Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 28.1910

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gegeben, in der ihre Diener in der Mönchs-
zelle fast ein faktisches Monopol ans die
Kunstübnng hatten. Heute wird sie wenig-
stens dem wirklich Gilten, was die Neuzeit
gebracht, sich nicht verschließen. Nun ist
es bei Neuanschaffungen nicht gerade ange-
liehm, wenn rnan sich all irgend eine Kunst-
gewerbeschnle wenden muß. In manchen
Fällen wird man keine Kenntnis der katho-
lischen Kultbedürfnisse und deshalb auch
kein richtiges Verständnis finden. Der
Schwabe braucht jedoch in diesem Fall

nicht erst in die Ferne 51t schweifeil oder
ins Ungewisse hinansznstenern. Das Gute
liegt sehr iiahe — nämlich int eigenen
Lailde. Die Firma heißt Karl Hirth unb
ihr Inhaber ist beiu jüngeren und fein
Vater auch dem älteren Klerus sehr be-
kannt. Es gibt iioch andere treffliche
Firmen zwischen Tallber unb Boden-
iee1); das hat die Ausstellung im Jahre

l) Vgl. hiezu „Allg. Anzeiger für Buchbin-
derei". -Stuttgart, 4. Sept. 1908-Nr. 36. Es

1908 in Stuttgart bewiesen. Aber die ge-
iiannte hat jedenfalls das eine für sich,
daß sie, soweit beut Referenten bekannt,
nicht nur den Schritt in die Öffentlichkeit
in der Heimat, sondern selbst über die
Landesgrenze hinüber gewagt und sich der
Kritik mehrerer Ausstellitngen, auch solcher
außerhalb Württembergs, unterzogen hat.
Der Erfolg war eilt durchschlagender.
Wentl einntal eine Fachschrift int Bericht
über die Freiburger Ausstellung in einer
einzigen Nummer fünfzehn Hirtbsche Ar-
beiten teproduziert unb
von keinem andern Aus-
steller so viele'), und
wentl sie in einer andern
Nltmmer seinen Leinen-
bänden mit aufgelegtem
Leder — einer Neuerung,
der man eben lioch voll
sachlnälllliseher Seile die
Möglichkeit ab gesprochen
hatte — einen besondern
Artikel widmet und ihre
reiche Maliliigfaltigkeit
extra hervorheblf; oder
wenn ein Berichterstatter
über dieStuttgarter Fach-
allsstellllug der „bekann-
ten Tübinger Buchbinde-
rei Karl Hirth" für „eine
Serie hochluoderlier E>n-
bände . . . volles Lob"
spendet, uub in einem
andern Referat Dr. A.
Brinckmann sStnltgarl)
„lilit besonderem Lod
einiger ill das Gebiet
des Knnsteinbandes fal-
lender Arbeiten des Tü-
binger Bllchbindermei-
sters Hirth" gedenkt,
oder wenn Hirth ill einem Atemzug mit
Berliner, Leipziger und Stuttgarter
Großblichbindereien genannt unib, so
darf er wohl auch im „Archiv" Er-
wähnung finden. Die Entwürfe für die
Stempel und die Entwürfe zu feinen Eiu-

wird dort E. Weißler (Giuüud) uoch besonders
hervorgehoben.

l) „Archiv für Buchbinderei k.", herausgegebeu
von Paul Adam, Kunstbuchbinder, Düsseldorf.
Halle 1908, Heft 6.

2) Heft 8, S. 110.

M i s s a l e.
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