Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 24.1906

Seite: 20
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auch anders dieser Knust anhaengig fer-
tigen und zu Weg bringen köndte ver-
gebenlich zu bereden und abzufahe» nicht
Scheu tragen.

Wann wir dann sollich Vorgehen zn
Rachtheil und Abgang nnsers diß Orts
nicht ivenig nachziehenden Vormunds-Cam-
merguts und denen Underthanen (denen
hieran ebenso wol niercklich gelegen (ist), daß
sie der Wehrschaft halber sich versichert (ha-
ben) und das Ihrig, aufs den Fall der Guß
nicht bestand, nieder einzukoinmen wissen)
zu Scheden nachznsehen keineswegs, son-
dern vilmehr gemaint (sind), offtberührte
Landsordnnng und Rescripta, gleich wie in
allen andern, also und nicht weniger in
disenn Puneten vestiglich handenhaben,
zu wellichem Ende nur denn auch beede
den 6 und 29 December naechstverwichenen
1630 Jahres wegen Vermehrung des
jaehrlicheu Cainmer-Gefaell und Gelt-
Einnam in Truck gegebene Erinnerung
anhero erfrischen und widerhollen thnn,
zumahlen es an dem, daß von weyland
— Herrn Ludwig Friderichen Hertzogen
zu Wttrteiilberg und Teck hochseeligen
Liebden (1628 — 1631 Vormund für den
minderjährigen Herzog Eberhard III.) un-
serer Vormundschafft verordneten Bronnen-
und Werckmaistern alhier, Johann Kretz-
mayer das große Gießhauß im Zeug-
Hof i) mit gewisser Maß und under anderm
auch mit diesem außtcnckenlichen Beding
überlassen und eingeraumt (worden ist), daß
diesen Vormunds Staat er nicht allein mit
Bilder, Glocken, Rohren, Teucheln und
andern nothwendigen Gießen jedesmahls der
Gebühr versehen (soll) und darauff vermög
deren mit ihme anffgerichter Capitnlation nnd
darumb empfangenen schrifftlichen Staats
bestellt und angenommen (worden ist), son-
dern ailch befügt sein solle, sowol denn Stätten
und Communen als Privatis in» und
ausser Lands, was von obigen und an-
dern der Bronnen- und Wasserkunst an-
hangenden Güssen an ihne begehret wurde,
alhier in erwehntem grossen Giesshauß
zu giessen i>nd zn fertigen, gestalt er

0 Herzog Christoph ließ 1568 das Zeughaus
in Stutgart, welches in der Ecke, welche die
Kanzleistraße mit der Königstraße bildet, lag,
abbrechen und dafür de» Zeughof aufführe»
(Pfasf, Gösch, der Stadt Stuttgart >, 61).

> dann allberait aufs gelaiste gute, bewehrte
Proben hierzu bestähtigt und beeydiget
! worden (ist).

Als ist hiemit unser Bevelch, ihr wol-
len dises ohnerlängt in Statt und Ämpt,
sonderlichen bey haltenden Vogt- und
Rnoggerichten menniglichen zur Nachrich-
tnng verkünden und zu wissen machen,
auch mit allem Ernst darob und daran
sein, daß alle anßlaendische und unver-
burgerte Gießer, wo sie sich einschlaicheu
ilioechten, den naechsten ab- und sortge-
schafft und nirgend passiert, hinwidernmb
alle von nmb- oder neuen Giessen
der Glocken obhandene Giess uub der-
gleichen, auch von der Bronnen- und
Wasserkunst dependierende Arbeiten ob-
besagtem Johann Kretzmayern ange-
tragen und verdingt werden, welticher be-
vehligt, auch erbietig(ist), gegen billichmäßi-
gem, beeden Theilen ertraeglichem Lohn
sowohl die Communen als Privat-Personen
hierunder meglichst zn befürdern und gute
Wehrschafft zu machen?)

Hans Kretzmayer der Jüngere,,seit
Georgii 1619 herzoglicher Werkmeister
starb indessen schon am 15. Sept. 1635?)

(Schluß folgt.)

Aunstnotiz.

Die königliche Akademie der bildenden üünste
in München wird in diesein Wintersemester
1905/06 von 441 Studierenden besucht, von
denen 344 sich dem Studium der Malkunst,
82 dem der Bildhauerei und 15 der Radierkunst
widmen. Nach Ländern ausgeschieden, stammen
davon 131 aus Bayern, 143 ans den übrigen
deutschen Bundesstaaten und 167 aus den übrigen
Staaten, darunter 85 aus Oesterreich, 26 aus
der Schweiz, 23 aus Rußland u. s. w.

') Neyscher, Sammlung der württ. Gesetze
XII, 1019-1021.

2) Georgii - Georgenau, württ. Dienstbuch
S. 208. Nach einer Urkunde des Kgl. geh. Hnus-
nnd Staatsarchivs in Stuttgart war vor 1641
Martin Stuckgießer in Stuttgart. Es ist dieses
Nikolaus Marti» von Campen.

Hiezu eine Kunstbeilage:

Der neue Berliner Do m.

Stuttgart, Buchdruckerei der Akt.-Ges. „Deutsches VolkSl'latt".
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