Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 25.1907

Seite: 57
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tjoransgegcbcn und redigiert von Professor Dr. Ludwig 8our in Tübingen.

Verlag des Rottenbnrger Diözcscm-Knnstvereins;
Aoininifsionsverlcig von Friedrich Alber in Ravensburg.

Jährlich 12 Nummern. Preis durch die Post halbjährlich M. 2.05 ohne
rlß>r O Bestellgeld. Durch den Buchhandel sowie direkt von der Verlagshaudlnug 1007
* Friedrich Alber in Ravensburg pro Jahr Ai. 4.10. ' SC'

Einladung zum Abonnement.

Die Redaktion ersucht die bisherigen Abonnenten des „Archiv für
christliche Kunst", das Abonnement für das Zweite Halbjahr zeitig genug zu
erneuern und unserem Organ, wie der in ihm vertretenen wichtigen und edlen
Sache durch Wort und Schrift recht zahlreiche neue Freunde zu gewinnen. Nur
so werden wir im stände sein, das Organ, das uns die dahingegangene Generation
als wertvolles Vermächtnis hinterließ, in wünschenswerter Weise auszustatten.
Entsprechend einem vielfach geäußerten Wunsch unserer Abonnenten werden wir
darauf bedacht sein, neben den theoretischen und historischen Untersuchungen, auch

praktischen Fragen der kirchlichen Kunst

Die neue Lentkircher Monstranz.

Von Konrad Kümmel. .

(Schluß.)

Wenn wir von der Besprechung der
maßgebenden Grundformen der Monstranz
zur Würdigung des Details über-
gehen, so ist unter letzterem sowohl die
Klein- und Miniaturarbeit zu verstehe»,
in welcher sich die Architektur bis zu den
letzten Konsequenzen auswirkt, als auch
insbesondere jenes andere schmückende Zier-
werk, welches sich in freieren Formen aus-
schließlich zum Schmuck, zur Verschönerung
und Belebung der Architektur an bestimmten
Teilen zeigt.

Zur ersteren Art gehören: der überaus
fein und zierlich durchbrochene Sockel des
Fußes, die Krabben und Kreuzblumen des
Turmhelms und der Fialen, die Kon-
solen, Baldachine und Figürchen der
Hauptpfeiler und der seitlichen Fialen-
ausladmigen mit ihren minutiösen Einzel-

einen breiten Raum zu verstatten.

Oie Redaktion.

heilen, wobei sich immer die graziösen
Linien des „Frauenschuhes" ilnd „Esels-
rückens" zeigen, ferner die Einfassungen
des Expositionsraums oben und unten mit
reichem Zackenwerk n. a. All das belebt
die nüchterne mtb streng gesetzmäßige Archi-
tektur außerordentlich und in überraschen-
der Mannigfaltigkeit, und doch steht es
zugleich im Dienste des Aufbaues selber
und erfüllt also bestimmte architektonische
Aufgaben zur Ailsgestaltnng des Gesamt-
plans bis in die letzten Folgerungen.

Es ist natürlich, daß sich dieses Detail vor
allem an dem oberen Teil der Monstranz,
an dem Turmaufbau um und über dem
Thronus zeigt.

Das andere Detail, dasjenige nämlich,
welches ausschließlich der Verschönerung
und Schmückung gilt, und also freie
Zutat ist, hat seine besoildere Stätte an
dem unteren Teil, an dem eigentlichen Fuß,
an dem Schaft mit Rodus und an der
oberen Tragplatte, auf welcher R die
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