weise auseinandergerissen, so
dost, bei entfalteten Blättern, die Nebensache, der
Hintergrund, sich zu sehr vordrängt. Den ein-
fachen Betrachter stört das; er kann sich das Zu-
sammengehörige nicht so leicht znsammeureimen.
Die drei letzten Blätter gehören au die Spitze.
Mau müßte nur das Hauptgewicht auf da« in
der Titel,»igabe vorangestellte „Jerusalem" legen.
Im übrigen empfehlen ivir die trotz des kleinen
Maßstabes scharfe Reproduktion einem jeden Kunst-
freund zur Anschaffung für Haus und Schule
(hier namentlich als topographisches Anschauungs-
mittel), ebenso für Vereine (Kehrlingsvereine).
lieberall darf man des lebhaftesten Interesses
sicher sein. — Der Hnuptausschnitt „Der Kreuzes-
tod Christi" (Blatt 2 ». 3) ist im selben Verlag
als Bromsilber-Photographie um 1(> M. zu haben
(Größe öl): 75 cm).

K. t R. S.

P o m lieben Iesuskin d. Legenden ans ^
seiner Jugend. Bo» Eli sabe th H o rster. \
Mit 13 vielfarbigen Künstdruckbilderu nach -
Zeichnungen von W. strohni. Köln a. Rh.
Berlag und Druck von I. P. Bichem.
Gebd. :> Bit.

Ein passendes schönes Weihnachtsgeschenk für
die Jugend etiva vom 4.—10. Jahre. Das fest-
lich und gut haltbar eingebundene Buch enthält
im ganzen 14 Gedichte, die so recht den, liud-
liche» Auffassungsvermögen mit feinem Verständ-
nis angepaßt sind und den Kinderton recht glück-
lich treffen. Die 14 in vielfarbigem Kunstdrucke
ausgeführten Bilder, einschließlich des Decken-
bildes, sind ebenfalls für das kindliche Auge in
Farbe und Entwurf glücklich gegeben. Die Gabe
nnrd auf jedem Weihnachtstische den Kleinen
außerordentliche Freude bereiten.

Kunst und Moral von N. P. Sertil-
langes. Genehmigte Ilebersetzuug nach
der sechsten französischen Auflage. Straß-
burg i. E. Berlag von F. .st:. Le Roux
u. Eo., Bischöfl. Druckerei. Preis drosch. !
50 Pf.

Dieses von „Wissenschaft und Moral, Sanun- j
lang bedeutender Zeitfragen", erschienene Bänd- :
chrn behandelt die drei Fragen: Welches sind
eigentlich die Beziehungen — wenn es deren gibt
- zwischen der Kunst und Moral? Wie offen-

bart sich die Sittenlosigkeit in den Künsten?
Welche Kunstwerke, die nichts an sich Unmora-
lisches darstellen; schließen doch ans dem einen
oder andern Grund eine Gefahr für den Zu-
schauer ein? Das Büchlein ist besonders auch
für ausübende Künstler lcsens- und beachtens-
wert. > >.

Annonce».

Im Verlage von J. P. Bachem in
Köln ist soeben erschienen:

Die Madonna

in ihrer Verherrlichung
durch die bildende Kunst

Von Dr. Walter Rothes
Dozent für Kunstwissenschaft an der
Kgl. Kaiser-Wilhelm-Akademie zu Posen.

Vornehme Ausstattung auf ff. Kunst-
druckpapier mit 128 Abbildungen,
ln Original-Einband Mark 5. .

Die Seligpreisung der Gottesmutter
hat auch die bildende Kunst sejt Be-
ginn der christlichen Zeitrechnung in
ihrer Art mit grossem Eifer zum Aus-
druck gebracht. Unendlich viel ist
seitdem zu Ehren der Himmelskönigin
gemalt, gemeisselt und geschnitzt
worden.

Hier zu sichten und an der Hand der
besonders charakteristischen Schöpf-
ungen der Kunst der christlichen Völker
ein Bild der Gestaltung und Entwick-
lung des Madonnen-ldeals in den
Wiedergaben der christlichen Kunst
zu liefern, ist der Zweck vorliegender
Arbeit.

Es ist ein P r a c h t w e r k von
dauerndem .Wert, das in keiner
katholischen Familie fehlen sollte, und
als Festgeschenk für jede Gelegen-
heit — auch für geistliche. Herren —
sehr zu empfehlen.

Zu beziehen durch jede Buchhandlung.

Hirz u drei Beila g e n:

1. Titel u n d Inhaltsverzeichnis.

2. Eine Kuustbeilage: Die Glasge-
m ä l d e in der Pf a r r k i r ch e zu Schn s s e n -
rieb.

3. Ein Prospekt v o m Verlag I. P.
Bachem in Köln über Rothes, „Die
Madonna".

Stuttgart, Buchdruckeret der Llkt.-Ges. »TeutscheS Aolkäblatt".
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