Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 26.1908

Seite: 24
DOI Heft: 10.11588/diglit.15941.8
DOI Artikel: 10.11588/diglit.15941.12
DOI Artikel: 10.11588/diglit.15941.13
DOI Seite: 10.11588/diglit.15941#0033
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/afck1908/0033
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
0.5
1 cm
facsimile
P. Braun verdanken. Sie ivird im kreise des
Klerus Interesse finden und nicht nur das Ver-
ständnis, sondern auch die Ehrfurcht vor den litur-
gischen Gewändern und ihre künstlerische Be-
handlung fördern. Für Konferenzarbeiten und
-Vorträge ist hier ganz iinmenses Material ge-
boten.

Tübingen. Prof. Dr. L. Bau r.

Klassiker d e r K u n st i n G e s a mt au 8 -
gaben; X. Band: Correggio, des

Meisters Gemälde in 196 Abbildungen;

Stuttgart. Deutsche Verlagsanstalt 1907.

Kl. Fol. XL,VT und 175 Seiten. 7 M.

Selbst wahrhaft bedeutende Meister find in
ihrer Wertschätzung bei Mit- und Nachwelt den
größten Schwankungen unterworfen. Das hat
kaum einer in dem Maße erfahren, wie der
Künstler, dein der X. Band der „Klassiker
der Kunst" gewidmet ist, Antonio Allegri (Cor-
reggio). Einst als „Maler der Grazien" in den
höchsten Lobeserhebungen gepriesen, ist er in
neuerer und neuester Zeit vor einem Michel
Angelo, Lionardo, Reinbrandt weit zurückgetreten,
ja beinahe in Vergessenheit geraten. Daß Cor-
reggio das nicht verdient, erkennen wir bei
näherem Studiuiii seiner Werke, wobei uns der
vorliegende Band in ausgezeichneter, wirklich
dnnkensiverter Weise entgegenkommt. Die groß-
artigeii Fresken von der Camera di S. Paolo,
S. Giovanni Ev. und vom Doiii in Parma ziehen
da in Originalaufnahmen, daneben zum Teil
auch in Aufnahmen nach den guten gleichzeitigen
Aquarellen des P. Toschi an unserem Auge
vorüber, dann die zahlreichen Tafelbilder des
Meisters, aus denen seine ganze, freilich manch-
mal etwas süßliche Grazie und Anmut spricht.
Die Abbildungen leisten alles, was man von
guten Autotypien verlangen kann, und die zahl-
reichen Ausschnitte und Teilaufnahmen, welche
der Verlag auch diesem Bande beigegeben hat,
ermöglichen nicht nur ein genaueres Studium,
sondern auch einen wirklichen künstlerischen Genuß.
Für uns Süddeutsche ist der Correggioband von
besonderem Interesse, wir sehen da, wie all die
Künstler der Rokokozeit, die an den Decken unserer
Klosterkirchen uns einen Blick in die lichten
weiten Himmelsräume aufschließen, gerade am
Geiste Correggios sich befruchtet haben. Der
Text, von Georg Gronau geschrieben, hält sich
erfreulicherweise frei von dem bei Monographien
üblichen Fehler, den zu behandelnden Meister
in seiner Bedeutung über Gebühr hinaufzuschrau-
ben, es herrscht hier bei aller Wärme des Tones
das wissenschaftlich abwägende, besonnene Urteil
des Mannes, der seinen Gross gründlich beherrscht.
In den nunmehr vorliegenden zehn Bänden der
„Klassiker" ist dem deutschen Haus eine — wenn
man den Preis in Betracht zieht — geradezu
ideale Bildergalerie geboten. Wenn ich einen
Wunsch aussprechen dürfte, so wäre es der, es
möchten bei den folgenden Bänden noch mehr
als bisher unsere deutschen Meister zum Worte
kommen. Wie wäre es z. B. mit einem Sammcl-
band: „Die Kölner Schule" oder „Schwäbische
Meister des späten Mittelalters" oder „Deutsche

Renaissnncemaler": Grünewald, B. Grien, Alt-
dorfer, Amberger, Cranach u. a.

Dillisy ausen. Or. Dam rich.

Ein weihevolles Geschenk bietet den Freunden
christlicher Kunst der so erfreulich aufstrebende
Kose lsche Verlag inKeinpten dar:„X rs sacra.
Blätter heiliger finit ft mit begleitenden
Worten von Joseph Beruhart. Vom Er-
löser. Erste Serie 1908." Man kann hier im
wahren Sinne des Wortes von einem Geschenk
sprechen. Denn der Preis von 2.50 Mark für
das mit erlesenem Geschmack ausgestattete Werk
muß als außerordentlich niedrig bezeichnet werden.
In Groß-Oktav gehalten, birgt die Serie zwanzig
scharfe gravürenartige Drucke nach Bildern alter
und neuer Meister in der Durchschnittsgröße von
14 X 20 cm und zu jedem Bilde einen nicht nur
durchdachten, sondern durchlebten Text von je einer
Seite, der in gehobener Sprache die religiösen
Geheimnisse feiert, denen die Bilder gewidmet
sind, und so in das Verständnis ihres Inhalts
und des Geistes, aus dem sie geboren, einzu-
führen sucht. Sinnige Gemüter, denen cs ein
Bedürfnis und ein Genuß ist, sich von der
christlichen Kunst — was ja stets ihre höchste
Aufgabe sein wird — zu religiöser Erhebung der
Seele anregen zu lassen, werden diese Dar-
bietungen in Bild und Wort gewiß mit voller
Befriedigung auf sich wirken lassen und gern
immer wieder danach greifen. — Kleine Wünsche
hinsichtlich der Reproduktionstechnik, so nament-
lich zartere Vermittlung der Uebergänge von
Licht zu Schatten und weichere Behandlung der
Schattenpartien, wird der rührige Verlag bei
weiterem Fortschreiten der im eigenen Betriebe
geübten Technik leicht zu erfüllen im stände sein.
Bei figurenreichen Bildern dürfte sich die Bei-
gabe eines Ausschnittes empfehlen; der Christus-
kopf z. B. in Rafaels Verklärung oder der in
Tiepolos Kreuztragung ist für sich eine Quelle
mächtigster religiöser Erhebung, aber man kann
aus ihr nur schöpfen bei entsprechend großer
Reproduktion, ivie sie der Ausschnitt ermöglicht.
Dem Verzeichnis der in der Serie vertretenen
Meister wäre die Angabe beizufügen, wo die
Originale der reproduzierten Gemälde aufbewahrt
werden. Schröder.

Annoncen.

Jus. Huer. RilH

Atelier für Christi. Kunst

in Edelmetall, Bronze, Emaille, lila.

Auf allen beschickten Ausstellungen
höchste Auszeichnungen.

Stuttgart, Buchdruckerei der Akt.-Ges. „Deutsches Volksblatt*.
loading ...