Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 31.1913

Seite: 33
DOI Heft: 10.11588/diglit.16253.18
DOI Artikel: 10.11588/diglit.16253.19
DOI Seite: 10.11588/diglit.16253#0040
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/afck1913/0040
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
0.5
1 cm
facsimile
bserausgegeben und redigiert von Universitäts-Professor Dr. L. Baue in Tübingen.
Ligentnm des Rottenburger Diözesan-Kiinstvereiiis;

Aommissions-Verlag und Druck der Aktieii-Gesellschaft „Deutsches Volksblatt" in Stuttgart.

Or. 4.

Jährlich 12 Nummern. Preis durch die Post halbjährlich M. 2.25 ohne
Bestellgeld. Durch den Buchhandel sowie direkt von der Verlagshandlung TQT^
Akt.-Ges. „Deutsches Volksblatt" in Stuttgart pro Jahr M. 4.50. '

Anticjuitates Neufrenses.

Archivalische und kuusthistorische Beiträge
zu den Epitaphien in Nenfra a. D.

von Or. A. Nägele, Riedlingen.

Die nachstehellde Studie über die Epi-
taphien von Nenfra stützt sich auf eine
Papierhandschrift des 17. Jahrhunderts in
der Fürstenbergschen Bibliothek zu Donau-
eschingen (i.Katal. von Barack Nr. 592) x)r
ferner auf Akten des dortigen Archivs genea-
logischen Inhalts betr. die Gnndelsinger
und Helfensteiner mit Notizen in Wort
und Bild über unsere Denkmäler. Be-
deutsame Akten und Urkunden über den
mutniaßlichen Meister anderer Monumente,
deren Bearbeitung und Verwertung ander-
wärts erfolgt, boten mir im Zusammen-
hang mit anderen Studien auswärts ge-
fundene Archivalien. Ueber das herr-
liche Erznlvlrnment der Neufraer Adelsgruft
und seine Herkunft gaben die genai'.nten
Akten keine direkte Anskulift, wohl aber
führte u. E. sicher zuni Ziel eine Verglei-
chung mit dem berühmten größerell Erz-
monument in der Martinskirche zu Meß-
kirch, die der Verfasser besuchte, uln der
von ?. Ansgar Pöllmann aufgerollten
Frage des Meisters von Meßkirch, Jerg
Ziegler, nachzugehen.

1.

Der Meister eines Marmordenk-
mals in Nenfra:

Kaspar Löfchenbrand.

In der Pfarrkirche zu Nenfra, der ehe-
maligen Schloßkirche der Herren voll

‘) K. A. Bara ck. Die Handschriften der Fürstl.
Fürstenbergschen Hofbibliothek zu Donaueschingen.
Tübingen. 1865. S. 418.

Gundelfingen, Helfenstein, Fürstenberg,
sind heute noch 8 Grabdenkmäler i. w. S.
erhalten, 3 Epitaphien, Reliefs in Bronze
und Marinor, 1 Grabplatte mit Wappen-
tafel in Sandstein, 2 Standbilder in Holz
und Stein und 2 kleine Bronzetafeln mit
Inschrift und Wappen der dort Begrabe-
nen. Sollten diese wenigen Denkmäler
die ganze Hinterlassenschaft der Geschlechter
bilden, bie. seit dem 14. Jahrhundert im
Besitz von Burg und Kirche einander ab-
lösten ?, der Herren von H 0 r n st e i n, von
jenem Ludwig von Hornstein an, der 1303
urkundlich im Besitz von Nenfra erscheint,
bis zu jenem Hornstein, der 1399 den Ort
an Stephan von Gundelfingen um 9500 Pfd.
Heller verkaufte, der Freiherrn von Gnn-
d elfin gen, die mit dem kinderlosen
Swigger, Schweikhart, 1546 ausstarben,
der Grafen von Helfe nstei n, die durch
die Vermählung mit der von Schweikhart
an Kindes Statt angenommenen Ver-
wandten Maria von Bowart den Gundel-
fingischen Besitz erbten und eine neue
Linie Helfenstein-Neufra neben der Wiesen-
steiger gründeten, bis 1627 wieder durch
Heirat nach dem Tod des letzten Helfen-
steiners Rudolf Schloß Nenfra an das
Haus Fürstenberg kam.

Der erstgenannte Kodex gibt uns hier-
über erwünschten Aufschluß. Die Anti-
quitates Neufrenses in Ueber-
großfolio sind eine Papierhandschrist mit 70
Blättern, jedes mit Federzeichnungen, meist
einseitig, einige wenige auf Doppelblatt.
Sie stammen nach zuverlässiger Katalog-
angabe aus dem 17. Jahrhundert und geben
in trefflichen Federzeichnungen die Grab-
denkmäler der Herren von Gundelfingen,
loading ...