Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 29.1911

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ist wohl ziemlich vergangen, aber doch
nicht io unbedeutend, daß sie dein Unter-
gang geweiht werden durfte. Wie wohl
könnte sie später einmal verwendet werden
als Kleinkinderschnle, oder eingebaut als
eine Art Gemeindekrankeiihaus.

Auf freiem Platz, mitten im hoch-
gelegenen Henbergdorf, steht die neue,
schmucke, von Cades erbaute Pfarrkirche.
Der sogenannte Uebergangsstil ist auch
hier passend angewandt. Derselbe hat den
Vorzug neben anderen, daß der Jnnen-
rauitt sehr harmonisch gestaltet werden
kann. In Bubsheim ist man wirklich
überrascht, wenn man die herrliche Halle
betritt, worin jetzt alles so schön znsammen-
stimmt. Der Raum ist ganz überwölbt,
dreischisfig mit qnerschiffarligem Ausbau.
Das Einfache und doch Gediegene seiner

Familien, in beiten sich die Mütter seil
Jahren der Schnmacherschen Darstellungen
bedienen, um ihrer religiösen Unter-
weisnngspflicht zu genügen. Dazu bietet
sich jetzt vermehrte Gelegenheit.

Es wäre jedoch ein Unrecht, oas Buch
lediglich unter dem Gesichtspunkt der
Jngendschrift zu werten. Selbst der
Erwachsene wird geraume Zeit Arbeit
haben, bis ihm alles plastisch entgegen-
tritt und jede Absicht des Meisters klar
geworden ist. Die Arbeit lohnt sich
aber vollauf. Denn hier hat ein un-
vergleichliches Sondergnt des katholischen
Glaubens eine gemeingültige Prägung
erfahren. Das „Leben Mariä" ver-
diente es, für lange die Summe dessen
zu bezeichnen, was die Mariologie dem
Durchschnitt der Katholiken zu bieten

Tod des hl.

Ausführung, die guten Proportionen
heben den Bau nicht über seinen Zweck,
eine Dorskirche zu sein, empor, verleihen
ihm aber einen eigenen Reiz. Der Land-
schaft ist dieser Bau wohl angepaßt.

Die Kunst im Dienste des Religions-
unterrichts.

Von Pfarrverweser A. Fischer.

(Schluß.)

III.

Das Leben Mariä. Bilder von
P h. S ch u m a ch e r. Text von Viktor
Kolb 8. J. München (Allgemeine
Verlagsgesellschaft) 1910. (Preis 20 M.)

Wie das „Leben Jesu" wird auch das
neue Werk Schumachers für die Kinder-
welt seine Bedeutung haben. Es gibt

I o s e p h.

vermag. Es ist also zusammen mit dem
„Leben Jesu" ein herrliches Hausbuch
— um nicht zu sagen das Hausbuch —
des modernen Katholiken.

Schon typographisch ist jede Möglich-
keit ansgenützt, die der modernen Buch-
kunst zll Gebote steht. Finanzielle Er-
wägungen pflegen die Verleger sonst
vor das Dilemma zu stellen: entweder
- keine mehrfarbigen Darstellungen oder

> mechanische Einfügung derselben als ein-
| seitige Kunstblätter. Jur ersten Fall muß

> aus die Wirkungen der Farbe verzichtet
werden, im zweiten stört die Verschieden-
heit des Papiers und die leere Rückseite
der Beilagen den einheitlichen Eindruck.
Schon das „Leben Jesu" hatte beide
Nachteile ohne Rücksicht aus den Kosten-
punkt vermieden, und noch energischer
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