Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 25.1907

Seite: 12
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üDi'i'troffenen Märchenzyklen. Der Text des
Buches, von C. Weigniann geschrieben, bietet
einen trefflichen Ueberblick. Die Bilder sind,
ivie in den früheren Bände», sehr gut reprodu-
ziert. Einer Empfehlung oder Reklame bedarf
Schwind nicht mehr, aber daran darf man er-
innern, das; unter einen deutschen Weihnachts-
baum kaum ein anderes Buch besser paßt, als
Schwinds Werke. Hier sprudelt ein unerschöpf-
licher Jungbrunnen. Mag mancher Klassiker und
mancher Moderne dem Auge mehr bieten, zum
Herze», namentlich zum Herzen des Deutschen,
weiß keiner so zu reden, wie unser Schwind!

Dillishause» bei Buchloe.

Dr. D a m r i ch.

Golgatha. Photogravure »ach dem Ge-
mälde von Gebhard Füget. Blattgröße

74 : 94, Bildgröße 43 : 60. Ravensburg.
(Hans Hnrtlieb.) Preis 10 M.

Das Kunstblatt ist ein Ausschnitt des (in Nr. 12
des Jahrgangs 1905 besprochenen) Altöttinger
Rundgemäldes von Pros. Gebhard Fugel. Als
Teilbild ist es nicht eine streng geschlossene Dar-
stellung des Kreuzestodes, als Panoramagemälde
auch nicht ein eigentliches Devotionsbild, sondern
eine realistisch gehaltene, überaus anschauliche
Schilderung des Dramas auf Golgatha. Wenn
auch nicht als Devotionsbild beabsichtigt, so er-
greift es doch und stimmt zur Andacht. Der
Blick füllt unvermittelt und ungehindert auf die
Häuptgruppe: der Gekreuzigte mit Maria und
dem Lieblingsjünger, die letzte Zwiesprache hal-
lend. Die ideale, lichte Gestalt des Heilandes
zwischen den realistisch gezeichneten Schächern
ist tief religiös erfaßt, Maria zwischen Jo-
hannes und Maria Kleophä, starkmütig und
doch mütterlich duldend dargestellt; Maria
Magdalena dürfte etwas zu sehr gebrochen
und in Schmerz aufgelöst erscheinen. Dieses
Haupt- und Mittelstück ist ein eigentliches De-
votionsbild und möchte es als Bild für sich in
Hochformat wünschen — freilich müßte inan aus
den Hauptmann, die psychologisch hervor-
ragendste Figur, verzichten. Während, technisch
sehr geschickt, das große Publikum in die Ferne
plaziert ist, hat sich links um den nufgeniauerten
Hinrichtungsring ein engerer Zuschauerkreis aus-
gestellt: die Bekannten und Freunde Jesu, die

spottenden und lästernden Juden zu Fuß und zu
Roß, durchweg trefflich charakterisiert in ihrer
Teilnahme und in ihrem Haß. Rechts, sehr
kontrastierend mit der nahen Kreuzigungsgruppe,
ziehen Soldaten das Los und taxieren zwei leib-
haftige Juden den Leibrock des Herrn. In;
Vordergrund sitzen zwei Legionssoldaten, gespannt
aus den Vorgang zwischen Jesu und seiner Mutter
schauend; eine Reihe Inden zieht, erregt über
das Erlebte verhandelnd, oder in geheimer Angst,
nach Hause.

Ich möchte das schön und kräftig ausgesührte
Kunstblatt als hervorragenden Ziminerschmuck
namentlich dem hochwürdigeir Klerus empfehlen.
Es verdient, neben den altklassischen religiösen
Bildern mit vollen Ehren genan;it zu werde».

3! aveu s bur g. Ru d o lf S p ohn.

Kuuftnotij.

Die Winterausstellung der M ü n ch e n e r
Secession ivird am 28. Dezember eröffnet
werden lind bis 3. Februar 1907 dauern. Sie
wird in erster Linie eine große Kollektion von
Professor v. Uhde bringen, ferner noch zwei
sehr reichhaltige Kollektionen von Professor Adolf
Hölzel in Stuttgart und von Rudolf Schramm-
Zitta». Ausstellungsgebäude am Königsplatz
(München).

Hiezu eine Kunstbeilage:

Frü h g o tisch e G einäld e in der Kapelle
3u Münzdorf, OA. Münsingen.

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