Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 25.1907

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kscecuisgeaebcn und rebigicrt vo» Professor Dr. Ludwig Banr in Tübingen.

Verlag des Rotteuburgcr Diözesan-Kuustvereiils;
Kommissionsverlag von Friedrich Alber in Ravensburg.

Or. i.

Jährlich 12 Nuinmern. Preis durch die Post halbjährlich M. 2.0ä ohne
Bestellgeld. Durch den Buchhandel sowie direkt von der Berlagshandlung
Friedrich Alber in Ravensburg pro Jahr M. 4.10.


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Heinrich Detzel

Pfarrer in St. Christina bei Ravensburg
Vorstand des Knnstvereins der Diözese Rottenbnrg und Redakteur des
„Archivs für christliche Knust"

gestorben i» St. Christin« 19. November 1906 im Alter von 64 Jahren.

* BENEMERENT1 * IN PACE. *

„Bcncmercnti"! In dieser all christlichen Grabinschrift ist zusammen-
gefiißt, was der Diözesankunstverein am Grabe seines verstorbenen Vorstandes
und verdienstvollen Organleiters znm Ansdruck seines Dankes zu sagen hat.
Sein Tod ain 19. November hat im Verein eine Lücke gelassen, die nicht
so rasch wieder geschlossen werden kann. — Weit über die Grenzen unseres
engeren Vaterlandes hinaus war der Name des Pfarrherrn von St. Christina
bekannt. Sein fachmännisches Urteil in Fragen der kirchlichen Kunst war
geschätzt und gesucht. In der Kenntnis der Glasmalerei galt er als eine
Anktorität, und wurde als solche zur Begutachtung herängezogen für die
Glasgemälde auf Schloß Lichtenstein und der Douglasschen Sammlung: für
elftere von Herzog Wilhelm von Urach, für letztere von der badischen Negierung.
Anfragen gelangten an ihn aus der eigenen unb aus fremden Diözesen, aus
den verschiedensten Ländern und Kreisen und überall zeigte er sich bereit,
ratend und helfend zur Seite zu stehen. Daneben besorgte er unermüdlich
die Leitung unseres Organs, das er auch durch manch klippenreiches Wasser
und an mancher versandeten Stelle vorbei oft unter größten persönlichen
Opfern an Zeit, Kraft und Geld zu steuern wußte.

Pfarrer Heinrich Detzel ist am 8. Januar 1842 geboren. Droben
im Algäu stand seine Wiege, wo die Menschen gesilnd, fromm und geraden
Herzens sind. Sein äußerer Lebensgang war so bescheiden und einfach wie
sein Charakter. 1869 zum Priester geweiht und zuerst an verschiedenen
Seelsorgestellen als Hilfspriester tätig, war er 1876—1888 Pfarrer in
Eisenharz und seit 1888 Pfarrer in St. Christina bei Ravensburg — ein
wahrer Hirte seiner Gemeinde, die mit ganzer Aufrichtigkeit und Herzlichkeit
an seinem Grabe trauernd stand.
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