Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 27.1909

Seite: 50
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Wenn auch etwas einfacher, so doch
gleichfalls sehr erwähnenswert, ist das
eichene CH orgestühl des ehemaligen
Zisterzienferklosters zu Leubns
a. d. O. in Schlesien. Wie in Heinrichan,
so befindet es sich auch in Leubns hinter
dem kunstvollen Mittelgitter, welches das
kleine Laienschiff von dein Hauptschiff und
dem geistlichen Chor trennt. Es enthalt
Sitze für zweimal 18 Konventualen und
seitlich anschließend für zwei Gaste oder
Beamte des Klosters, ist von Abt Jo-
hannes Reich (1672—91) erbaut und
bildet das zweitschönste Chorgeftühl

das Rankenwerk hindurch zieht sich fol-
gende Inschrift: Jn jubilo, in tympano,
in clangore buccinae in psalterio, in
voce tubae corneae, in voce exul-
tationis omnes angeli cantate Deo.
Laudate Dominum omnes virtutes
in cymbalis, in chordis, in hynmis
et canticis, in sono tubae, in sacris

musicis. _:_

Literatur.

G eschichteder V erehr nng M arias in
Deutschland währenddes Dt ittel-
alter s. Ei» Beitrag zur Religionswissen-
schaft und Kunstgeschichte von Stephan

Chorgestühl in der Kirche des ehemaligen Zisterzienserklosters zu Heinrichan in Schlesien.

Schlesiens. Die Schnitzereien, in Linden- ,
holz ausgeführt und vorgeblendet, sind in j
guten Barockformeu ausgeführt. Ans!

üppigem Rankenmerk. stehen und hocken
zum Teil in anmutiger Verschlingung:
Engelmusikanten, und zwar ein dreifacher
Chor in veischiedenen Größen. Den

obersten Chor bilden zehn Engel, präch-
tige, fast zwei Bieter hohe Jdealgestaltcn,
den mittleren acht, den untersten 33 Engel,
die von je einem Kapellmeister dirigiert
werden. Die Engel spielen auf alle»
bekannten biblischen Instrumenten. Durch

Beissel, 3. I. Mit 292 Abbildungen.

Freiburg (Herder) 1909 XII n. 678 S.

15 Mk.

P. Beissel hat in vorliegendein Werk eine
ivissenschaftliche Leistung geschaffen, die umso
anerkennenswerter ist, als das lange vorbereitete
Werk, von welchem ei» Teil unter dem Titel:
Die Verehrung unserer lieben Frau in Deutsch-
land während des Mittelalters schon 1896 er-
schienen ist, in schwerer, lebensgefährlicher Krank-
heit abgeschlossen wurde.

Die Absicht des Verfassers war, die allmähliche
Einführung, das Wachsen, das Blühen der Marien-
verehrung und die Mittel ihrer Verbreitung durch
Predigt, Dichtkunst, Malerei, Bildhauerei zu-
sammenfassend darzustellen. — DogmengeschichP
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