Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 29.1911

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des hl. Cyriak, dann die vielen „Mou-
sträntzlin", d. h. silbernen Reliquiarien.

2. Nach einein Jnventarium vom Jahre
1660 waren u. a. vorhanden 18 Kelche
inib 2 Monstranzen.

3. Jnventarium.

Was in der Wiesensteig-Stist-Truchen den

2. Dtärz 1703 an Kirchensachen eingepackt und
nacher Ulm in den Salmanschweiller Hof ge-
flüchtet worden, wie folgt:

1. Sechs silberne Leuchter.

2. Ein silbernes nacher Dozburg gehöriges
Meßbuch.

3. Ein silbernes Krucifix an einem schwarzen
Kreuz ohne das Postament.

4. Mehr: 2 silberne und krystallenes Kreuz.

5. Ein silbernes verguldtes Ciborium.

3. Die Monstranz von Silber.

7. 8 silberne verguldte Kelch sambt deiien
Patenen.

8. Ein Kelch von beiten Klosterfrauen.

9. 5 Paar silberne Opserkhentlen sambt soviel
Lavoren zierverguldt.

10. Das silberne Rauchfaß sambt dem Schisflen.

11. Ein silber verguldies Fläschlen.

12. Ein silbernes Mgitus Dei.

13. Die silberne Krön und Scepter nacher
Dotzburg gehörig.

14. Rosenkräntz nacher Dozburg gehörig.

1ö. Das neue weiße Belum, 2 9Jinnt len pro
viborio, und ein Kelchtuchlen.

16. Weiße Leinwand, dem Stift gehörig.

17. 4 Alben sambt Humcralen.

4. Ju einem Jnventarium voiu Jahre
1700 werden u. a. genannt:

1 ganz verguldter Kelch v. H. Grasfen
von Zeyll.

2 Kelche nach Dozburg gehörig, daraus einer

mit Blätteln.

1 Kelch vom H. General-Vikar Ziegler, der
allhiesigen Bruderschaft gehörig.

l Paar Opferkäntlen v. H. Kanonikus Bulling
sambt dem Lavor, aufs welchem eine Jeskription
zu finden.

1 Paar zinn-verguldte Opferkäntlen sambt
dem Lavor nach Dotzburg gehörig.

1 Paar v. H. Generalvikar Ziegler sambt
dem Lavor in die Erzbruderschaft gehörig.

6 silberne Leuchter v. H. Michael Bulling
Cauonico verschafft nacher Dozburg, jedoch auch
pro usu Ecclesiae dienen sollen.

Bon Herrn Mathias Seeger, Cauonico und
Pfarrer.' Meßbuch mit silbernen Clausuren und
Oetting. Wappen.

Meßbuch mit silbernen Clausuren und Schild
in der Mitten, auch silberne Ecken, nach Doz-
burg gehörig.

1 Reliquienaltärlein, pro reliquiis S. Bar-
barae (jedenfalls identisch mit der oben unter
Nr. 1 genannten „silbernen Arch, welche zu
8. Barbaras Haylthumb gehört)."

A n t e p e n d i e n :

1 Silbern Stuck (zum Choraltar).

B u r s e u:

1 zu Mühlhausen, gehört nacher Wiesensteig.

3 Baldachine, 2 rote, 1 weißer (gehört
der Bruderschaft).

7 Meßbücher, geht 1 weißes ab. (Der
eifrige Kustos fügt noch hinzu: tibi est? einst
zu Dozburg, tibi ergo ?)

3 Requie m büche r NB. seindt schlecht pro
Collegiata Ecclesia!

(Fortsetzung folgt.)

Literatur.

Studien über die romanische Bau-
kunst in Regens bürg von Dr. ing.
H a us Wagner, Architekt. München
(Karl Gerber) 1910. — 80 S.

Es gibt kaum eine deutsche Stadt, welche in
ihren Mauern eine solche Fülle pietätvoll gewahr-
ter und gut erhaltener romanischer Architekturwerke
bergen wird, als eben die alte Römerstadt an
der Donau, Regensburg. Ihre Bedeutung liegt
nun nicht bloß in dem stilistischen und ästhetischen
Werte der altehrivürdigen Denkmäler, sondern vor
allem auch in den kunstgeschichtlichen Zusammen-
hängen, die sich an ihnen offenbaren und weite
historische Perspektiven eröffnen.

Man hatte bisher schon erkannt und in allen
Beschreibungen der Kunstaltertümer Regensburgs
kam es zum Ausdruck: „daß man es bei diesen
Regensburger Bauten mit einer ganz eigentüm-
lichen, merkwürdigen und speziell Regensburg
angehörigen Bauart zu tun hat".

Ter Verfasser der vorliegenden und sehr ver-
dienstlichen Arbeit stellt sich nun die ebenso
interessante als lohnende Ausgabe, an der
Hand der vorhandenen Werke zu erforschen,
„woraus denn diese zweifellos richtig als dem
alten Regensburg eigentümliche Baukunst zurück-
zuführen ist und was all den vorhandenen
Werken diesen eigenartigen Stempel aufdrückt"
(S. 7).

Zu diesem Zweck untersucht er „Regensburg
unter dem Einfluß altchristlich italienischer Kunst",
„die erste Blütezeit romanischer Kunst unter
italienischem Einfluß", „Regensburg unter dem
Einfluß der Hirsauer Bauschule", „die Kunst der
Schottenmönche", welche einen zweiten, be-
deutungsvollen Höhepunkt der romanischen Kunst
in Regensburg darstellt, und endlich „die Gründe
für die Entstehung der Eigenart der romanischen
Kunst in Regensburg".

Es ist ein besonderes Verdienst dieser Schrift,
in eingehender Weise und durch solide Beweis-
führungen gestützt, die verschiedenen Formen der
Einflüsse römischer Banweise und ganz besonders
das H e r e i n s p i e l e n der n o r m a n n i sch-
irischen Kunst nach Regensburg, speziell zur
Zeit der Schotteumönche, einwandfrei festgestellt
zu haben. Damit hat er unsere Kenntnisse über
die kunstgeschichtlichen Bewegungen in Süd-
deutschland ganz wesentlich gefördert.

T ü b i n g e n. L. B a u r.

Hiezu zwei farbige K u n st b e i l a g e n:

a) Noas Dankopfer und

b) Josephs Erhöhung
(von Gebh. Fuge l).

Stuttgart, Buchhruckerei her 2Ikt.-Ges. „Deutsches Volksülntt".
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