Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 26.1908

Seite: 73
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2 Mantelöfen. Wenn dieselbe
auch noch elektrisch beleuchtet
werde» kann (elektrische Lei-
tung vom Dachstuhl durch
das Gewölbe geführt; die
Flammen 16 Kerzen stark),
so verdankt sie dies den Erben
des verstorbenen katholischen
Elektrizitätswerkbesitzers Cle-
tus Klingler in Nagold. Be-
nedicite omnes virtutes
Domini Domino!

Allen Wohltätern ein herz-
liches Vergelt'» Gott! Möge
die große Schuldenlast nicht
allzu drückend wirken! Möge
die neue Kirche den Katho-
liken von Nagold und Umge-
bung Burg und Genesungs-
heini werden!

In einiger Entfernung von
der neuen katholischen Kirche
grüßt von der Anhöhe herab
die alte evangelische Got-
te s a ck e r ki r ch e, welche frü-
her Pfarrkirche war. Der
Altertunisfreund, welcher sie
besucht, wird einige SehenS-
würdigkeilen daselbst finden.

Die Kirche hat jetzt einen
gotischen Chor (Sleinmetz-
zeichen) und ein gotisches
Schiff; ursprünglich war sie
der Turm ist unten noch romanisch und
birgt einen großen romanischen Taufstein,
ähnlich dein von Kentheim. Eine Grab-
platte im Chor trägt die Inschrift: „anno

Katholische Kirche in Nagold Ansicht von Westen).

romanisch

Die Aapelle (jetzige Pfarrkirche) zur
len Maria auf dein choheu-
rechberg.

Von Theodor Schön.

dni 1374 obiit Volmarus Murer
capellanus beati Nicolai extra muros
oppidi Nagelt in die beati Gor- :
gonii martiris.“ An die Südseite des (
Schiffes ist eine Seitenkapelle mit Kreuz-
gewölbe angebant, der Schlußstein der- j
selben zeigt ein Kreuz mit Geißeln. Was j
über dem Kreuze steht, lesen wir nicht
1511, sondern I. N. R. I. Rätselhaft j
sind die romanisch sein sollenden Säulen |
am Triumphbogen.

Die Vermutung, daß die Kirche ehedem
bemalt war, hat vieles für sich. Es wäre
sehr erfreulich, wenn einmal ein Tag käme,
an welchem es heißen würde: In der Ober-
kirche (K. zu de» Nonnen) in Nagold haben
alle Wandgemälde Auferstehung gefeiert.

lieber die Kapelle zur schönen Maria
ans dem Hohenrechberg, deren Ver-
gangenheit und Baugeschichte weiß die
Oberamtsbeschreibung Gmünd nur weniges
zu berichten. In der im Besitze der
Stadt Gmünd befiudlicheil handschrift-
lichen Chronik des Dekans Franz Laver
Debler aus dem Ende des 18. Jahr-
hunderts finden sich wertvolle, bisher
lvenig benützte Nachrichten von dem Ur-
sprünge der Wallfahrt Hohenrechberg und
des Stammhauses daselbst: „Der Hohen-
rechberg war vor diesem ganz Wald, und
aus dem Platz, wo jetzt die Pfarrkirche
steht, stand eine von Brettern zusammen-
gefügte Kapelle, in welcher sich das Bildnis
Mariä befand. Neben der Kapelle sah
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