Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 28.1910

Seite: 120
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nicht recht herausfinden konnte). Itm den
Bogen zieht sich als Inschrift das Jnvita-
torinm des eucharistischen Offiziums:
„Gbriskum regem adoremus domiuau-
tem gentibus, qui se manducantibus
dat spiritus pinguedinem"; damit ist
der harmoniereiche und klangvolle Grund-
akkord angeschlagen, der durch die ganze
Altaridee hindnrchklingt.

Von den Nebenaltären ist nur einer
aufgestellt, eine Kopie eines italienischen
Meisters.

Es wären noch zu erwähnen die hüb-
schen Chorstühle, Beichtstühle, die
Kanzel, welche Schnell erdacht und ans-
geführt hat, der hübsche Taufstein,
den Schnell entwarf, während Gräber
lCaunstatt) die Bildhanerarbeit, Fanstner
(Stuttgart) beit Kupferdeckel lieferte. Es
ist noch die von Britsch in Gmünd
recht hübsch, solid, gefällig und praktisch
ausgestaltete Sakristei mit oberem Saal
(als Lokal für den Kirchenstistungsrat und
Kommnnionunterricht verwendbar!), die
Heiznn gs anla g e (nach SystemPerret),
die in der Lichterverteilnng lehr richtige,
dezente und glückliche elektrische Beleuch-
tungsanlage, bei welcher mit Recht!
von beit alle Stimmung verderbenden
klotzigen Bahnhosbogeulampen abgesehen
wurde, zu erwähnen, die alle dieser neuen
Kirche den Vorzug praktischer Ausgestal-
tung und zugleich künstlerisch geschmack-
vollen Charakter verleihen — ohne deshalb
mit den Kosten ins Ungemessene zu gehen.

Sehr beachtenswerte Leistungen sind auch
die G o l d s ch m i e d e a r b e r t e n, welche
Ballmann nach Entwürfen von Koch
(Stuttgart) ansführte: eine Monstranz,

ein Kelch, ein Altarkrenz, ein Vortrag-
kreuz und mehrere Leuchter') und speziell
der große Kronleuchter.

Die erstgenannten zeigen eine aparte
Behandlung durch eine geschmackvMe Ver-
bindung von Gold, Elfenbein, Steinen
und Email, sind originell, einheitlich
durchgeführt und im allgemeinen auch
glücklich in den Verhältnissen. Als ein
überaus beachtenswertes — leider in der
modernen Kirchenausstattung allzu selten
gewordenes — Stück möchte ich den
Kronleuchter hervorheben. Derselbe ist
gleichfalls von Koch entworfen. Aus der
reichen Symbolik wird man auf einen ge-
schickten theologischen Inspirator schließen
dürfen — oder auf eine geeignete litera-
rische Quelle wie z. B. A. Schmid.

Die ganze Kirche ist ein würdiges Denk-
mal der Kirchenbaukunst und der kirch-
lichen Ausstattungskunst.

^Nitteilung.

Der Kunstverlag von Max H i r m e r in
München hat soeben von den Fugelschen Kreuzweg-
stationen, die wir int „Archiv" 1910 Nr. 3, 4 und 11
ausführlich gewürdigt haben, neben den großen
farbigen Reproduktionen (um 84 M.) auch eine
kleinere Ausgabe (341/2 X 20 cm) in Kupfer-
ätzungen veranstaltet. Diese kleine und in der
Ausführung sehr gelungene Ausgabe gestattet
die Anschaffung nncf) für bescheidener situierte
Kassen. Sie kostet nur 20 M. (bezw. in Lein-
wandmappe 25 M.) und eignet sich ganz vor-
züglich auch als Weihuachtsgabe. Wir möchten
gerade für den Monat der „Verlosungen" das
Interesse auf diese wertvolle Publikation lenken.

y lieber diese vgl. Pazaurek in Mittei-
lungen des Württembergischen Kunstgewerbe-
vereins 1908 bis 1909. Nr. 4.

Annonce,).

Herdersche Verlagshaudlung zu Freiburg im Breisgau.

Soeben ist erschienen und kann durch alle Buchhandlungen bezogen werden:

Geschichte der Peuelunmg Marias ;m p- rl y-,3“*ts

_'_7 7_7 _Hund er t. Ein Beitrag zur

Religionswissenschaft und Kiinstgeschichte von Sk. Beist'el 8. s. Mit 288 Abbildungen,
gr. 8°. (X 11. 518.) M. 12.—; geb. in Leinw. M. 14.80.

Jedem Fachmann oder Laie, der an der wundervollen Entfaltung der Marienverehrung in
Bild, Baudenkmal, Gebet, Legende und Literatur Freude findet, wird diese ebenso gründliche, neue
Anregung und Kenntnisse vermittelnde, wie lichtvoll klare und anschauliche Darstellung willkommen
sein. — Die vorangehende Epoche behandelt des gleichen Verfassers sehr beifällig aufgenommenes
Werk: „Geschichte der Verehrung Marias in Deutsch land während d es Mitte l-
alters". Mit 292 Abbildungen, gr. 8°. (XII u. 678.) M. 15.—; geb. M. 17.50.

Stuttgart, Buchdruckerei der Akt.-Ges. „Deutsches Volksblatt".
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