Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 26.1908

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schichte der Pharmazie von Schelenz weist
nur auf eine von Nonneu im Hotel-Dieu
in Clerniont betriebene Apotheke hin,
„die so wohl eingerichtet war, wie irgend
welche in Paris", in der auch Heilmittel
und Speeifica verkauft wurden?) Sie
müssen viele Verbreitung in Klöstern ge-
funden haben, bis Benedikt XtV. 1741
und Maria Theresia in Oesterreich die
Klosterapotheken durch Verbote, wohl
wegen mancher Unznlräglichkeiten im Be-
trieb, schlossen.z) Apothekerinnen in
Tätigkeit zeigt das Bild von Schuppachs
Apotheke. Apotheken der Nonnen-
klöster, niehr im Umfang von Haus-
apotheken, bezeugt die erwähnte Geschichte
auch für das nächste Jahrhundert noch?)

(Fortsetzung folgt.)

Geschichte der kirchlichen Kunst
int oberen Klstal.

Mit besonderer Berücksichtigung der
Architektur.

Von Pfarrer Wunder, Mühlhausen.
(Fortsetzung.)

9. Wiesensteia.

a) Stiftskirche zum hl. Cyriaks

Das Benediktinerkloster in Wiesenste i
wurde im Jahre 861 von den Grast!
von Helfenstein gestiftet und schon g-s
bald in ein weltliches Chorherrnstift ui s
gewandelt. Die jetzige Kirche ist schcz
die zweite an dieser Stelle und wurde ij
Jahre 1466 erbaut, nachdem die al s
romanische Kirche durch Brand zerstüs
worden >var. Von diesem alten rouri
nischen Bau ist fast nichts mehr erhalt' •
geblieben; doch wurden vorigen Herbst unt s
dem Hochaltar der jetzigen Kirche die liebes
reste der alten r o m a n ische n Krypta ei
deckt. Erhalten sind noch einige Gewölb
joche, ruhend aus runden Säulen n
ronianischen, schmucklosen Kelchkapitellen.s
Die Kirche von 1466 war ein ein sch s

*) Ebenda S. 519, und Frauen int Retz
Aeskulaps 1900. 1671 errichteten die Jesuitg
in Glogcm eine Apotheke, s. S. 511.

2) Schelenz S. 575. Auch tirchliche Verbo:
z. B. 1565, s. Schelenz S. 305, 321, 345, 41

s) Ebenda S. 575.

4) Eine genauere Untersuchung war bis!
unmöglich, weil die Krypta beinahe bis an !
Kapitelle mit Schutt angefüllt ist.

siger, durchweg mit Streben besetzter Ban
mit im Achteck schließendein Chor lind zwei
Westlürmen, von denen nur der südliche
vollendet war und mit hohem Helin endigte.
Sie hatte drei Portale, eines zwischen den
zwei Türmen, die anderen an der Nord-
und Südseite, sowie schöne Maßwerk-
fenster aus rotem Sandstein?) Im Jahre
1648 wurde diese herrliche Kirche, veren
Inneres 12 Altäre barg, von den Schweden
angezündet ilnd brannte ab bis aus die
nlassiven Mauern. Erhalten blieb auch
das Gewölbe des Chors, das aber A. 1719
wegen Baufälligkeit abgetragen und durch
ein nenes ersetzt werden mußte?) Obgleich
durch die Drangsale des 30jährigen
Krieges bettelarm geworden, rnachte sich
das Stift doch alsbald wieder an den
Aufbau der halbzerstörten Stiftskirche.
Schon im Jahre 1652 versieht Zimmer-
mann Martin Straub von Wäschen-
beuren das Langhaus mit zwei liegenden

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