Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 26.1908

Seite: 12
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frühe Mittelalter mar int stände, malerische
Portrats zu schaffen, doch waren dazu nur ver-
hältnismäßig wenige Künstler befähigt."

In einem Anhang bringt Kemmerich eine sehr
dankenswerte Liste der ihm bekannt gewordenen
Quellen, beziehungsweise der in Betracht kommen-
den Miniaturen. Es iit das die stattliche Zahl
von 346 Stücken, die sich gewiß leicht vermehren
ließen. Das Buch ist ein äußerst wertvoller
Beitrag zur Kenntnis der frühmittelalterlichen
Miniaturinalerei, erstmals ist darin der Versuch
gemacht, bestiinintö Merkiunle für das Dasein
einer Porträtiernngskunst schon in dieser frühen
Zeit nachzuweisen, welcheni Umstand man bisher
kaum Beachtung schenkte. In kulturgeschichtlicher
Beziehung dürfte das Werk von hervorragender
Beveutnng sein und die Grundlage bilden zu
einer spezielleren Kenntnis der Porträts unserer
deutschen Kaiser, denn wir sind noch weit entfernt
von einer speziellen Ikonographie dieser Herrscher.

Stuttgart. M a x B a ch.

Jakob Burkhardt, Der Cicerone. Neunte
verbesserte und vermehrte Auflage unter
Mitwirkung von Fachgenossen bearbeitet
von W. Bode uiib C. v. Fabriczy.
I. Teil: Antike Kunst. 11. Teil: Millel-
a'lter und Neuere Zeit (Architektur, Plastik,
Malerei). Leipzig (C. A. Seeinan»), 1904.
Es ist unnötig, im einzelnen über Zweck, An-
lage und Wert des Burkhardtschen Cicerone den
Lesern unseres Archivs Ausschluß zu geben. Denn
wohl dein größeren Teil derselben ist der treff-
liche Führer wenigstens der Hauptsache nach be-
kannt, und ivo immer diese Voraussetzung nicht
zutrifft, da darf der Wunsch geäußert rverden,
ihn für Jtalienfahrten nnzuschaffen, zu studieren
und zu gebrauchen. Er verdient es in hohem
Maße. Der Verfasser, der im Jahre 1897 ge-
storben ist, hatte als Kulturhistoriker und Aesthe-
tiker einen Weltrrif. Zum erstenmale gab er
diesen Cicerone heraus im Jahre 1838. Das
Buch war keineswegs ein bloßes Reisehandbuch,
eine Art Bädecker. Schon die Stoffanordnung
rvie der tiefste Zweck des Buches war eine völlig
andere: Das kunstästhetische Interesse bestimmt
alles, die Behandlung der Kunstdenkmäler »ach
ihrem Kunstgehalt und ihre» Bedingnnge», die
Umrisse der Kunstentwicklung und die Hinweise
auf ihre ästhetischen, philosophischen, psycho-
logischen Grundlagen waren die Hauptaufgabe;
sie sollten das Gefühl des Beschauers mit
lebendiger Empfindung erfüllen und an die
Stelle dilettantischen Kunstgenusses eine tiefer-
gehende ästhetische Wirkung vermitteln. —
Zweifellos halte der ursprüngliche Cicerone seine
Fehler. Niemand empfand dies inehr als der
geistreiche Verfasser selbst. Blanche Gegenden
waren von ihm gar nicht oder in früheren Lebens-
jahre» besucht worden. Ganze Gattungen von
Kunstgegenständen sind übergangen. Gleichwohl j
hat sich Burkhardt nie dazu verstanden, später l
notwendig werdende Auflagen selbst zu besorgen. 1
Er überließ das anderen. Für diese galt es
natürlich vor allem anderen, die Resultate der
kunstgeschichtlichen Forschung zu verwerten. Diese
Verbesserungen und Blenderungen, die in der

zweiten und dritten Auflage v. A. v.Zahn noch in
Form von deutlich gekennzeichneten Sätzen ein-
geschobeu worden waren, mußten, je größer ihre
Zahl wurde, später in den Text selbst eingearbeitet
werden und demgemäß war man gezwungen,
diesen selbst vielfach zu ändern. Die Durchsicht
und Neubearbeitung erfolgte für die vorliegende
9. Auflage durch W. Bode und C. v. F a b r i c z y
unter Heranziehung bedeutender Fachgelehrten
und Spezialisten.

So steht nun das Werk Jak. Burkhardts heute
vor uns: ein ausgezeichneter Führer durch
Italiens überreiche Kunstwelt. — Natürlich wird
man weder über die Stoffauswahl, noch über
das Blaß der Ausdehnung der Behandlung im
einzelne», noch mit jedem Kunsturteil sich dem
Verfasser mit Leib und Seele verschreiben wollen.
Das ist auch gar nicht nötig. Der Gewinn, der
aus dem Buche unbestreitbar gezogen werden
kann, liegt darin, daß die Aufmerksamkeit auf
das Wesentliche und Wichtigste gelenkt wird und
vor allem, daß für das ästhelische Urteil gesunde
Grundlagen geschaffen werden.

Tübingen. Prot. Dr. L. Banr.

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