Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 30.1912

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widersprechen dieser Annahme durchaus.
Die Jahrtagsstiflnng stammt nach dem
Jahrtagsverzeichnis ans dem Jahr 1546
und ist von Hans Eittel Speth und
Maria Mechtild von Zollern, Aebtissin
vom Kloster Zwiefalten, welch letztere
Angabe ebenfalls sehr fragwürdig ist.
Das Grabnial der Agatha Speth, ge-
borene v. Neipperg, gestorben 28. Dezenl-
ber 1533, war nach Gabelkover außerhalb
der Kirche, links vor dem Eingang neben
denr ihres Gemahls, des kaiserlichen Rats
Dietrich Speth
(t 1. Dezember
1536). In der
Kirche vor den
Franenstnhlensah
er einen liegen-
den Grabstein init
einem Franen-
bildnis, das aber
nicht identisch mit
nnseremsein kann.

9.

Noch kleiner ist
das zeitlich nächst-
folgende Grab-
mal einer Jung-
frau Helena von
Speth von 1574.

Es steht auf der
Evangelienseite
im Chor, links
neben dem großen
Grabmal Wil-
helnr Dietrichs
von Speth. Im
Flachrelief ist ein
Kreuz mit Drei-
paßornament an
den drei oberen
Enden eingemeißelt, je drei Wappenschilde
links und rechts davon; je ein Schrist-
band deutet die klein gearbeiteten Wap-
pen; links: Spet, Nenneckh, Spet; rechts:
Ottenhaim, Nenneckh, Spet, Bnoben-
hoven.

Um das Ganze geht die Inschrift an
den vier Rändern in Majuskeln uitb
Minuskeln und römischen Zahlen: Anno
Domini MDLXXIIII den V. tag
tembers starb die edel vnd Tngentreich
Junckfram Ursula spelin, welche Gott
eine frewliche Allferstehluig vnd . . .

ewige srewden verlenhen ivole AmenZ.
Unter der ganzen Darstellung steht eine
gereimte Inschrift:

„Wer glaub, lieb und Hoffnnng hat
Als ein Kindlein ins reich Golls gaht.
Dell Kindlein ist der Himmel bschert,

Als llns der Heir ChrisUls selbst lert.
Der Tod die Jugent bald auffrompt
( — anfränmt?)

Bekehrt Euch, Ehe das Alter kompt,

Zn Everem ent, das wir zugleich
Bey Christo sein im Hintmelreich.

Welcher hat reiv
beklagt sein sünd,
Der ist ein ausser -
weites Kint."
10.

Nach Anlage
und Ausführung
ganz ähnlich dem
Franenepitaph
von 1533 ist der
primitive Grab-
stein der Richar-
dis (nicht wie
Haible liest Lenck-
ardis) Speth von
1 586, gegen-
über ailf der
Evangelienseite
des Schiffs, zwi-
schen den beiden
groben Denkmä-
lerir mit reicher
Plastik. EineFrau
mitGebetbuchnnd
Rosenkranz, der
in Medaillon ilnd
Kreuz endet, in
beit Händen, ein-
gehüllt in parallel
faltenreichen Mantel mit Haube, Kopf
ans Kissen ruhend, links oben ein Wap-
penschild mit sechsstrahligem Stern (Schei-
lteit) und rechts oben ein achtstrahliger
Stern (Bnolach); auf einem Schriftband
sind die Familien angegeben. Unten
sind links das Spethsche, rechts das
Uttenheimsche (Schild mit Qnerband)
Wappen angebracht. Die Umschrift ist

x) Die Collecta las die untere Zeile der Um-
schrift also unmöglich: „welcher Gort den: Herrn
Spat gab in mütterlicher Treue deren Gott
ewige Treue verleihen welle!"

Spethsches Grabdenkmal in der Pfarrkirche
zu Zwiefaltendorf. (Wahrscheinlich Dietrich
unb Agatha Speth, geborene v. Neupperg).

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