Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 29.1911

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1 alt roth damastener btto, aber ohne Meß-
gewand.

l gelber Ornat (aber schlecht).

1 schwarzer Ornat von Sammet.

2 weiße Meßgewänder mit guten Borten.

- btto mit falschen Borten.

6 rothe, auf alle Tag, sehr schlecht.

6 btto rothe, auf die Feyertäg, mittelmäßig.

1 iveißes, zum Gottesacker.

6 iveiße Meßgewänder auf die Festtage, gut.

6 btto auf alle Sonn- und Feyertäg.

8 btto auf die Werktag.

1 blaues dito mit guten Goldborten.

6 blaue btto, mittelmäßig.

2 blaue zerflickte.

2 grüne Meßgewänder mit falschen Borten.

7 grüne zur Noth.

2 schwarz Sammete btto.

8 andere schwarze, mittelmäßig.

2 zur Laveriu:--Andacht, weiß.

3 Cibori-Nöcklein, goldreich.

2 btto blaue.

B roth seidene Cingnla.

6 weiße Kelchtüchlein gut, für jeden Herrn 7
Kelchtüchlein van verschiedenen Farben.

H dtto für sämtliche Vicari, aber sehr schlecht.

4 Extra Stolen zur Predig.

4 Rauchmäntel, gut.

2 dtto schlecht.

Zu St. Anna

1 Missions Crucifix.

3 silbergesaßte Rosenkränz mit 2 silbernen
Zeichen.

2 vermnthlich goldene Zeichen nebst einem
mit Steinen gefaßten Kreuz.

3 silberne Zeichen.

3 Kupfer und vergoldte Kronen mit Silbernen
Kränzen.

5 große und 10 kleine Nöcklein.

T. Stifts Pfleger Ai iela ch.

Es waren also im Jahre 1784 u. a.
vorhanden: 1 silberne Monstranz, mehrere
silberne Kruzifixe, 3 silberne Eiborien,
verschiedene silberne Opserkannen samt
Teller, silberne Altarleuchter, 13 silberne
Kelche, 8 Ornate, zum Teil aus Gold-
und Silberbrokat, 74 Meßgewänder,
unter denen, wenn auch sehr viele
minderwertige, doch auch sich sehr viele
kostbare befanden: wahrlich ein Kirchen-
schatz,.an dem sich heute keine Kathedrale
schämen dürfte.

II.

Eo folgen nun verschiedene Rech-
ii u n g e n und A u f z e i ch n u n g e n über
gelieferte Kirchengeräle und Paramente.
A. Kirchliche M etallgeräte.

1. Silberne Monstra n z.

Philipp Saler, Goldschmied zu Augsburg,
bezeugt, daß er von Mathias Metzger, Sekredary
des hochloblichen Stifts Wiesensteig, 183 fl.
33 kr. für eine neue Monstranz erhalten habe.
Er schreibt an das Stift:

Anno 1607, b. 14. D^b. überschicke ich Ends-
benandter dem Hochwürdigen, Edel und Hoch-
gelehrten Herrn Johann Jakob Sutor, wie auch
dem ganzen hochlöbl. Stist die (von) mir ange-
formbte silberne und zierverguldte Munstrany
die wiegt nach laut des beigelegten Münzzeltels
12 Mark 13 Loth 1 Qu.'), die Mark Silber,
Goldt und Macherlohn 18 fl. 34 kr.

tut zusammen 237 fl. 51 kr.

für die 2(Gläser und Kisten 38 kr.

Summa 238 fl. 2V kr.

Daran Hab ich erstlich empfangen eine alte
verguldte . . . (?) (dieses Wort ist nicht leserlich),
die hat gewogen 1 Mark 2 Loth 3 Qu., das
Loth zu 48 kr. tut 15 fl.

Item bin ich an dem Becher
verblieben.3 fl.

Item Hab ich eine alte ganz
weiße Munslranz empfangen, die
hat gewogen 3 Mark 2 Lot 3 Qu.
das Loth zu 43 kr. tut 36 fl. 28 kr.

Summa des Empfangs 54 fl. 28 kr.

verbleibt mir noch Rest Summe 184 fl. 1 kr.

Philipp Saler, Bürger unö Goldschmid
in Augspurg.

2. Silberne Ampel, van Andreas'Mir-
lach, Augsburg. Derselbe berechnet für eine
große antique (— klassizistische) Kirchenampel
(Ewiglichtlampe) im Gewicht von 21 Mark 12 Loth
2 Qu., die Mark Silber und Faeon 25 fl

— 544 fl. 44 kr.

für Glaserarbeit 9 fl. 36 kr.

für das Glas • — fl. 36 kr.

für die Kiste 1 fl. — kr.

zusammen 555 fl. 56 kr.

Augsburg, den 6. März 1792.

Andreas Mirlach'Z, Silberarbeiter.

Dieses herrliche Stück im Gewicht von
beinahe 11 Pfund durfte mir mehr
12 Jahre der Stiftskirche zur Zierde
dienen und soll sich jetzt in einer Mün-
chener Hofkirche befinden.

3. Kranke n-Cib orinm.

Franz Anton Gnttwein, bürgerlicher
Goldschmied in Augsburg, bietet dem
Stist an „ein ganz silbernes, fassoniertes
und gut im Feuer vergoldtes Ciboriumb
um (70—64 fl. Im Gewicht wird es
wiegen 2 Mark," Erhalten ist noch die
schöne Zeichnung im klassizistischen Stil.
Meisterzeichen: F. Ä. G.

4. Krone auf das gewöhnliche
C i b o r i n m.

Geliefert von Johannes Werber, Golö-
schmied, Ulm, den >2. Juni 1734 um

Z [ Mark Silber - Q- Pfund, die Mark
hat 16 Loth, 1 Loth 4 Quentlein; 32 Loth sind

ein Pfund. r ■ ; t

2) Rom selben Meister stammt auch ein )ehr
schöner klassizistischer Meßkelch in Mühlhausen,
Dek. Deggingen, vom Jahr 1783.
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