Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 24.1906

Seite: 64
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Einkommen von 500 fl. wurde ans der
aufgehobenen St. Michaelskaplanei in
Mengen geschöpft. Für die Wohnung
sollte derselbe selbst sorgen, entweder ans
der Festung oder in einem benachbarten
Orte, kknternl 10. Februar 1814 wurde
der im Kommandantenbau befindliche Bel-
sanl auch für die Katholiken eingerichtet.

Es war schon im Sommer 1613 ein porta-
tiler Altar, der aus der vormals katholi-
schen, späteren Garnisonkirche in Stuttgart j
stammte, aufgestellt worden. Die nötigen
Paramente wurden teils neu angeschafft,
teils wurden sie aus dem Vorrat der auf-
gehobenen Klöster abgegeben. Drei Ka-
nonentafeln wurden ans der hiesigen Schloß-
kirche geliefert.

Für die Witwe des am 20. Mai 1795
-s Herzogs Ludwig Engen, Sophie Albertina,
Tochter des Grafen August Gottfried
Dietrich von Beichlingen, die iiu hiesigen
Schloß ihren Witivensitz aufschlng und
am 10. Mai 1807 starb, wurde im
alten Corps de Logis ein Zimmer zum
katholischen Gottesdienst eingerichtet.

j)»ve»1arslücke des Alünsters in 111,n.

Von Dekan Reiter.

Durch die Güte des Herrn Baurat Held in
Tübingen wurde wir neulich ein Auszug aus
seiner von seinem Urgroßvater angelegten Haus-
chrouik übergeben, welcher iw folgenden ver-
öffentlicht werden soll.

Auszug aus der
Chronik

oder Bes ch r e i b u n g

d er a l t e n Lö b l i ch e n R e i ch s fr epen S tad t
UIin, iw Schwübischen Crei)ß an der
Donau gelegen, ihren Ursprung, He r-
l o in w e ii, Wachst» w, und Zunahme, auch
was darinnen sonder und merkwürdiges sich be-
geben iw Jahr 178V mit eigener Hand aus glaub-
haften Chroniken geschrieben, und in Ordnung
zusawiu getragen von Johann Gottlieb Samuel

Jnspruckner Kauf und Handelsmann alhier.

Seite 189:

1785 d. 15. Febr. sind vom Löbl. Psarr-Kirchen
Ban Pfleg Amt, auf dem Itathhnnß in derGerichts-
siiibc, die in beiliegender gedruckter Anzeige ent-
haltene päbftliche Reliquien an die meistbietende
verkauft worden, welche Stücke man einige Wochen
vorher auf der Hütten (Bauhütte) im Archiv be-
sehen konnte.

Verzeichnis! (dieses Verzeichnis ist gedruckt)
einiger Ki r ch e n g e f ä ß e, und anderer
Sachen, welche ans uachgeinelten Tag dahier
zu erkaufen stehen, als:

1. ganz silberne ziervergoldte Decke über ein ge-
schriebenes Eoangelienbnch, mit getriebenen

Figuren, ohngefehr geschäzt auf 134 Loth
Silber.

l. silberne Monstranz, im Gewicht 116 Loth.
l. dergl. silbern Gefäß, schwer 60 Loth.

1. dergl. Monstranz, 43 Loth.
l. dergl. von 57 Lolh.

1 silbern Marienbild mit einem Kelch, von 78 Loth.
t. dergl. mit 3 großen Perlen, 5l Loth.

1. dergl. mit Stein, 84 Loth.

1. Bischöffl. silbernes Bild, mit 3. andern Fi-
guren, 38 Loth.

1. silbern Marienbild, 10 Loth.
l. dergl. Engel, 24'/« Loth.

1. Crucifix, mit 2. Neben-Fignren, 07 Lolh.

1. Silber und vergoldter Kelch, 40 Loth.

1. dergleichen, 24.-/° Loth.

1. dergl. von 13 Loth.

1. dergl. von 03/.i Loth.

j 1. dergl. von 7 Loth.

l. silbern Altarlein, 121» Loth.

I. Wey-Keßelen, 5l/» Loth.

1. silberner .Hostien-Becher, snniiut Pntene»,
13-/2 Loth.

1. dergl. Hostien-Büchslei», 3-/., Loth.

1. dergleichen, 3-/° Lolh.

1. Heilig Oel-Büchslen, 3'lt Loth.

Die 12 Apostel, nebst dem Herrn Christus, und
ein Leichterlen, also 14 Figuren, silber und
vergoldt, in einem schön geinahlten und ver-
golvten Kästle», noch wie neu, 26-/° Loth.

26. Stück silber und vergoldte Kugeln, 55-/., Loth.
3. dergl. Schrauben-Blättlen mit Löwengesichter,
6-/4 Loth.

1. Kelch, 20 Loth.

3. Patenen, 18-/2 Loth.

1. silbern Hostien-Schächtelen, la/.i Loth.

1. dergl. ohne Deckel, ebenfalls 1--/., Loth.

1. silbern Wein-Käntlen, 6--/., Loth.

1. dergl. ebenfalls 6--/.1 Loth.

1. zerbrochen Creuz, 7-/° Loth.

Unterschiedliche Kleinigkeiten von Silber, !8 Loth.
Ausgebrennt und schlechtes Silber, 15 Loth.

2. silberne alte Pettschafften, 8 Loth.

8. Ulm. Thaler von ». 1622.

2. kleine alte Gold-Münzen.

t. ganz golden Crucifix, am Gewicht 36. Cronen.

2. Loth. Perlen.

1. Perlen Meßgürtel, nebst 2 dergl. Laub und
Zetteln.

1. kleiner künstl. gewählt- und innwendig ver-
goldter Altar.

Vorbemeldte Sachen gedenket man auf Dienstag,
den 15. Febr. nächstkünstigen Jahrs, Vormittags
0. Uhr, dahier auf der Hütten, einzeln oder zu-
sammen, im Aufstreich, jedoch unter Vorbehalt
deS lezten Schlags, zu verkaufen, indessen selbige
von Kaufsliebhabern nach ein paar Tag zuvor
bei. Anmelden, von jetzt an in Augenschein ge-
nommen werden können.

Ulm, den 13. Derember 1784.

Pfarr-Kirchen-Bau-Pfleg-Aint.

1\ S. Auch sind unterschied!, mit ihren an-
gehängten Original - Jnscriptionen beurkundete
Reliquien vorhanden, die ebenfalls zu beliebigem
Kauf stehen.

Llultgart, Buchdruckerei der Akt.-Ges. „Deutsches VelkSblatt".
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