Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 24.1906

Seite: 62
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die gleichfalls in drei Stufen den Höhe-
punkt dieser Bildergrnppe und zugleich
der ganzen Reihe erreicht. Dazu verhält
sich der Rest der Bilder wie ein Rückblick
und ein Ausblick in die Zukunft. Ganz
genau in derselben Weise verläuft die
Mittelfreskenreihe der Decke.

(Schluß folgt.)

Geschichte des katholischen Gottes-
dienstes in Ludwigsburg.

Aon Dr. (Stiefel.

(Schluß.)

Aus dein Umstande, das; unter den
oben anfgeführten kirchlichen Gerätschaften
keine Monstranz genannt wird, darf wohl
geschlossen werden, daß die bisherige Mon-
stranz der Schloßkirche damals den Katho-
liken in ihren Betsaal überlassen wurde,
in deren Besitze sich dieselbe bis auf den
heutigen Tag befindet.

Der Betsaal in der Kanzleikaserne er-
wies sich im Laufe der Jahre als zu klein.
Wegen seiner Beschränktheit nannten ihn
die Leute „Hnndestall". Durch den ReichS-
deputativnshanplschlnß, den Preßbnrger
und Pariser Vertrag waren große katho-
lische Gebietsteile an Württemberg ge-
fallen, die jährlich ihre Rekruten zu den
in LudwigSbnrg garnisvnierenden Regi-
mentern abgeben mußten, wodurch sich die
Zahl der hiesigen Katholiken rasch ver-
mehrte. Daher bestimmte König Friedrich
mit Reskript vom 20. Februar 1810 I die
hiesige (protestantische; Garnisonkirche für
die P r o t e st a n t e n n n d K a t h o l i k e n
gemeinsam.

Um alle Kollisionen beider ReligionS-
verwandten zu vermeiden, wurde von seiten
deS K. Konsistoriums der Oberhofprediger
Prälat v. Süßkind und von seiten des
K. Katholischen Geistlichen Rats der Geist-
liche Rat Keller nach LudwigSbnrg zu
einem lokalen Augenschein abgeordnet,
welchen dieselben mit Zuziehung des dor-
tigen Garnisonpredigers und des katho-
lischen Stadtpfarrers sowie deS Landban-
meisters Kämmerer einnahmen.

Für den katholischen Gottesdienst war

') In meiner Arbeit „Die alte Ganüsimkirche
in Ludwigsburg" („Ludwigsburger Zeitung"
1803, Nr. 123) ist fälschlicherweise das Jahr
1804 angegeben.

ein eigener, während des protestantischen
Gottesdienstes mit einem Vorhang zu be-
deckender Altar nebst Tailfstein, sodann
j eine besondere Sakristei zil Aufbewahrung
der Paramenten rc. :c., ein abgesonderter
i Raum für die Beichtstühle, ein schicklicher
j Platz zu den Weihkesseln, K i r cy e n st rt h l e,
i welche zum Knien eingerichtet
: w a reu, und zwei Glocken auf den Turm
erforderlich.

Da übrigens der Altar, das Tabernakel,
die kirchlichen Gerätschaften, Ornate, Para-
mente, die Beichtstühle, Kirchenstühle re. re.
in der bisherigen katholischen Kirche in der
Kanzleikaserne teils durch den Gebrauch
abgenützt waren, teils die Veränderung
des Lokals neue Bedürfnisse für die katho-
lische Kirche in Lndwigsburg verursachte,
so wurde das Abmangelnde ans dem in
der Stuttgarter Gewölbekammer anfbe-
wahrten Vorräte der aufgehobenen Klöster
Wiblingen, Villingen, Rottenburg a. R.,
Weingarten und Mergentheim (Deutsch-
orden) genominen und beit Lndwigsbnrger
Katholiken zugeteilt.

Von Wiblingen, Villingen und

MeßgeWnder . .

73 Stücke

Levitenröcke . .

23

Ranchmäntel . .

14 I

Stolen . . . .

46 „

Manipel . . .

87

Kelchtncher . . .

98

Insul . . . .

1

Mnttergottesröcke.

8

Christkindsröcke .

« „

Altartücher. . .

17 „

Vom Kloster Wei

it garten: §

darteil von rotem Samt mit reicher Gold-
stickerei. Ans jeder Standarte war ans
! der vorderen Seite ein klipfernvergoldeter
j Löwe und ans der Hinteren Seite das
Bild des heiligen BlntS in Gold gestickt
4 Stücke, Pandeliere von rotem Samt
4 Stücke, Baldachine voll rotem Damast
J 3 Stücke, Tnnizellen voll rotem Daiilast
! 2 Stücke, Schabracke voll rotem Samt,
mit Gold gestickt 1 Stück, Gremial von
! rotem (Samt, mit Gold gestickt 1 Stück,
Antipendien von rotem Samt, reich mit
Gold gestickt 2 Stücke, Samtkissen, darunter
eines reich mit Gold gestickt und mit
Perlen und Steinen besetzt, 4 Stücke,
Plnviale 10 Stücke, Meßgewänder 8 Stücke,
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