Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 27.1909

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nicht zuviel, wenn er bemerkt.: „So weit
die deutsche Zunge klingt, bleibt das
Ulmer Münster ein herrliches Denkmal
deutschen Bürgertums. Sein Stolz und
seine Macht, sein edlen Zwecken dienstbar
gemachter.^Reichtum und ein nie verloren
gehender Zug ins Große verbinden sich
hier zur.Erreichung des Größten."

Zum Weiiiyartener Airchenschatz im
XI. Jahrhundert.

Mitgeteilt von Prof. Or. L. .Baue.
Weingarten erhielt im Jahre 1094 von Welf
und seiner GemahlinJudita folgendes in seinen
Kirchenschatz) (vgl. Württembergisches Urkunden-
buch IV, Anhang S. VI11 f.):

1. unum majus scrinium cum reliquiis

sanctorum

2. aliud- minus

B. alia duo preciosissima s.crinia ip auro
etartificio

4. Triä ple-naria cum uno lextu evan-

gelii

5. Tria altaria

6. et quattuor calices de auratos

7. et'duos aureos (seil, calices)

8. duas tabu las deauratas

9. et duas c ru c e s preciosissimas in auro

et lapidibus •

10. tres rhihor.es cruce s cum duobus adhuc

minoribus

11. et tria argen t e a c an d e 1 ab r a quam

■ preciosa; ac ponderosa

12. duas palias cum aurifrigio, tertiam

sine aurifrigio

lo. novem dorsalia cum decimo quam
maximo in longitudine

14, tres casulas quam preciosas, optimo

aurifrigio et alias duas

15. quinque . cap p as aurifrigio ardficiose
1 ornatas et aliam

10. tres dal'maticos cum aurifrigis et

17. duo subtilia

18. unum phanonem auro et lapidibus

compositum cum alio magno ornatu.

Literatur.

Fr eiburger Müusterblätter. Hernus-
gegeben vom Münsterbauverein. I V. Jahr-
, gang. Freiburg (Herder) 1908.

Wir haben bereits früher auf die Publilation
des Freiburger Münstervereins euipfehlend hin-
gewiefen. Der neue Jahrgang der Freiburger
Münsterblatter bringt wieder reichliches Urkunden-
material, das Prof. P. Albert beigesteuert hat,
soivle inehrere instruktive Abhandlungen: über
die Umbauten der Vierung (von K. Schuster),
über die alten Baurisse des.Turmes (voit Stehlin),
Jkonographisches (von K. Schuster). Prof. Gei-
ger widmet dem St. Annenfenster eine ergiebige
und instruktive Abhandlung, zu welcher der Ver-
lag, der überhaupt auf eine würdige und vor-
nehme Ausstattung bedacht ivar, eine farbige

Reproduktion, beigegeben hat. — Eine Arbeit von
Flamm gibt Aufschluß über die alten Maße an
der Vorhalle.

Wir empfehlen die Münsterbaublätter zur An-
schaffung für besser situierte Kapitelsbibliotheken.

Tübingen. Ludwig Baur.

Architektonische Formenlehre. II. Teil.
Die Wand und ihre Durchbrechungen. Von
Prof. Schubert v. Sold er». Zürich
(Orell Füßli) (VIII und 200 S.). Preis
. 3 M. 50 Pf.

Wir haben in dieser Zeitschrift den ersten Teil
dieser neuen architektonischen Formenlehre zur
Kenntnis unserer Leser gebracht und konnten
ihm eine präzise Fassung, Klarheit, Verständlich-
keit und pädagogischen Takt nachrühme». — Wir
dürfen dieselbe» empfehlenden Worte auch diesem
11. Teil auf den Weg initgeben. — Es wird
darin die Wand und die Arten ihrer Durchbrech-
ungen behandelt, Türen und Fenster, dazu die
Ueberdeckungen der Räume (flache Decken und
Gewölbe) und die Eckformen der Stützen, bie eine
eingehende Darstellung erfahren. Endlich schließen
sich noch die Palastfassaden.au.

Ich glaube den Hauptwert des Büchleins
darin erblicken zu sollen, daß es, ohne, spezielle
und detaillierte architektonische Fachkenntnisse vor-
auszusetzen, allgemein verständlich in die wich-
tigsten Formgebungen und Prinzipien.der Architek-
tur einführt. Zahlreiche Illustrationen dienen
als Erläuterung. Wir. können die architektonische
Formenlehre von Schubert-Soldern zum Selbst-
studium recht warm empfehlen.

Tübingen. Prof. Dr. L. Baur.

Christliche Symbole aus alter und
neuer Zeit nebst kurzer Erklärung für
Priester und kirchliche. Künstler von Dr.
Andreas S chmid. Zweite verbesserte
und vermehrte Auflage. ä)iit 200 Bildern.
Freiburg (Herder) 1909. — VIII und
112 S. Preis 2 M.

Das Büchlein bietet eine recht praktische, auf
15 Gruppen verteilte Auswahl aus dein reichen
Formenschatz der kirchlichen Symbolik. Es werden
ihm dafür Künstler, aber auch die Geistliche»,
namentlich solche, welche mit nur bescheidenen
Mitteln ihre Kirchen ausschmücken können, dank-
bar fein. Man wird nicht sagen können, daß
alle diese gebotenen Symbole gleichwertig seien.
Manche, nainentlich spätere, sind recht gesucht —
fast möchte man sagen gekünstelt. — Die. Illu-
strationen dürften im allgemeinen besser sein.
Die Erklärung, welche den einzelnen Symbolen
beigegeben wird, ist zweckentsprechend.

Tübingen. Prof. Dr. L. Bau r.

Annoncen.

l

Ion Bereits 51 Anlagen errichtet. Zeich-
nungen und Kostenanschlag bereitwilligst.
Alois Hueber, Wallerstein, Bayern.

Stuttgart, Vuchdruckerei der Akt.-Ges. „Deutsches Bolksblatt".
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